Die roten Kappen auf Propangasflaschen kennt fast jeder und hatte fast jeder schon einmal in der Hand. Doch nur wenige wissen, dass sie in Kierspe produziert werden. Genauer gesagt: bei der Lahme GmbH & Co. KG in der Waldheimstraße. „Wir sind bei den Schutzkappen europäischer Marktführer“, berichtet Vertriebsleiter Thomas Lindemann. Gemeinsam mit Geschäftsführer Karsten Lahme führte er jetzt Landrat Marco Voge und den Geschäftsführer der Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis, Jochen Schröder, durch das traditionsreiche Unternehmen.
120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Kierspe. Seit 1973 werden hier Präzisionsbauteile aus Kunststoff gefertigt – vorwiegend, mit einem Anteil von rund 65 Prozent, für den Automotive-Bereich. Lahme beliefert zahlreiche namhafte Automobilzulieferer, von denen der Kiersper Betrieb bereits mehrfach Auszeichnungen erhalten hat. Im Bereich der Elektromobilität fertigt Lahme bereits verschiedene Bauteile für diese Zukunftstechnologie. Im Produktportfolio sind darüber hinaus – neben den bekannten roten Schutzkappen für Propangasflaschen – auch Kunststoff-Schraubdeckel für die Verpackungs- und Lebensmittelbranche, zum Beispiel für Honig- und Senfgläser.

Der Kontakt kam auf der Internationalen Zuliefererbörse (IZB) in Wolfsburg zustande. Vor Ort in Kierspe waren Landrat Marco Voge und GWS-Geschäftsführer Jochen Schröder nun beeindruckt von den Investitionen in nachhaltige Produktionstechnologien.
Denn der Kunststoffverarbeiter setzt zunehmend auf energieeffiziente Maschinen und deckt seinen Energiebedarf über Power Purchase Agreements (PPAs) zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Der wesentliche Teil der Energie stammt von einer Windkraftanlage und mehreren Solarparks aus Süddeutschland sowie den eigenen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern des Betriebs. Die Teilnahme am Ökoprofit-Programm 2023/2024 erbrachte in diesem Zusammenhang ebenfalls positive Impulse. 2023 feierte das Unternehmen zudem sein 60-jähriges Bestehen. „Unsere starken familiengeführten mittelständischen Unternehmen wie Lahme bleiben durch Innovationen, Nachhaltigkeitsstrategien und hohe Qualität wettbewerbsfähig. Das ist ein Markenzeichen des Wirtschaftsstandorts Märkischer Kreis“, sagt Landrat Marco Voge.
Unternehmen mit Tradition und Zukunft
Die Lahme GmbH & Co. KG blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück: 1963 von Karl-Heinz Lahme gegründet, hat sich das Unternehmen stetig weiterentwickelt. 1997 fusionierten mehrere Firmen zur heutigen Lahme GmbH & Co. KG. Seit 1999 leitet Karsten Lahme als Geschäftsführer das Unternehmen.
Heute produziert das Unternehmen auf rund 7.000 Quadratmetern Hallenflächen mit mehr als 55 Spritzgießmaschinen im Schließkräftebereich zwischen 15 und 1.300 Tonnen präzise Kunststoffteile. „Kunststoff ist aus vielen Bereichen des Lebens auch in Zukunft nicht wegzudenken. Wir produzieren Kunststoffteile von 0,1 g bis 3.740 g – mit eigenem Formenbau und Weiterbearbeitungsprozessen wie Ultraschallschweißen, Heißprägen, In-Mould-Labeling, Druckverfahren oder Montagen“, erklärt Karsten Lahme. „Ob in der Automobil- oder Lebensmittelbranche – unsere Bauteile tragen dazu bei, Produkte sicher, funktional und nachhaltig zu gestalten.“