Seit Mitte April muss eine 49-jährige Plettenbergerin ohne Führerschein auskommen. Nach einer Berührung beim Einparken in Lüdenscheid stand sie wegen Unfallflucht vor Gericht. Dort erklärte sie, dass sie den Zusammenstoß vor Ort nicht bemerkt habe.
„Wollen Sie etwas dazu sagen?", fragt der Richter am Freitag, 16. Oktober, im Amtsgericht Lüdenscheid die Angeklagte. „Da warte ich seit zehn Monaten drauf", antwortet die 49-Jährige. Angeklagt ist die Plettenbergerin wegen Unfallflucht.
Zusammenstoß beim Einparken nicht bemerkt
Am 13. Dezember 2025 manövriert die Frau an der Gartenstraße in Lüdenscheid ihr Auto in eine Lücke. „Beim Einparken hatte ich das Gefühl, dass ich sehr nah am anderen Fahrzeug bin. Gehört habe ich aber nichts", erklärt die Plettenbergerin. Ihr Sohn habe etwas lauter Musik gehört: „Der Parkassistent war gelb. Ich bin davon ausgegangen, dass nichts passiert ist." Dennoch habe sie sich zur Sicherheit beide Fahrzeuge angesehen. „Ich sah keinen Unfallschaden", sagt die 49-Jährige. Und so habe sie auch keinen Unfall gemeldet.
Die Frau hatte mit der Felge das andere - weiße - Auto berührt. Später erst habe sie weiße Spuren auf den silbernen Felgen gesehen, so die Angeklagte. „Ich schäme mich in Grund und Boden", gesteht die 49-Jährige.
Ohne Führerschein wird der Alltag zur Katastrophe
Seit Mitte April muss sie ohne Führerschein auskommen. „Und, wie klappt das so", will der Richter wissen. „Es ist eine Katastrophe. Wir sind verzweifelt." Sie habe ein krankes Kind, das regelmäßig zum Arzt müsste. Außerdem seien ihr Mann und sie ehrenamtlich aktiv. Das ginge ohne Auto nicht. Und: „Wenn ich nicht bei meinem Mann angestellt wäre, wäre ich arbeitslos."
Der Vorsitzende sprach ganz offen und erklärte, dazu zu neigen, der Angeklagten zu glauben, dass sie den Unfall nicht bemerkt hatte. „Ich bin 30 Jahre unfallfrei gefahren", gibt die 49-Jährige an. Hätte sie etwas gemerkt, hätte sie sich sofort darum gekümmert.
Am Ende stellt das Gericht das Verfahren gegen Zahlung von 800 Euro an den Verein „Wohnen unterm Regenbogen" vorläufig ein. Damit bekommt die Frau auch ihren Führerschein zurück.










