Ab Ende Juni wurden für das Projekt „Neues Innenstadtquartier“ neue Investoren gesucht. Nun hieß es, dass gleich sieben Investoren ihr Interesse bekundet hätten.
Weil ein Investor jedoch kurzfristig abgesprungen war, konnte die EU-weite Ausschreibung beendet werden. Das erleichterte auch die Rahmenbedingungen für viele Interessierte.
Stadtplaner Hans-Joachim Hamerla von dem Büro „ArchitekturStadtplanungStadtentwicklung Hamerla | Gruß-Rinck | Wegmann + Partner“ erläuterte noch einmal unter zu Hilfenahme einer PowerPoint-Präsentation das Planungskonzept für das „Neue Innenstadtquartier Meinerzhagen“. Er zeigte sich – wie auch viele Ratsmitglieder – von der Nachricht, dass nun sieben Investoren ihr Interesse bekundeten, durchaus erfreut. „Dies ist eine gute Nachricht für Meinerzhagen und lässt mich zuversichtlich in die Zukunft schauen“, bestätigte Hamerla.

Weil bei der Umwandlung der Stadthalle zur „Bürgerhalle“ mehr Mittel aufgenommen würden – das Projekt sei aus „guten Gründen“ teurer geworden -, müsse das Ziel sein, einen Zuwendungsantrag zu stellen und den Förderantrag bis Ende des Jahres zu ergänzen, so Hamerla.
Die neue Ausschreibung zum „Innenstadtquartier“ folgte zwei Vorgaben: Zum einen sollte das hinlänglich bekannte Konzept weitergeführt werden und zum anderen konnten Investoren neue Ideen nach Absprache einfließen lassen. Am 28. Juli wurde die Ausschreibung veröffentlich und galt bis zum 27. August.
Die nun sieben neu gefundenen Interessenten wollen sich alle an das ausgearbeitete Konzept halten. Die Verhandlungsgespräche sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein, damit ein Ratsbeschluss bis Ende November – am 28. November ist eine weitere Ratssitzung anberaumt – angestrebt werden kann.
Auch einige Anregungen von Bürgern – bis Ende Mai 2022 hatte es eine Bürgerbeteiligung gegeben – wurden im Konzept aufgenommen. So werde geprüft, ob der Bühnenturm mit einer Photovoltaik-Anlage bestückt werden können und ob ein integratives Café in der Stadtbücherei durchführbar sei.
„Wir zünden jetzt den Turbo“, beurteilte Bürgermeister Jan Nesselrath die neue Situation. Auf die Anfrage aus dem Rat, warum sich bei der EU-Ausschreibung die sieben jetzigen Interessenten nicht gemeldet hätten, erklärte Hamerla, dass man nun viel weiter sei und der mögliche Investor sehe, dass etwas passiert, wodurch er besser zu motivieren sei. Ein wesentlicher Vorteil sei zudem, das der „ganze Entwicklungsaufwand für den Investor wegfällt“.
Auch die Kostenaufstellung sei „keine Kaffeesatzleserei“, sondern versuche auch die derzeit nicht zu kalkulierenden Energie- und Beschaffungskosten mit fünf Millionen Euro erhöhten Kosten einzurechnen. Bei den Sieben seien „ein paar dabei, die seriös mit Puffer arbeiten“. In zwei Monaten würde man sehen, ob es passe. Natürlich werde man ein Restrisiko tragen müssen. Es gelte aber, die Risiken auszusieben.
Der Rat hat das „Integrierte Handlungskonzept Innenstadt Meinerzhagen: Programm Urbanität –
Evaluation und Fortschreibung 08 / 2022, Neues Innenstadtquartier Meinerzhagen“ beschlossen und so auch die Verwaltung beauftragt für die Maßnahme „Umbau und Sanierung der Stadthalle
zum sozio-kulturellen Zentrum für die Stadtgesellschaft (Bürgerhalle)“ den Zuwendungsantrag
zum Städtebauinvestitionsprogramm 2023 zu stellen. Mit dem Zuwendungsantrag zur Förderung
werden die zuwendungsfähigen Kosten für den ersten Bauabschnitt beantragt.
Die Zahlen:
Das Gesamtvolumen „Neues Innenstadtquartier Meinerzhagen“ beläuft sich auf rund 49,3 Millionen Euro. Dabei entfallen auf die öffentliche Maßnahme mit Städtebauförderung – „Umbau und Sanierung der Stadthalle zum sozio-kulturellen Zentrum für die Stadtgesellschaft (Bürgerhalle)“ – rund 17,3 Millionen Euro. Das geschätzte Investitionsvolumen für das „Neue kommerzielle Zentrum“ beläuft sich auf 30 Millionen und der Umbau des ehemaligen Geschäftslokals zur städtischen Bibliothek erfordert rund 2 Millionen Euro.
Die Kosten und Finanzierung der „Bürgerhalle“ betragen demnach 17,32 Millionen Euro. Bei den zuwendungsfähigen Kosten von 15,45 Millionen Euro beläuft sich der 40-prozentige Eigenanteil auf 6,18 Millionen Euro. Hinzu kommen die Maßnahmen der Stadt Meinerzhagen, die nicht gefördert werden, die eine Summe von 1,87 Millionen Euro ergeben. Damit lägen die Investitionskosten für die Stadt Meinerzhagen bei 8,05 Millionen Euro.
Der weitere Ablauf:
Bis Ende September wird der Förderantrag zum „STEP 2023“ bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht. Am 28. November kann dann bei der Ratssitzung der Beschluss über die Vereinbarung mit dem Investor „Neues kommerzielles Zentrum“ gefasst werden. Ziel ist es, 2024/25 mit dem Bau des kommerziellen Zentrums zu beginnen (Abbruch, Ausschachtung, Gründung), das dann 2027 fertiggestellt sein soll. 2023/24 soll die Ausführungsplanung und Ausschreibung sowie der 1. Bauabschnitt zum Umbau der Stadthalle stattfinden, der ebenfalls 2027 fertiggestellt werden soll.









