Die Tage des seit Jahren leerstehenden Gebäudes des ehemaligen Letmather Marienhospitals sind offensichtlich gezählt. Zum 1. November 2019 hatte das seinerzeit zu den Märkischen Kliniken gehörende 90-Betten-Haus seine Pforte für immer geschlossen. Eigentümerin von Grundstück und Gebäude ist die katholische Kirchengemeinde St. Kilian. Eine historische Vertragsvereinbarung sah die Überlassung der Immobilie unter der Bedingung vor, dass dort ein Krankenhaus betrieben wird. Mit dem Ende des Hospitals ging es wieder in den Besitz der Kirchengemeinde über.
In der Folge wurden viele andere Nutzungsmöglichkeiten diskutiert, manche ernsthaft erwogen. Impfzentrum, Flüchtlingsunterkunft oder Medizinisches Versorgungszentrum waren es zuletzt. Der Betrieb eines Krankenhauses unter einem anderen Träger scheiterte am hohen Sanierungsstau. Alleine für den erforderlichen Brandschutz waren Investitionen von mehreren Millionen Euro nötig. Das war das Todesurteil für das ohnehin defizitäre Krankenhaus.

Jetzt scheint sich endlich eine Lösung abzuzeichnen, die allerdings den Abriss des Gebäudes vorsieht. Den Mitgliedern des Planungsausschusses der Stadt Iserlohn liegt für deren nächster Sitzung ein Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung zur Aufstellung eines Bebauungsplanes vor. Entworfen hat das städtebauliche Konzept das Architektur- und Planungsbüro Steinke + Ziels aus Marl im Kreis Recklinghausen. Die Signale aus der Politik sind durchaus positiv. Gibt der Ausschuss sein Okay und bestätigt der Rat der Stadt später den Beschluss, soll auf der gut 15.000 Quadratmeter großen Fläche ein Wohngebiet mit barrierearmen Mietwohnungen auf bis zu vier Geschossen, integrierten Service-Wohnungen und individuellen Reihenhäusern/Doppelhäusern für Menschen aller Altersgruppen entstehen.
Weiterhin ist der Erhalt des Seniorenzentrum, eine erneute Unterbringung der Dialyse aus dem Marienhospital, eine Tagespflege, ambulante Wohngemeinschaften, Gastronomie sowie Einrichtungen der medizinischen Versorgung vorgesehen. Das Dialysezentrum, das benachbarte Märkische Seniorenzentrum sowie das Hospiz Mutter Teresa bleiben somit unangetastet. Der Baukörper wird um einen Anbau mit Technik, ambulante Tagespflege und Nutzungen der medizinischen Versorgung erweitert. Hier besteht die Möglichkeit eines Gesundheitscampus durch die geplanten Gebäudeanordnungen. Im Bereich der mehrgeschossigen Miethäuser sind ebenfalls Einrichtungen zur medizinischen Versorgung, Bürobereiche sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke sowie Schank- und Speisewirtschaften zulässig.
Laut Architekten-Entwurf wird das Gebiet weitestgehend durch Fuß- und Radwege erschlossen, die zwischen Hagener Straße und Lindenstraße liegen. Motorisierter Verkehr ist lediglich durch eine verkehrsberuhigte Planstraße von Osten aus der Dechant-Meckel-Straße mit Anschluss an die Lindenstraße im Süden vorgesehen. Ein Mobilitätskonzept ist zur Eindämmung des motorisierten Verkehrs vorgesehen. Der ruhende PKW-Verkehr ist in Tiefgaragenbereichen des mehrgeschossigen Wohnungsbaus an der Hagener Straße als Halb-Tiefgarage vorgesehen und nimmt den Geländeverlauf mit auf. Die Tiefgaragen werden durch die Planstraße erschlossen.
Der Ökologie soll ebenfalls ein Schwerpunkt durch viel Grün, eine starke Bepflanzung, den effizienten Umgang mit Regenwasser, Wärmeschutz und Dachbereichen mit Photovoltaik-Anlagen in Kombination mit Wärmepumpen Rechnung getragen werden.









