Straßenplaner Jens Klein vom Büro Bramey.Bünermann.Ingenieure stellte im Bau- und Planungsausschuss am Montagabend, dem 16. Oktober, die fertiggestellte Entwurfsplanung sowie die Kostenberechnung vor. Hierbei untersuchte das Dortmunder-Büro zwei Szenarien.
„Beide Varianten haben gemeinsam, dass der Geh- und Radweg auf einer Länge von circa 80 Metern vor dem Sportplatzgelände zum Teil über Grundstücksflächen verlaufen würde, die nicht im Eigentum der Gemeinde stehen und der vor dem Vereinsheim vorhandene große Baum erhalten werden könnte“, konnte vorab festgestellt werden. Dennoch sei der Umfang der Inanspruchnahme sehr unterschiedlich, wie sich bei der Präsentation der Varianten herausstellte.
Variante 1: 75.000 Euro zusätzliche Kosten
Die erste Variante sieht im Bereich des Vereinsheims eine Verschwenkung der Fahrbahn auf die gegenüberliegende Seite vor. Dieses Land wird zurzeit landwirtschaftlich genutzt, „und liegt bereits in der Hand der Gemeinde, sodass es nicht zusätzlich erworben werden muss“, betont Klein. Der Geh- und Radweg würde hier im Wesentlichen auf der Fläche verlaufen, die zuvor als Fahrbahnfläche genutzt wurde. Von den nicht im Eigentum der Gemeinde befindlichen Flächen würde dann noch ein überwiegend rund ein Meter breiter Streifen benötigt, „sodass nur ein minimaler Grunderwerb am Vereinsheim bevorsteht“, merkt der Straßenplaner an.
Positiv hervorgehoben wurde zudem der geringe Ausfall der Stellplätze, der sich hier auf einen einzigen beschränkt, sowie der Fakt, dass alle Bäume bestehen bleiben können. Der einzige größere Nachteil der ersten Variante sei die Erhöhung der Kosten um rund 75.000 Euro.
Variante 2: Mehr Nachteile als Vorteile
Diese erhöhten Kosten würden bei der zweiten Variante nicht entstehen, dennoch sei diese Wahl mit mehreren Nachteilen verbunden. Zwar sieht Variante 2 keine Verschwenkung der Fahrbahn vor, dafür aber den Entfall von zehn Stellplätzen und neun Bäumen. „Hinzu kommt, dass wir mehr Grunderwerb tätigen und in die Grundstücke des Vereinsheims eindringen müssten“, so Klein.
Es sei zudem nicht zu garantieren, dass die große Linde vor dem Vereinsheim bestehen bleibe, da die Trasse des Geh- und Radweges bei dieser Variante sonst deutlich näher am Vereinsheim vorbeiführen würde. „Wir haben uns wegen einzelner Nachteile dazu entschlossen, die Variante 1 zu verfolgen“, fasst er vor dem Gremium zusammen.
SPD fordert Sitzungsunterbrechung
Nach Vorstellung der fertigen Entwurfsplanung herrschte bei der SPD-Fraktion Gesprächsbedarf. „Wir haben nicht erwartet, dass die Präsentation neue Aspekte mit sich gebracht hat, die bei der Vorbereitung auf den Ausschuss in den Anlagen und Vorlagen nicht enthalten waren“, sagte Fraktionsvorsitzender Jan Jellesma und forderte kurz darauf eine zehnminütige Sitzungsunterbrechung, um sich mit seiner Partei zur Thematik intern zu verständigen. Seitens der FDP stand für Stefan Klotz zügig fest, dass die Verfolgung der Variante 1 trotz der Mehrkosten berechtigt sei. Er bedauerte jedoch, dass die Präsentation der Entwurfsplanung nur in Bruchteilen erfolgte: „Ich möchte ganz klar in Frage stellen, auf welcher Grundlage ich eine Entscheidung über die Entwurfsplanung treffen soll, wenn mir nur Teile vorgelegt werden.“
„Die Variante 1 stellt das optimalste Ergebnis dar. Wir müssen bald zügig zu einer Entscheidung kommen, denn die Bürger warten darauf. Wir vertrauen der Verwaltung und dem Architekten, eine vernünftige Lösung zu finden. Wir können nicht jedes einzelne Detail ausdiskutieren, wir müssen uns da auf die Spezialisten verlassen“, entgegnete André Trimpop von der UWG. Schließlich machte Bürgermeister Jörg Schönenberg den Vorschlag, die einzelnen Lagepläne durchzugehen, um jegliche Missverständnisse zu vermeiden.
Gemeinderat tagt am 30. Oktober
Der Bau- und Planungsausschuss empfahl einstimmig (bei drei Enthaltungen der SPD-Fraktion) dem Gemeinderat, der am 30. Oktober tagt, die Variante 1 für die Entwurfsplanung zu verfolgen.









