Ein möglicher Verkehrsgarten im Rathauspark erfährt nach der Ausschusssitzung für öffentliche Einrichtungen am Dienstagabend, 13. September, neuen Aufwind. Eigentlich war das Thema schon vom Tisch, denn ein eigens einberufener Arbeitskreis hatte sich am 18. August 2022 gegen den Antrag der SPD vom 12. Juni 2021 ausgesprochen. Das Problem an der Sache: Die SPD, also der Antragsteller, war damals gar nicht Teil des Arbeitskreises. Es hatte, so sagt der damalige SPD-Vorsitzende Martin Kastner, „interne Kommunikationsprobleme bei der Weitergabe des Termins gegeben.“
Und so fand sich der Antrag „Verkehrsgarten mit Rad- und Rollerfläche für Kinder im Rathauspark“ einmal mehr auf der Tagesordnung eines Ausschusses für öffentliche Einrichtungen wieder. Dessen Vorsitzender Martin Kastner machte am Dienstagabend keinen Hehl daraus, dass ihm und seiner Fraktion das Projekt weiterhin am Herzen liegt. Aber: „Wir haben festgestellt, dass sich der ganze Prozess verselbstständigt hat.“ Die SPD wolle den Park einer weiteren Benutzergruppe zugänglich machen und nicht „den Park mit zusätzlichen Wegen im großen Stil“ zupflastern. Vielmehr, so betonte, Kastner, gehe es um frühkindliche Verkehrserziehung, die bisher in Halver keinen Platz fände. Die Fraktion sehe, anders als der Arbeitskreis, weiterhin großen Bedarf.
„Wir wollen keinen vertreiben, keine großen Schilder, keine Verdichtung im großen Maße“, so Kastner. Ihm pflichtete Armin Kibbert bei: „Wir stellen uns einen Verkehrsgarten für Familien vor. Damit hätten wir hier in Halver ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.“ Es solle ausdrücklich kein schulisches Angebot sein. „Wir haben Erfahrungswerte, wonach das sehr gut angenommen wird.“ Es sei schade, dass das im Arbeitskreis abgekanzelt wurde, so Kibbert.
Sascha Gerhardt (FDP) erklärte: „Nicht das Konzept an sich wurde abgesagt, sondern der Ort an dem das Ganze stattfinden soll.“ An einer anderen Stelle, so Gerhardt, könne er sich das gut vorstellen, und brachte den Campus auf dem Dorfe ins Spiel, Inhalt eines ein FDP-Antrages.
Kibbert steuerte unmittelbar dagegen: „Nein, das sehen wir anders. Denn der jetzige schulische Bereich werde ohnehin schon gut genutzt. Die Idee eines Verkehrsgartens richte sich ausdrücklich an eine neue Zielgruppe an einem anderen Ort. „Wir sehen ja oft, wie Eltern am Wochenende auf dem Kaufland-Parkplatz mit ihren Kindern üben.“
Jürgen Wichert (SPD): „Die Verwaltung hat unseren Antrag nicht im Sinne der SPD-Zielsetzung umgesetzt.“ Am 29. November 2021 wurden erste Entwürfe vorgestellt, die unter anderem bei der Interessensgemeinschaft Rathauspark Halver auf wenig Gegenliebe stießen. Wichert betonte, der Park sei bisher recht ungenutzt und könne durch spezifische Angebote mehr Nutzung erfahren. Er bat abermals um die Einberufung eines Arbeitskreises mit der SPD, dann könne man darüber reden. Dem stimmte auch Horst Höfer (CDU) zu. Kastner ergänzte: „Wir wollen unsere Argumente nochmal in die Waagschale werfen.“
Einen ganz neuen Ansatz brachte dann Kämmerer und Erster Beigeordneter Simon Thienel ins Spiel: „Vielleicht könnten wir zwei Verkehrsgärten installieren? Einen am Campus auf dem Dorfe und einen im Rathauspark.“ Letzteres könne sogar fördermittelgeeignet sein. Mithilfe von Studenten könne man im Rahmen einer auszuarbeitenden Hausarbeit ein günstiges oder gar kostenfreies erstes Konzept erarbeiten lassen. „Ich möchte im Rathauspark Menschen aus der Stadt sehen“, so Thienel. „Ich möchte das Thema nicht sterben lassen.“ Das stimmte Martin Kastner „glücklich“, es sei, „gut gelaufen“, lobte er die Diskussion.
Da eine studentische Planung gegebenenfalls nicht förderwürdig sein könnte, entschied sich das Gremium schlussendlich, Planungskosten in Höhe von 10.000 Euro weiterhin einzuplanen und gegebenenfalls ein Büro zu beauftragen. Die Beschlussvorlage änderte das Gremium so ab, dass die Verwaltung beauftragt sei, ein neues Konzept für einen Verkehrsgarten mit Rad- und Rollerfläche für Kinder im Rathauspark und/oder einem weiteren Standort zu erarbeiten.










