Kurz vor dem dritten Advent reiste die Dmytruszynski-Sieben mit einem abgespeckten Zwölf-Mann-Kader nach Augustdorf, neben Philipp Jaeger fehlten auch Oliver Perey und Finn Voss im Duell gegen den Vorletzten der 3. Liga Nord-West. Mit von der Partie war allerdings Jean Luca Jannack, der bereits nach wenigen Sekunden gefordert war und seine Sieben vor dem Rückstand bewahrte.
Im Gegenzug scheiterte Christopher Börner am ebenfalls glänzend reagierenden Lippe-Keeper Kleinschmidt. Über Linksaußen dann besorgten die Gastgeber das 1:0, welches Börner im Gegenzug egalisierte (4.). Während die Gäste ihre nächsten Chancen dann zunächst ein wenig konsequenter nutzten und auf 3:1 stellten, vereitelte Jannack erneut einen Gegentreffer und ermöglichte Börner den Weg zum 3:3-Ausgleich (8.).
Nach neun Minuten auf der Uhr durfte der mitgereiste SGSH-Anhang die erste eigene Führung bejubeln, als Philipp Dommermuth zum 3:4 vollstreckte. Nach den ersten zehn Minuten nahm das Spiel auch in Sachen Torausbeute ein bisschen an Fahrt auf, beide Mannschaften profitierten dabei von zu großen Abständen in der Defensive (4:5, 12.).
Wenig später verwandelten die Hausherren den ersten Siebenmeter des Spiels zum 5:5. Es war ein munteres Hin und Her in der Augustdorfer wineo-Arena, Erik Blaauw brachte die Dragons wieder in Front (14.), Jannack hielt die Führung mit einer starken Fußabwehr fest, während Augustdorf sich die erste zweiminütige Strafe einhandelte.
Kurzes SGSH-Zwischenhoch
Die Drachen spielten die Überzahl clever aus, erst schweißte Yorgov die Murmel von rechtsaußen an Kleinschmidt vorbei in die Maschen zum 5:7, nur wenige Augenblicke später netzten die Sauerlände ins leere Lippe Tor (5:8, 17.). Zuvor indes war Börner mit Gelb bedacht worden. Die Dmytrusznski-Sieben gab Mitte der ersten Hälfte den Ton an, zwang Lippe ins Zeitspiel und sich selbst in eine gute Position. Der Angriff versandete jedoch und die Hausherren verkürzten (20.).
Während im Anschuss der Pfosten für das Team HandbALL Lippe rettete, machte die Heim-Sieben binnen einer guten Minute kumuliert allerdings drei Treffer und glich aus (8:8, 21.). Nach dem Ausgleich wusste keines der beiden Teams in der Folge, sich entscheidend abzusetzen. Vielmehr egalisierten sich beide Mannschaften größtenteils und glichen den jeweiligen Rücksand rasch wieder aus.
Schetters brachte die SGSH mit einem verwandelten Siebenmeter wieder in Front, nach dem Ausgleich allerdings unterlief den Gästen ein technischer Fehler und die Hausherren gingen ihrerseits wieder in Führung (25.). Der SGSH-Kapitän besorgte den abermaligen Ausgleich per sattem Wurf unter die Latte (11:11, 26.). Kurz darauf hätten die Sauerländer wieder in Führung gehen können, geben den gewonnenen Ball aber zu schnell wieder her – 12:11 THL. Dmytruszynksi zog daraufhin das Timeout, musste im Anschluss aber gleich zwei starke Paraden Kleinschmidts anerkennen. Nachdem dann auch Lippe die Auszeit genommen hatte, zeichnete sich Jannack auf der Gegenseite ebenfalls aus (28.). Mit der Pausensirene schließlich verwertete Dommermuth einen Abpraller zum leistungsgerechten 13:13-Pausenstand.
