Wie schon in der Vorwoche in Bielefeld erwischte die Faßbender-Sieben auch im Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim einen Kaltstart: Nach sechs Minuten liefen die Sauerländer bereits einem 1:6-Rückstand hinterher, Hildesheims von Hermani war zu dieser Zeit bereits vier Mal erfolgreich. Defensiv machte die SGSH ihre Sache dabei gar nicht mal verkehrt; vor allem offensiv zeigten sich die Sauerländer in der Anfangsphase der Partie ideen- und harmlos, zu viele Bälle fanden leichtfertig ihren Weg zurück zum Gegner.
Nachdem die Dragons nach rund zehn Minuten aber auf Betriebstemperatur gekommen waren, fingen sie systematisch an, den hochfavorisierten Gästen den Schneid abzukaufen. Weil in der Folge auch der Gast nicht ganz ohne Fehler auskam, brachte Julian Thomas die Drachen tatsächlich ganz nah heran (8:9, 14.). Hildesheim reagierte per sofort mit dem ersten Team-Timeout. Die Justierungen indes griffen nur kurz: Zwar ging er HC relativ zügig wieder auf drei Tore Abstand (9:12, 16.). Die Dragons aber verstanden es nun, den Druck auf die Schnittstellen aufrecht zu erhalten und Kapital daraus zu schlagen.
SGSH kauft Hildesheim den Schneid ab
Fast schon folgerichtig gingen die Hausherren zur Verwunderung Vieler hernach das erste Mal selbst in Front (13:12, 18.). Hüben wie drüben zeigten sich dabei immer wieder technische Unzulänglichkeiten, die gerade bei einem Topteam wie Hildesheim in dieser Form eher die Ausnahme bilden. Doch damit nichts genug: Die SGSH fand Gefallen daran, den Favoriten zu ärgern und hielt durch mehrere Zeitstrafen weg eine weitgehend beständige Zwei-Tore-Führung. In Konsequenz nahm der HC nach nur 20 Minuten sein zweites Timeout.
Erst gegen Ende des ersten Durchgangs zeigten sich die offensiven Qualitäten des Gastes wieder, der dann doch ein wenig von der insgesamt sechsminütigen Überzahl profitierte. Die Faßbender-Sieben auf der anderen Seite beging ihre einzige Überzahl mit einem Ballverlust, bot aber auch in den Ausläufern durch die doppelte schnelle Mitte Paroli. Ärgerlich geriet nur der direkt verwandelte Freiwurf mit Ablauf der ersten Hälfte. Dennoch: Mit dem ersten Abschnitt konnte die SGSH trotz 19:21-Rückstand durchaus zufrieden sein.
Zweiter Kaltstart entscheidet die Partie früh
Was den Drachen nicht gelang, war, den Flow in der Kabine zu konservieren und mit in die zweiten 30 Minuten zu nehmen. Erneut flogen viele Bälle am Kasten der Eintracht oder der empfangenden SGSH-Hand vorbei. Die leichten Ballverluste und liegen gelassenen Chancen sollten sich schnell rächen: Hildesheim blieb konsequent und entschied das Spiel mehr oder weniger nach nur zehn Minuten zurück auf dem Feld (21:28). Die SGSH mühte sich trotz des hohen Rückstandes nach Kräften und kam auch noch einmal auf minus sechs heran (25:31, 46.). Alles in allem aber zeigte Hildesheim im zweiten Durchgang die Klasse eines Spitzenteams und ließ nur sehr wenig anbrennen.
Zugleich fehlten den Faßbender-Schützlingen zu dieser Zeit sowohl die nötigen Körner und die reine Spielzeit, um einen solchen Rückstand noch aufholen zu können. Die sehr gute erste Hälfte zollte ihren Tribut und fand ihn schließlich im Sieben-Tore-Vorsprung, den die Gäste neben – erwarteten – zwei Punkten mit auf die Heimreise nehmen. Die SGSH ihrerseits hatte sich vorab vorgenommen, erhobenen Hauptes die Platte zu verlassen und konnte dies unter Standing Ovations des heimischen Publikums im Löh zweifelsohne.
Match Facts
SGSH Dragons 31:38 (19:21) HC Eintracht Hildesheim
SGSH Dragons: Gipperich (2), Gernus (2), Thomas (8/2), Leppich (6), Halfmann, Austermann (1), Buschhaus, Perey, N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou, Schuster, Börner (8), P. Jaeger (4).