„Kinderrechte sind Chefsache“ – ein kleiner Aufsteller für den Schreibtisch soll Bürgermeister Sebastian Wagemeyer immer wieder daran erinnern, dass in aller Welt tagtäglich gegen Kinderrechte verstoßen wird. Sternsinger überreichten diese Mahnung dem Rathauschef am Samstag beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Lüdenscheid im Kulturhaus.
Sebastian Wagemeyer wird sich den Hinweis zu Herzen nehmen, zumal er und alle Lüdenscheider und Lüdenscheiderinnen mit der vorzeitigen Freigabe der A45-Talbrücke Rahmede eine große Sorge los sind.
„Nach exakt 1481 Tagen Vollsperrung rollt der Verkehr wieder über diese zentrale wichtige Nord-Süd-Achse“, sagte der Bürgermeister in seinem Jahresrückblick. Das habe viele Meschen emotional sehr berührt. Auch für ihn sei dieser Moment am 22. Dezember „weit mehr als ein technischer Akt“ gewesen. Die Wiedereröffnung besitze eine Bedeutung, die weit über Beton und Stahl hinausgehe. „Diese Brücke steht für Alltag, Verlässlichkeit und wirtschaftliche Stärke“, sagte Sebastian Wagemeyer. „Aber sie steht auch für etwas Größeres: Deutschland kann, wir alle können, wenn alle gemeinsam handeln.“ Der Lückenschluss auf der Sauerlandlinie sei ein sichtbarer Beweis, dass große Aufgaben gelingen könnten. Er sei ein „Mutmacher“ und müsse ein Modell für zukünftige Infrastrukturprojekte in Deutschland sein.
Die Eröffnung des Lernzentrums Tumo, der große Erfolg der Lichtrouten, das großartige Bautz-Festival, das Stadtfest als Fest des Ehrenamtes, der 60. Geburtstag der Musikschule, der Start neuer Freizeitangebote, die Jubiläen der Stadtpartnerschaften – das alles seien 2025 Anlässe zur Freude gewesen.
Im neuen Jahr müsse Lüdenscheid seine Chancen nutzen. Die Zukunft des Forums am Sternplatz und der P&C-Immobilie, der Neubau der Grundschulen Lösenbach und Westschule würden die Stadt weiterbeschäftigen. Trotz der finanziell dramatischen Lage der Stadt müsse der Anspruch lauten: selbstbewusst und selbstbestimmt handeln. „Zukunft gestalten mit Wirkung, mit Verantwortung. Und das gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt“, sagte der Bürgermeister.
Wie in vorausgegangenen Neujahrsansprachen beschwor Sebastian Wagemeyer den Zusammenhalt der Gesellschaft. „Das Klima in einer Gesellschaft ist keine Nebensache“, stellte er fest. „Es entscheidet darüber, ob Menschen Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen, füreinander einstehen. Wo Hoffnung schwindet, wird Zusammenhalt brüchig. Wo Mut fehlt, bleibt Potenzial ungenutzt. Ein Land, das innerlich resigniert, verliert nicht nur wirtschaftliche Kraft – es verliert an Herz, an Selbstvertrauen, an Zukunft. Auch das gilt eins zu eins für unsere Stadt.“ Misstrauen schaffe keine Zukunft. Die Antwort auf alle neuen Herausforderungen laute Zusammenhalt als gelebte Haltung.
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Vor diesem Hintergrund wurden auch drei Vereine, die stellvertretend für viele andere ausgewählt wurden, für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Dazu zählten am Samstagabend der Fußballclub FC Português, der Verein der Griechen aus Pontos Panagia Soumela sowie die Alevitische Gemeinde und Kulturverein Lüdenscheid MK. Sie erhielten in Anerkennung ihrer Verdienste Schecks über 1000 Euro, gestiftet von den Stadtwerken Lüdenscheid, und ein gerahmtes Foto von der alten Rahmedetalbrücke mit dem Schriftzug „Lasst uns Brücken bauen“. Diese Vereine seien Vorbilder im Ehrenamt, lebten Respekt und Toleranz vor und zeigten, dass Vielfalt die Stadtgesellschaft nicht nur bunter, sondern vor allem auch stärker machten, sagte Sebastian Wagemeyer. Dem stimmte Senay Nergiz, Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde ,zu. „Wir verstehen uns als Teil der Stadtgesellschaft“, sagte sie.
„Lünsche Percussion“, eine neues Schlagwerkensemble der Musikschule unter Leitung von Guido Pieper, hatte zum Auftakt des Empfangs das Publikum mit dem Stück „Baya Baya“ beeindruckt und vor der Ehrung der drei Vereine den „Samba de Janerio“ nachgelegt. Der Verein der Griechen aus Pontos Panagia Soumela lockerte die Veranstaltung mit einer Tanzvorführung auf. Zudem lieferte die Saz-Gruppe der Alevitischen Gemeinde Kostproben ihres Könnens.









