„Niemand will gegessen werden“: Mit einer aufsehenerregenden Aktion macht die Tierschutzorganisation PETA am Donnerstag in der Wilhelmstraße auf das Leid von Tieren in der Ernährungsindustrie aufmerksam. Ein PETA-Unterstützer in Unterwäsche liegt von 10:15 bis 10:45 Uhr auf einem überdimensionalen Teller und zeigt, wie angerichtetes Menschenfleisch aussehen könnte.
Die provokante Aktion soll verdeutlichen, dass Tiere genauso wie Menschen Schmerzen empfinden und ein Recht auf Leben besitzen.
„Ob Schwein, Rind, Huhn oder Mensch: Niemand möchte auf einem Teller landen. Mit unserer Aktion drehen wir die Perspektive um und machen sichtbar, was meist ausgeblendet wird – jedes Stück Fleisch war ein fühlendes Lebewesen, das leben wollte“, so Kathleen Cox, Mitarbeiterin im Aktionsteam von PETA. „Wir appellieren an alle Menschen, Tiere von ihrem Speiseplan zu streichen.“
In Deutschland wird ein Großteil der Tiere auf engstem Raum, überwiegend ohne nennenswertes Tageslicht, gehalten. Nach einem Leben voller Ausbeutung werden sie im Schlachthaus getötet, wenn sie die Mastzeit überhaupt überleben. Die Kastration und die Enthornung bei Kälbern finden größtenteils ohne Betäubung statt, Hühnern brechen aufgrund des zu schnellen, angezüchteten Wachstums oft die Knochen.
Stressvolle Transporte
Die Tiere haben stressvolle Transporte hinter sich, bevor sie qualvoll im Schlachthaus sterben – denn keine Betäubungsmethode ist für sie schmerz- und stressfrei. Aufgrund von Fehlbetäubungen werden Rinder, Schweine und Hühner häufig bei vollem Bewusstsein getötet. Laut Angaben der Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und vier bis über neun Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn Metzger sie an einem Bein aufhängen und ihnen kopfüber die Kehle durchtrennen. In absoluten Zahlen sind dies jährlich bis zu 300.000 Rinder und weit über fünf Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Für Hühner und Puten wurde bisher keine Fehlbetäubungsrate ermittelt. Dies könnte unter anderem damit zusammenhängen, dass diese Lebewesen im Schlachthof nur in Tonnen und nicht als Individuen angegeben werden.









