Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk hatte sich dort für einen Tag zur Hospitation
eingeladen. Von 8 bis 16 Uhr arbeitete die Abgeordnete in den verschiedenen Gruppen der
integrativen KiTa mit und verschaffte sich so einen guten Über- und Einblick in die aufopferungsvolle
Arbeit der insgesamt 51 Mitarbeitenden der Einrichtung. Sie erfuhr auch von den Sorgen und Nöten
der Mitarbeitenden sowie der KiTa-Leitung.
42 Jungen und Mädchen mit speziellem Förderbedarf
117 Plätze hat die KiTa „Kinderburg“ aktuell – davon sind 42 heilpädagogische Plätze für Kinder mit
Behinderung und speziellem Förderbedarf sowie 75 im regulären Kindergarten. „Wir sind derzeit ganz
gut aufgestellt“, freut sich Leiterin Claudia Bals. „Wir können mehr Personal aber immer gut
gebrauchen.“
44 pädagogische Mitarbeitende von insgesamt 51 kümmern sich um die Jungen und
Mädchen in den zwei Gruppen mit jeweils 10 Kindern im Alter von 4 Monaten bis 3 Jahren, fünf
integrative Gruppen mit jeweils 4 bis 5 Kindern mit Behinderung und elf Kindern ohne Behinderung
sowie zwei heilpädagogische Gruppen mit jeweils 8 bis 9 Kindern mit Behinderung.

Einzugsbereich bis Balve und Hohenlimburg
Der Einzugsbereich ist groß. „Zu uns kommen Jungen und Mädchen aus Iserlohn, Plettenberg,
Menden, Balve und Hohenlimburg. Sie werden jeden Tag von daheim geholt und wieder
zurückgefahren“, verrät Claudia Bals Bettina Lugk.
Die Kosten dafür trägt das Landesjugendamt. Ihre KiTa hat eine lange Warteliste: „Wir könnten jedes Jahr zwei Drittel der Kinder nicht aufnehmen. Es gibt auch immer wieder Anfragen benachbarter Einrichtungen.“
Kostenfreier Zugang zum Bildungssystem
Die SPD-Abgeordnete wünscht sich im Idealfall einen kostenfreien Zugang zum Bildungssystem –
„von der KiTa bis zum Studium“. Aber ein Patentrezept habe auch sie nicht, so Bettina Lugk. Ihre
Hospitation habe ihr einen guten Einblick in die Arbeit am Löbbeckenkopf verschafft. Auch den: „Bei
der Unterschiedlichkeit des Betreuungsaufwandes für die Kinder passt kein Personalschlüssel“. Man
dürfe auch die Eltern nicht aus dem Blick nehmen, die von einer schlimmen Diagnose ihrer Kinder
nicht selten überrascht werden.
Politische Debatte in der Mittagspause
Das wichtigste Thema des Besuchs von Bettina Lugk in der kurzen Mittagspause mit Claudia Bals und
deren Stellvertreterin Maria Battista war die geplante Änderung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG).
Bals: „2027 sollen die heilpädagogischen KiTas aufgelöst und jedes Kind mit Behinderung in jeder
KiTa vor Ort betreut werden. Das ist nicht vertretbar.“ Der Ansatz sei zwar gut, aber gesundheitlich-
pflegerisch nicht zu verantworten. Im Märkischen Kreis wären etwa 120 Familien von dieser
Neuregelung betroffen.

KiTa. – Foto: Hendrik Klein / LokalDirekt
Ausdrücklich unterstützen die beiden KiTa-Leiterinnen deshalb die Forderung
nach 100 Milliarden Euro Sonderbeitrag im Bundeshaushalt für die Bildung. „Das ist das Minimum“.
Behinderte Kinder in KiTa-Gruppen mit bis zu 25 Jungen und Mädchen zu betreuen sei schlichtweg
unmöglich. „Und woher soll das speziell dafür ausgebildete Personal kommen? Es fehlt ja jetzt schon
an allen Ecken und Enden“, fragt die KiTa-Leiterin vom Löbbeckenkopf.
Halveraner Eltern starten eine Petition
Im Märkischen Kreis hat sich der Protest gegen die geplante Gesetzesänderung bereits formiert.
Eltern der AWo-KiTa „Wundertüte“ in Halver haben eine Petition auf den Weg gebracht. Claudia Bals
und Maria Battista halten die Petition für sehr wichtig und freuen sich über alle, die diese
unterstützen. In ihrer KiTa „Kinderburg“ haben sie die Plakate aufgehängt, die darauf hinweisen –
denn: „Die Lobby ist einfach nicht da.“ Für Bettina Lugk hat sich der Tag in der KiTa gelohnt: „Ich habe
wichtige Erfahrungen für die täglich politische Arbeit gemacht.“










