Geplant war das so nicht. Eigentlich hatten sich Gerd Schröder und Melissa Brinker vom Heimat- und Verkehrsverein am Mittwochabend am Kornspeicher getroffen, um eine Postkarten-Ausstellung vorzubereiten – auch das relativ spontan. Im Rahmen der umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten rund um den Kornspeicher wurden unzählige Kisten mit Materialen und Exponaten sortiert. „Dabei haben wir auch die ganzen alten Postkarten gefunden. Es sind wirklich viele“, berichtete Gerd Schröder. Der Vorsitzende nahm die Karten mit, um sie für das Archiv zu sortieren. Was er da für Schätze und historische Zeugnisse in der Hand hielt, wurde ihm nach und nach immer klarer. „Da kam die Idee einer Ausstellung“, erzählte Gerd Schröder. Kurzerhand scannte er die Karten ein, vergrößerte die Bilder etwas und rahmte sie. Etwa 25 werden nun bei der Ausstellung im Kornspeicher präsentiert.
„Die älteste Karte stammt wohl aus den 1890er-Jahren. Aber es sind alles Karten, die auch geschrieben und verschickt wurden“, erzählte Gerd Schröder. Das Team des Heimat- und Verkehrsvereins freue sich schon jetzt auf die Erzählungen der Besucher. Denn die Karten wecken gerade bei den älteren Besuchern des Fests gewiss einige Erinnerungen. Die jüngeren können derweil überlegen, wo die Aufnahmen entstanden sind. Vieles sieht nämlich ganz und gar nicht mehr so aus, wie auf den Bildern. Melissa Brinker findet beispielsweise eine Karte aus Rennerde von 1904. „Ich habe spontan keine Idee wo das sein könnte“, sagt die Rennerderin. Andere Örtlichkeiten sind sofort erkennbar – Herlsen und der Lennebogen beispielsweise.
Bildergalerie:







Die Karten sind Zeugnisse dessen, wie früher in der Gemeinde gelebt und gearbeitet wurde, wie sich die Gemeinde entwickelte und wie dort Urlaub gemacht wurde. Denn die Karten sind auch beschriftet. „Allerdings ist das schwer lesbar. Das meiste ist in Sütterlin geschrieben und oft sehr undeutlich. Ich kann leider nicht alles lesen“, erzählte Gerd Schröder. Aufgefallen sei ihm allerdings, dass oft die Rede von der Westfälischen Schweiz gewesen sei, ein Begriff, den er so nicht kenne. „Nahmer Schweiz ist geläufig. Aber Westfälische Schweiz habe ich vorher noch nie gehört“, sagte Schröder.
Melissa Brinker und Gerd Schröder verbrachten den ganzen Abend damit, die Bilder aufzuhängen und den Raum – das alte Klassenzimmer – für die Besucher herzurichten. „Die Schusterwerkstatt ist auch wieder super hergerichtet. Die öffnen wir auch“, kündigte Melissa Brinker an. Eigentlich sei alles fertig. Insofern könne man doch auch einfach die Wiedereröffnung feiern. Gesagt, getan. Am Sonntag wird der Kornspeicher erstmals wieder komplett für Publikum geöffnet.
Das Erntedankfest beginnt traditionell am letzten Sonntag im September mit dem Erntedank-Gottesdienst in der Wiblingwerder Kirche. Dieser beginnt um 10 Uhr. Im Anschluss geht es in Richtung Heimatstube, wo von 11 bis 18 Uhr weiter gefeiert wird. Traditionell werden Grillwürstchen, Reibekuchen und Schnittchen angeboten. Einige heimische Anbieter werden ebenfalls mit Ständen vertreten sein. Während des Fests ist dann auch der Kornspeicher geöffnet.










