„Wir wollen uns neu aufstellen“, sagte Kai Hellmann, Fachbereich Bürgerdienste, in der Ausschusssitzung für Bildung und Jugend am Dienstag, 31. Mai. Gemeint ist der Medienentwicklungsplan für die Jahre 2019 bis 2024, der wegen der zunehmenden Geschwindigkeit der Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß ist – das sei insbesondere durch die Corona-Pandemie deutlich geworden.
„Fünf Jahre für einen Medienentwicklungsplan ist eine lange Zeit. In diesen fünf Jahren passiert wahnsinnig viel“, verdeutlicht er. Der Medienentwicklungsplan, dessen Schwerpunkte in den Bereichen der Ausstattung und Technik liegen, schaffe die Voraussetzungen für das Lehren und Lernen mit Neuen Medien in den Schulen. Um dem gerecht zu werden, möchte die Stadt Halver für die Jahre 2024 bis 2027 einen aktuelleren Plan erstellen. Diesmal ist der Zeitraum nur für vier Jahre festgeschrieben worden, wobei „hier auch die Frage ist, ob der Zeitraum nicht zu lang gegriffen ist“, wie Hellmann erläutert.
Dazu werden Gelder bereitgestellt. Der Finanzbedarf sei auf 135.000 Euro gestiegen – zuvor waren es 100.000 Euro jährlich. Das Maßnahmenpaket 2023 könne im Rahmen der Förderprogramme „Gute Schule 2020“ sowie „Digitalpakt NRW“ gedeckt werden. Auch ein Großteil der Kosten des Digitalisierungsprogrammes 2019-2022 konnten laut Vorlage somit finanziert werden. Ob es in den kommenden Jahren weitere Förderprogramme seitens des Bundes oder des Landes gibt, sei aber unklar. „Es wird vielleicht noch einen Digitalpakt 2.0 gibt. Man spricht davon, dass es 2025 sein wird“, erläutert Hellmann.
Nun liegt es an der Kommunikation zwischen Verwaltung und Schulen, welche Endgeräte fehlen, ausgetauscht und gebraucht werden. Reiner Klausing, Leiter der Humboldtschule, äußerte den Wunsch, dass die digitale Infrastruktur besser betreut werden sollte. „Wir haben fünf Schulgebäude mit fünf verschiedenen digitalen Infrastrukturen und Netzwerken“, erklärt er. Eineinhalb Stellen im IT-Bereich könnten diesen großen Bereich gar nicht stemmen.
Zudem stellte sich die Frage, wie die circa 400 Endgeräte, die in der Corona-Pandemie hinzu kamen, gepflegt werden können. Dem Ersten Beigeordneten und Kämmerer Simon Thienel passte die Beschwerde seitens der Schulleitung nicht. „Für unsere kleine Stadt ist das, was wir hier an Schullandschaft haben, ausschlaggebend“, sagte Thienel.
Kai Hellmann schlug vor, die Diskussion auf einen Zeitpunkt zu verlegen, sobald Ergebnisse des Gutachtens der Gemeindeprüfungsanstalt über den Stand der Digitalisierung an den Halveraner Schulen vorliegen. Der Beschlussvorschlag, einen Medienentwicklungsplan für die Jahre 2024 bis 2027 durch einen externen Sachverständigen erstellen zu lassen, wurde einstimmig beschlossen – und das, obwohl die Einstellung eines externen Sachverständigen von der UWG und SPD in Frage gestellt wurde.










