19 Kinder aus fünf Nationen schwärmten aus. Schnell entdeckten sie die Leckereien, die an der Schaukel, auf dem Klettergerüst und an anderen Stellen versteckt waren. „Wir sind wirklich international“, lachte Projektleiterin Malak Chehade, während die Kinder im Schulgarten stöberten. „In den Wochen zuvor haben wir den Frauentag und Ramadan gefeiert. Und jetzt Ostern.“ Dann aktivierte sie ihren Bluetooth-Lautsprecher und es erklang „Stups, der kleine Osterhase“ von Kinderliedermacher Rolf Zuckowski.
Der Spaß hat einen ernsten Hintergrund. In dem Betreuungsprojekt werden Mädchen und Jungen, die keinen Platz im Regelkindergarten gefunden hatten, auf den Schulstart vorbereitet. In einer Projektwoche vor den Osterferien besuchten sie unter anderen die Stadtbücherei, die Kitas Mittendrin und St. Laurentius sowie den Biobauernhof Berger.

Der Abstecher zum Landwirtschaftsbetrieb im Wiesengrund war für viele ein besonderes Erlebnis. „Die meisten sind zum ersten Mal alleine mit fremden Menschen in einem Bus gefahren“, berichtet Malak Chehade. „Bei allen Aktionen konnten die Kinder viele Eindrücke sammeln.“
Das Vorschulprojekt wird getragen von der Stadt Plettenberg, dem Diakonischen Werk, der Plettenberger Lernzeit gGmbH, dem Kommunalen Integrationszentrum, der Martin-Luther-Schule und der Gemeinde St. Laurentius. In den Räumen der Kirche können sich die Eltern der Kinder während der täglichen zweistündigen Betreuungszeit treffen, ihre Sprachkenntnisse trainieren und Erfahrungen austauschen.
„Das alles ist sehr wichtig“, erklärt Malak Chehade. „Schließlich geht es um den Verlauf der Schullaufbahn der Mädchen und Jungen.“ Es müsse eine Willkommenskultur geschaffen werden, um etwaige Berührungsängste abzubauen. „Die Eltern müssen Vertrauen zu uns und zur Schule fassen. Nur so kann das Projekt zum Erfolg führen.“

Tatsache ist, dass das Betreuungsangebot spürbar positive Effekte hervorbringt. Die Mädchen und Jungen, die am ersten Vorschulprojekt teilgenommen haben und zum Schuljahr 2023/24 eingeschult worden sind, kämen im Unterricht gut mit. Das habe der Schulleiter bestätigt, berichtete Malak Chehade.
Die finanziellen Mittel für das Vorschulprojekt stammen aus einem Förderprogramm für Kommunen mit einem hohen Zuwandereranteil aus Südosteuropa.








