Nach vielen Jahren in Führungsverantwortung endet am Samstag, 17. Oktober, die Amtszeit von Markus Bauckhage, Markus Hüsken und Frank Hinkelmann in der Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Plettenberg. Im Gespräch mit LokalDirekt blicken sie auf gemeinsame Einsätze, Veränderungen und ungelöste Aufgaben zurück. Der Feuerwehr bleiben alle drei verbunden.
Wenn sich am 18. Oktober der Einsatzpieper meldet, ist die Antwort für Markus Bauckhage und Markus Hüsken klar: „Wir fahren mit raus“, sagen beide einstimmig. Ihre Amtszeit in der Wehrleitung endet am Tag zuvor. Ihren aktiven Dienst in den Löschgruppen Ohle und Selscheid setzen sie fort. „Ob als Maschinist oder am Funk im Einsatzleitwagen. An Aufgaben mangelt es nicht“, sagt Bauckhage.
Am Samstag werden die beiden Stadtbrandinspektoren und Brandrat Frank Hinkelmann bei einem Festakt verabschiedet, der um 17 Uhr in der Oesterhalle beginnt. Zum Abschluss ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Wehrleitung erhalten sie Ehrenurkunden als besondere Würdigung ihrer langjährigen vorbildlichen Pflichterfüllung. Zugleich bekommen die Mitglieder der neuen Wehrleitung ihre Ernennungsurkunden: Stadtbrandinspektor Michael Turk, Brandoberinspektor Jens Braukmann und Brandamtmann Lars Pietrowski.
Gemeinsame Anfänge in der Löschgruppe Ohle
Bauckhage und Hüsken verbindet eine lange gemeinsame Feuerwehrgeschichte. Beide begannen in der Löschgruppe Ohle. Was ihr erster gemeinsamer Einsatz war? „Wahrscheinlich eine Ölspur“, sagt Hüsken und lacht. Deutlich stärker im Gedächtnis geblieben sind ihnen zahlreiche Unfälle an der Bahnstrecke zwischen Eiringhausen und Ohle sowie die Serie von rund 30 Waldbränden im Sommer 2023.
Auch Bauckhages Weg in die Führungsverantwortung begann in Ohle. 1996 übernahm er die Leitung der Löschgruppe von Jochen Becker. Nach seinem Wechsel in die Wehrleitung folgte Hüsken ihm zum 1. Januar 2002 als Löschgruppenführer. 2008 wurde Hüsken schließlich Bauckhages Stellvertreter in der Wehrleitung der Stadt Plettenberg.
„Es ist Zufall, dass wir beide aus der Löschgruppe Ohle kommen“, erzählt Bauckhage. „Damals gab es noch nicht so viele Feuerwehrleute mit der nötigen Qualifikation für die Stadtwehrleitung.“ Heute gebe es deutlich mehr entsprechend qualifizierte Kräfte. Allerdings fänden sich „nicht viele, die ganz nach oben wollen. Der Zeitaufwand ist sehr groß.“
Vom Wieden an den Wall: Hinkelmann erlebt den Wandel
Frank Hinkelmann wechselte im September 1996 zur Feuerwehr Plettenberg. Seinen Dienst trat er noch in der Feuerwache am Wieden an. Ein Jahr später folgte der Umzug in die Feuer- und Rettungswache am Wall.
Der heute 58-Jährige übernahm nach und nach mehr Verantwortung: 2003 wurde er stellvertretender Wachabteilungsleiter, 2009 stellvertretender Wachenleiter. Später leitete er die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache. 2015 kam die Aufgabe als stellvertretender Leiter der Feuerwehr Plettenberg hinzu.
In seinen rund 30 Jahren in Plettenberg erlebte Hinkelmann umfassende Veränderungen. Der gesamte Fuhrpark wurde erneuert, die Zahl der Mitarbeiter an der Wache wuchs von 20 auf 60.
Auch nach dem Ende seiner Amtszeit in der Wehrleitung bleibt er im Dienst: In den kommenden zwei Jahren wird Hinkelmann als stellvertretender Wachenleiter seinen Nachfolger Lars Pietrowski unterstützen. „Ich habe ihn selbst eingearbeitet. Das läuft Hand in Hand.“
Investitionsstau bleibt eine Aufgabe für die Nachfolger
Bei den Feuerwehrgebäuden stehen weitere Veränderungen an. Der Neubau in Ohle ist fertig und soll in Kürze an die Löschgruppe übergeben werden. An der Feuer- und Rettungswache sowie am Feuerwehrgerätehaus in Holthausen stehen Investitionen in Millionenhöhe an. Auch das Feuerwehrhaus in Selscheid muss modernisiert werden.
Bauckhage hätte diese Aufgaben gern bis zum Ende seiner Amtszeit erledigt gesehen. Er kritisiert, dass die bereits im Brandschutzbedarfsplan von 2018 als Investitionsstau aufgeführten Maßnahmen in der Vergangenheit nicht angegangen worden seien.
„Jetzt fehlt der Stadt das Geld. Aber der Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe der Stadt. Das Geld muss an anderen Stellen gespart werden“, fordert er.
„Man sollte immer versuchen, alle mitzunehmen“
Ihren Nachfolgern geben die scheidenden Führungskräfte vor allem Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit auf den Weg. „Ruhe bewahren im Umgang mit Politik und Verwaltung“, rät Bauckhage. Innerhalb der Feuerwehr müsse man sich zugleich darüber im Klaren sein, dass nicht alle Erwartungen erfüllt werden könnten: „Im Umgang mit den eigenen Leuten sollte man sich klar darüber sein, dass man es nicht allen recht machen kann. 180 Leute bekommt man nicht unter einen Hut.“
Hüsken ergänzt: „Man sollte immer versuchen, alle mitzunehmen.“
Hinkelmanns größter Wunsch gilt der Sicherheit der Einsatzkräfte: „Alle sollen immer heil vom Einsatz zurückkommen.“
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