Interview.
Das Hirn darf zu Hause bleiben – die Ohren sollten mitkommen: LaLeLu kehrt am 3. Oktober zum Festival Acappellissimo nach Plettenberg zurück. Im Interview verrät das A-cappella-Quartett, warum künstliche Intelligenz schon mal in den Wahnsinn treibt, das „Freundschaftsspiel“ mit den Four Valleys in die Verlängerung geht und selbst nach 30 Bühnenjahren ein fertiges Programm noch lange nicht fertig sein muss.
2024 kannten euch beim Acappellissimo in Plettenberg laut des anschließenden Presseberichts gerade einmal 2,5 Prozent des Publikums. Danach war die Aula ziemlich schnell bekehrt. Rechnet ihr diesmal wenigstens mit zweistelligen Bekanntheitswerten?
Oh, das wäre schön!!! Schließlich hatten wir letztes Mal viel Spaß und hoffen, dass sich das übertragen hat…
2024 gab es schon ein kleines A-cappella-Battle zwischen euch und den Four Valleys. Ist die Rechnung inzwischen beglichen – oder wird am 3. Oktober nachgelegt?
Das Freundschaftsspiel geht in die Verlängerung! „Battle“ klingt so martialisch…
Wenn der innere Verwaltungsinspektor Pause hat
Euer neues Programm heißt „Urlaub vom Hirn“. Wer von euch hatte die Idee – und bei wem war diese Auszeit besonders dringend?
Schwer zu sagen, wer initial die Idee hatte… aber jeder von uns kann auf seine Weise immer mal Auszeiten gebrauchen, der eine vom Hirn, der andere mal von Ratio und Vernunft. Für uns pendelt der Titel zwischen im besten Sinne „hirnloser Albernheit“ auf der einen Seite und sich locker machen, mal den inneren Rezensenten, den inneren Verwaltungsinspektor zu Hause zu lassen auf der anderen. Schwere, ernste Gedanken dürfen Pause machen und Emotionen dürfen übernehmen oder sich zumindest dazwischensetzen.
Nachrichten, Smartphone, Social Media, künstliche Intelligenz, Dauererreichbarkeit: Was treibt euch aktuell am zuverlässigsten in den geistigen Wahnsinn?
Künstliche Intelligenz kann schon sehr eigen sein, das behandeln wir auch in der Show, das Bombardement von Nachrichten auf Social Media wiederum lässt einen wegen der jeweiligen eigenen Filterblase schon mitunter wie durch die Mangel gedreht und im schlimmsten Fall unausgewogen informiert zurück…
Wie entstehen bei euch neue Nummern? Seriöse Redaktionskonferenz am Frühstückstisch – oder reicht ein Blick aufs Handy und jemand ruft: „Das ist doch nicht deren Ernst“?
Sowohl als auch! Gespräche, Nachrichten, etwas, das uns auffällt oder bewegt, von Politik bis Persönlichem, alles kann vorgeschlagen werden!
2024 habt ihr in Plettenberg Politiker, gesellschaftliche Debatten, Plastikmüll und sogar lokale Themen verarbeitet. Wie schnell schafft es eine absurde Nachricht bei euch vom Bildschirm auf die Bühne?
Es in die Stücke einzubauen, braucht ggf. etwas länger (oder auch das Schreiben eines neuen Stückes als Reaktion), aber in die Moderationen kann es improvisativ sofort einfließen!
30 Jahre LaLeLu – und trotzdem „work in progress“
Ihr habt gerade 30 Jahre LaLeLu gefeiert. Was ist für drei Jahrzehnte Bühnenleben eigentlich wichtiger: perfekter vierstimmiger Gesang oder die Fähigkeit, sich nach dem vierstimmigen Streit wieder zu vertragen?
Ha! Beides? Es geht uns nicht in erster Linie um eine musikalische Lupenreinheit, wenn wir gemeinsam grooven und was zu sagen haben, kann die Energie überspringen, wobei wir natürlich stets auch an unseren Klangvorstellungen feilen. Für den „Streit“ arbeiten wir mehrmals im Jahr mit einem Coach, um Vorstellungen abzustimmen und Unstimmigkeiten zu erörtern und nicht zu hoch kochen zu lassen.
Gibt es einen LaLeLu-Song, bei dem das Publikum jubelt und mindestens einer von euch denkt: „Nicht. Schon. Wieder.“?
Selbst wenn es den von Zeit zu Zeit geben mag, sobald man auf der Bühne steht und mit dem Publikum interagiert, will man immer das Beste herausholen und hat mit dem Publikum zusammen Spaß.
Plettenberg bekommt „Urlaub vom Hirn“ nur wenige Wochen nach der Premiere zu sehen. Wie unfertig darf ein fertiges Programm bei euch eigentlich noch sein?
Wir erlauben uns Improvisation, was viel Spaß macht und uns wach hält, und auch wenn wir das Gefühl haben, Stücke werden plötzlich inaktuell, dann ändern wir das ggf. oder tauschen aus, es bleibt also in gewisser Weise „work in progress“.
Und zum Schluss: Ein Plettenberger sitzt am 3. Oktober gemütlich auf dem Sofa, Handy in der einen, Fernbedienung in der anderen Hand. Was sagt ihr ihm, damit er beides fallen lässt und in die Aula kommt?
Es geht nichts über ein gemeinsames Erlebnis, gemeinsam zu lachen, lauschen und sich auch zu wundern, mit was für wunderbarem Unsinn, Tiefsinn und Hintersinn wir wieder antanzen.
Termin: Samstag, 3. Oktober, 19.30 Uhr
Einlass: ab 19 Uhr
Ort: Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Schulzentrum Böddinghausen
Eintritt: 29 Euro, freie Platzwahl
Veranstalter: MGV Bremcke/Die Four Valleys
In Plettenberg gibt es Karten bei der Postagentur Fischer an der Herscheider Straße, bei Presse-Lotto Langhoff-Suliani im Wieden-Pavillon sowie bei Presse-Lotto-Tabak Schütz in Eiringhausen und Ohle. In Herscheid verkaufen die Shell-Station Turk und Lotto Fischer Eintrittskarten. In Werdohl sind Tickets bei Jochen Johannßen – Farben und Renovierungsprodukte im EDEKA-Center erhältlich.









