Wie es mit dem Sozialkaufhaus Traumland in Lüdenscheid weitergeht, ist weiterhin nicht endgültig geklärt. Der Rat der Stadt hat in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der AfD-Fraktion abgelehnt. Sie hatte einen vorübergehenden Weiterbetrieb durch die Stadt gefordert, falls keine Einigung mit einem neuen Betreiber zustande kommt.
Die Hoffnung ruht nun auf den laufenden Vertragsverhandlungen zwischen dem bisherigen Betreiber, der Perthes-Stiftung, und der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Werkhof gem. GmbH.
Bereits im Sozialausschuss hatte die Zukunft des Sozialkaufhauses auf der Tagesordnung gestanden. Damals zog die AfD-Fraktion ihren Antrag zurück. Darin hatte sie gefordert, dass die Stadt das Kaufhaus notfalls übergangsweise selbst betreiben solle, um das Angebot und die Arbeitsplätze zu erhalten. In der Ratssitzung hielt die Fraktion hingegen an ihrem Vorstoß fest.
Beigeordneter Kesseler: Es geht in die richtige Richtung
Zunächst erkundigte sich der AfD-Fraktionsvorsitzende Thomas Staubach nach dem aktuellen Sachstand. Fabian Kesseler, Erster Beigeordneter der Stadt und mit der Moderation des Prozesses zur Zukunft des Sozialkaufhauses betraut, erläuterte daraufhin die Rolle der Kommune. Die Verhandlungen zwischen der Perthes-Stiftung und der möglichen neuen Betreiberin Werkhof gem. GmbH dauerten an. Die Stadt sei an den konkreten Vertragsgesprächen allerdings nicht unmittelbar beteiligt. „Die Räder arbeiten. Ich bin weiterhin positiv, dass es in die richtige Richtung geht“, sagte Kesseler mit Blick auf den laufenden Prozess.
Auch Bürgermeister Sebastian Wagemeyer verwies darauf, dass sich die Stadtverwaltung bereits seit längerer Zeit mit dem Thema beschäftige. „Wir beschäftigen uns seit Wochen und Monaten mit diesem Thema, nicht erst seit ihrem Antrag“, erklärte er. Die Stadt sei guter Hoffnung, dass eine Lösung gefunden werde, und werde alles daransetzen, die Zukunft des Sozialkaufhauses zu sichern. Den Optimismus Kesselers teile er ausdrücklich.
Versetzung keine realistische Perspektive
Der AfD-Fraktion reichten diese Einschätzungen nicht aus. Peter Oettinghaus, Ratsherr der Alternative für Lüdenscheid (AfL), der in der Debatte für die AfD-Fraktion sprach, verwies auf die weiterhin fehlende Sicherheit für den Standort und die Beschäftigten. Medienberichten zufolge stehe auch im Raum, dass die Perthes-Stiftung ihre Mitarbeiter an andere Standorte versetzen könnte. Als mögliche Ziele wurden Soest, Bielefeld und Paderborn genannt.
Oettinghaus bezweifelte, dass solche Versetzungen für die überwiegend geförderten Beschäftigungsverhältnisse eine realistische Perspektive darstellten. Zwar würdigte er die Bemühungen der Stadt, vermisste jedoch verbindliche Zusagen für den Erhalt des Sozialkaufhauses. „Aber weil noch nichts in trockenen Tüchern ist, möchten wir am Antrag festhalten“, erklärte Oettinghaus.
Anschließend stimmte der Rat über den Antrag ab. Die AfD-Fraktion stimmte dafür, sämtliche übrigen Fraktionen lehnten ihn ab. Damit erhielt der Vorschlag, die Stadt solle das Sozialkaufhaus bei Bedarf vorübergehend selbst betreiben, keine Mehrheit.









