Die Stadt Halver treibt ihre Mobilitätsplanung weiter voran: An den Standorten ZOB Sparkasse und dem Bahnhof in Halver Oberbrügge sind Mobilstationen sowie einige Modernisierungsmaßnahmen in Planung. Eine Entscheidung über konkrete Förderanträge soll nach der Sommerpause fallen.
Zwei Standorte als förderfähig eingestuft
Mobilstationen verknüpfen verschiedene Verkehrsmittel an einem Ort und ermöglichen Fahrgästen so den flexiblen Umstieg zwischen ÖPNV, Sharing-Angeboten und weiteren Mobilitätsformen. Im Rahmen eines kreisweiten Feinkonzepts wurden in Halver zwei Standorte als grundsätzlich förderfähig bewertet: der ZOB Sparkasse sowie der Bahnhof Oberbrügge. Nach Abstimmungen mit der Bezirksregierung Arnsberg und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gilt damit eine entsprechende Förderkulisse als gesichert.
„Wir haben bereits im Dezember 2025 das Konzept vorgestellt“, erläutert Michael Schmidt, Fachbereichsleiter für Bauen, Umwelt und Klimaschutz. Gleichzeitig sei der Zeitplan eng getaktet: Ein Projektstart im Jahr 2027 erfordere einen Förderantrag bis Ende 2026, alternativ sei auch ein Beginn 2028 möglich.
Umfangreiche Maßnahmen an beiden Standorten
Die Planungen sehen an beiden Standorten eine Vielzahl baulicher und funktionaler Verbesserungen vor. Verschiedene Eingriffe am ZOB und in Oberbrügge sind geplant: Fahrbahnmarkierungen sollen angepasst, Gehwege verbreitert und barrierefreie Querungen geschaffen werden. Vorgesehen sind zudem neue Buskaps, die Neubeklebung von Fahrradboxen sowie die Integration von Fahrrad-Anlehnbügeln.
Ergänzt wird das System durch sogenannte „dynamische Fahrgastinformationen“. Dabei handelt es sich um digitale Anzeigetafeln, die Echtzeitinformationen zu Abfahrten und Anschlüssen liefern sollen. Insgesamt sind vier dieser Tafeln vorgesehen, mit Kosten von rund 25.000 Euro pro Stück.
Kostenrahmen und Unsicherheiten in der Planung
Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf rund 310.000 Euro geschätzt. Der überwiegende Anteil soll über Fördermittel des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gedeckt werden, der rund 90 Prozent der Kosten übernimmt. Der Eigenanteil der Stadt liegt entsprechend bei etwa zehn Prozent.
Ursprünglich war vorgesehen, noch vor der Sommerpause einen Baubeschluss zu fassen und den Förderantrag einzureichen. Im Zuge der verwaltungsinternen Prüfung der extern erstellten Planung sind jedoch Zweifel an der Plausibilität der Kalkulation aufgekommen. „Bei dem, was wir so kennen, müsste es das Doppelte kosten“, erklärt Michael Schmidt. Wenn eine Maßnahme realisiert werde, müsse sie auch fachlich überzeugen. Vor diesem Hintergrund werde nun eine überarbeitete Kostenschätzung erwartet.
Diskussion um Bestand, Gestaltung und Nutzen
Auch im politischen Austausch wurden einzelne Aspekte kritisch beleuchtet. „Am Bahnhof selbst bräuchte man nichts machen, da ist alles schon neu“, merkte Jens Vohrmann (CDU) an. Bürgermeister Armin Kibbert widersprach dieser Einschätzung teilweise und verwies auf Bestandteile wie Fahrradboxen, die lediglich neu beklebt werden müssten.
Jana Schrage (Bündnis 90/Die Grünen) äußerte Bedenken hinsichtlich der geplanten Infotafel am ZOB, da diese eine mögliche Begrünung einschränken könnte: „Ansonsten ist der ZOB eher kahl“, gab sie zu bedenken. Michael Schmidt signalisierte Offenheit für Anpassungen im Rahmen der weiteren Planung.
Kostenstruktur sorgt für Nachfragen
„In Oberbrügge ist das sicherlich sinnvoll, notwendig“, äußerte sich Andreas Hesse (CDU) zu der Kostenaufstellung. „Aber bei einem Kostenanteil von 40 Prozent nur für Fahrgastinformationen bekomme ich Bauchschmerzen. Müssen wir da wirklich 25.000 Euro pro Station ausgeben?“, fragte er kritisch.
Ausschussvorsitzender Kastner ordnete ein, dass es sich um ein umfassendes Förderprogramm auf Landesebene handele, bei dem höhere technische Standards üblich seien. Auch Bürgermeister Kibbert machte deutlich, dass die Maßnahmen Bestandteil des Gesamtkonzepts seien: „Entweder machen wir es oder nicht. Es ist in der Planung mit drin.“
Jürgen Wichert (SPD) verwies wiederum auf die aktuelle Belastungssituation im Umfeld der Standorte. Baustellen erschwerten den Busverkehr, zugleich sei der Anspruch an moderne Infrastruktur hoch: „Wenn es gebaut wird, sollten wir auch die modernste Technik einrichten. Natürlich kostet es viel Geld, aber ich möchte nicht, dass wir wie bei der Bahntrasse nach Anschlag eine gut geförderte Maßnahme einfach ausschlagen.“