Begegnung auf Augenhöhe
Zu Beginn des zweiten Abschnitts kamen die Dragons dezimiert auf die Platte zurück, weil sich Brian Gipperich kurz vor der Halbzeit noch eine Zeitstrafe eingebrockt hatte. Trotz Unterzahl schraubten beide Mannschaften aber erstmal weiterhin im Gleichschritt an ihrem Tor-Konto. Dem 16:15 via Siebenmeter ließen die Gäste nach einem Ballgewinn das 17:15 und damit die erste Zwei-Tore-Führung folgen (34.). Zwar schloss Dommermuth direkt wieder für die SGSH auf, allerdings krönten die Hausherren ihrerseits ihren Angriff ebenfalls mit einem Tor – 18:16 (35.). Weil die Dragons danach nur die Latte trafen, zogen die Gastgeber gar auf drei Tore davon.
Der bärenstarke Kleinschmidt fischte auch den nächsten Versuch von der Linie, jedoch pfiffen die Unparteiischen Siebenmeter. Schetters blieb erneut cool und vollstreckte zum 19:17. Ein wenig fehlte der SGSH aber die Ruhe aus der ersten halben Stunde, in manchen Situationen wollte man zu schnell den Anschluss: Jannack parierte stark, doch aus dem eigenen Ballbesitz entsprang ein überhasteter Wurf über das Gebälk des THL. Diese wiederum spielte ihren Angriff sauber aus (20:17, 38.). Mit der nächsten Angriffsbemühung klatschte das Spielgerät erneut an den Querbalken der Gastgeber, im Nachgang verkürzte Jan König auf 20:18 (40.). Im Anschluss daran aber musste Dommermuth für zwei Minuten auf die Bank und die Lipper bauten ihren Vorsprung nach einer weiteren Kleinschmidt-Parade weiter aus (22:18, 44.).
Abschluss- und Alu-Pech
Dmytruszynski bat seine Sieben daraufhin zum Gespräch. Nach kurzer Einschwörung erzielte Erik Blaauw das 22:19 und Jannack verhinderte den nächsten Einschlag. Es war ein Spiel der Torhüter in Augustdorf, obgleich der SGSH-Schlussmann gegen den strammen Wurf zum 23:19 chancenlos blieb. Mit noch einer guten Viertelstunde auf der Uhr galt es, vier Tore aufzuholen.
Schetters blieb zum vierten Mal vom Punkt eiskalt und netzte sicher ein. Im Gegenzug parierte Jannack dann erneut stark, musste nach einem leichten Ballverlust aber den Gegentreffer durch die Hosenträger schlucken (48.). Den endgültigen Ausschlag in die Lipper Richtung sollten dann zwei Zeitstrafen geben, welche sich Börner (48.) und direkt darauf Dommermuth abholten (51.). Dommermuth hatte zuvor noch sehenswert via Heber zum 22:25 verkürzt.
Auf Seiten der SGSH prüfte Jan König im Anschluss zum gefühlt zehnten Mal das Aluminium des Augustdorfer Tores, gefolgt von einem weiteren Lattentreffer nur eine Zeigerumdrehung später. Das Abschlussglück war den Sauerländern zum Abschluss der Hinrunde alles andere als hold. Nach der Lipper Auszeit geriet der Abstand dann noch mal größer (27:22, 54.). Die Crunch Time sollte bei sechs Toren Differenz nicht sonderlich würzig ausfallen; statt es noch einmal spannend zu gestalten, hielt der THL-Keeper seinen Kasten mit mehreren Paraden weiterhin weitgehend sauber, während die Vorderleute geradlinig netzten. Die vereinzelten Treffer von König, Blaauw und Gipperich s Schlusspunkt zum 26:32 belebten allen voran die Statistik.
Die dezimierten SGSH Dragons verabschieden sich damit mit einer in Summe am Ende sicherlich zu hoch gerateneren Niederlage beim Vorletzten in die Winterpause. Mit 11:19 Punkten überwintern die Sauerländer auf einem Platz in der zweiten Tabellenhälfte.
Match Facts
Team HandbALL Lippe II – SGSH Dragons 32:26 (13:13)
SGSH Dragons: Gipperich (2), Yorgov (2), Blaauw (4), Halfmann, König (2), Schetters (6 (4/4)), N. Jannack, J. Jannack, Lüsebrink (2), Walch, Börner (2), Dommermuth (6).









