Die empfohlene Zusammenlegung der Löschgruppe Neuemühle mit der Löschgruppe Herscheid sorgt weiter für Kritik. Das wurde in der Sitzung des Feuerwehr- und Katastrophenschutzausschusses am Dienstag deutlich. Trotz des Widerstands empfahl der Ausschuss mehrheitlich die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans als verbindliche Planungsgrundlage. Zudem gab er grünes Licht für den ersten Bauabschnitt des neuen Feuerwehrhauses in Herscheid.
Bereits in der Einwohnerfragestunde machte Gerd Holthaus, selbst langjähriger Feuerwehrmann, seinem Unmut Luft. Er fragte, ob die geplante Auflösung der Löschgruppe Neuemühle aus dem Brandschutzbedarfsplan gestrichen werden könne, damit die Feuerwehr die Angelegenheit selbst regeln könne. Aus seiner Sicht sei die Zahl der Einsatzkräfte zunächst zweitrangig. „Wenn jemand dringend Hilfe braucht, ist es egal, ob erst einmal nur zwei Leute kommen. Die können erste Maßnahmen ergreifen. Andere kommen dann nach“, sagte Holthaus.
Auch Ahmed Watti (UWG) übte Kritik. In einer persönlichen Stellungnahme bemängelte er mangelnde Transparenz bei der Erstellung des Brandschutzbedarfsplans. Die empfohlene Auflösung der Löschgruppe Neuemühle sei für ihn nicht nachvollziehbar. Er sprach sich dafür aus, der Löschgruppe eine Frist von 24 Monaten einzuräumen, um neue Mitglieder zu gewinnen und auszubilden. Zudem könne er sich eine Zusammenlegung mit der Löschgruppe Herscheid unter Erhalt des Standorts in Oberholte vorstellen.
Bürgermeister Uwe Schmalenbach entgegnete, dass eine Übergangsfrist von 24 Monaten bereits im Brandschutzbedarfsplan vorgesehen sei. Wehrleitung und Gemeindeverwaltung sollen die weitere Entwicklung begleiten.
Der Ausschuss empfahl anschließend mehrheitlich, den Brandschutzbedarfsplan als verbindliche Grundlage für die weitere Entwicklung der Feuerwehr zu beschließen. Die Verwaltung soll die darin vorgesehenen Maßnahmen schrittweise umsetzen, die Zusammenlegung der Löschgruppen gemeinsam mit der Wehrleitung innerhalb einer angemessenen Übergangsfrist vorbereiten und notwendige Investitionen in Feuerwehrhäuser und Fahrzeuge bei den kommenden Haushalten priorisieren. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat am 13. Juli.
Ebenfalls mit großer Mehrheit – bei einer Gegenstimme – beschloss der Ausschuss den Start des ersten Bauabschnitts für das neue Feuerwehrhaus in Herscheid. Vorgesehen sind der Abriss der bestehenden Fahrzeughallen und Umkleiden sowie der Bau von sieben neuen Fahrzeuggaragen, einer Waschhalle, einer Lagerhalle und neuer Einsatzräume mit Umkleiden, Sanitärbereichen und Schwarzschleusen. Im Obergeschoss sollen unter anderem Büros für Wehrleitung und Löschgruppenführung, Schulungs- und Besprechungsräume, ein Funkraum sowie eine Küche entstehen. Anders als zunächst vorgesehen werden Garagen und Lagerhalle jedoch nicht mit einem zweiten Geschoss überbaut. Eine Photovoltaikanlage soll das Dach des Neubaus vollständig bestücken.
Die Kosten für den ersten Bauabschnitt werden auf rund 7,2 Millionen Euro geschätzt. Gleichzeitig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, gemeinsam mit dem Planungsbüro die weiteren Bauabschnitte vorzubereiten.
Ahmed Watti sprach sich auch gegen diesen Beschluss aus. Angesichts der angespannten Finanzlage der Gemeinde halte er es für problematisch, über den ersten Bauabschnitt zu entscheiden, ohne die Kosten der weiteren Abschnitte zu kennen. „Wir schaffen damit womöglich Tatsachen, bevor wir die weitere Planung im Detail kennen“, sagte er.
Die Mehrheit des Ausschusses wollte den Baubeginn dennoch nicht weiter verschieben. „Es ist wichtig, dass wir das Signal an die Feuerwehr senden: Der Spaten muss in den Boden“, betonte Ausschussvorsitzender Alexander Zuchowski (FDP).










