„Wenn der Dreijährige mit seiner 90 Jahre alten Oma tanzt, dann ist Kiliankirmes in Letmathe.“ Paul Nowak, Vorsitzender der Letmather Werbegemeinschaft, ist mit seinen Einzelhändler-Kollegen wie gewohnt Partner der Stadt Iserlohn beim traditionellen Rummel zwischen Neumarkt und Städtischen Saalbau. Die „fünfte Jahreszeit“ für die Letmather und ihre zahlreichen Gäste aus Nah und Fern fällt in diesem Jahr auf die Zeit zwischen Freitag, 14. Juli, und Montag, 17. Juli. Nowak: „Und sie warten alle schon sehnsüchtig darauf.“
130 Schausteller sorgen mit ihren zehn großen, neun kindgerechten Fahrgeschäften Ständen für Kurzweil. Bei gutem Wetter erwartet die Stadt Iserlohn nach Aussagen 200.000 Besucher. Mit ihrer 1,5 Kilometer langen Budengasse zählt die Kiliankirmes zu den größten Innenstadt-Rummeln in Südwestfalen.

240 Schausteller hatten sich laut Kirmesplaner Thomas Johannsen von der Stadt Iserlohn um einen Standplatz auf der Kirmes beworben – etwa 140 weniger als sonst üblich. Johannsen: „Die Schausteller leiden auch massiv unter Personalmangel. Deshalb entscheiden sie sich eher für einen Standplatz, der länger als nur vier Tage wie bei uns bespielt werden kann.“ Und Konkurrenz für die Kiliankirmes gibt es im Juli ebenfalls genug – in Münster, in Düsseldorf, in Essen und in Kleve.
Trotzdem ist es dem Kirmes-Team der Stadt um Thomas Johannsen, Jens Rinke und Laura Kickermann gelungen, wieder viele attraktive Fahrgeschäfte nach Letmathe zu holen – beispielsweise „Top Spin 2“, „Chrystals City“, den „Fliegenden Bus“ für Kinder und Eltern, den „Großen Breakdance“, einen Autoscooter mit driftenden Fahrzeugen, Bungee-Jumping, den „Disney Star“ mit seiner 7D-Animation, „Kinder-Kettenflieger“, den „Love Express“ und viele andere mehr. „Das Angebot ist für Kleinkinder ebenso geeignet wie für Senioren“, weiß Jens Rinke vom Ordnungsamt.
Wer sich so viel vergnügt, der soll auch gut essen und trinken. „Immer nur Bratwurst war gestern, es gibt Chinesisches, Vegetarisches und natürlich auch den klassischen Grill-Imbiss“, verrät Johannsen. Der Biergarten am Städtischen Saalbau lädt zum gemütlichen Verweilen ein. Viele Vereine sind auch wieder mit eigenen Bierständen vertreten.
Noch größer als sonst sind allerdings die Beeinträchtigungen für Anwohner und Besucher in diesem Jahr wegen der Großbaustelle am Doppelkreisel Hagener Straße/Alter Markt und den Umleitungen. Die stets gut frequentierten Parkplätze am Saalbau und Neumarkt stehen ohnehin ab Montag, 10. Juli, bis einschließlich Dienstag, 18. Juli, nicht zur Verfügung. Der Parkplatz an der Hagener Straße (Letnetti-Platz gegenüber Woolworth) sowie die neuen Parkplätze an der Fingerhutsmühle/LangerKummer/Kreisverkehr Lennedamm/Schwerter Straße können nicht angefahren werden.

„Für Gäste mit weiterer Anreise lohnt sich der Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel. Die Haltestellen Bahnhofsbrücke und Bahnhof Letmathe befinden sich in unmittelbarer Nähe. Von hier gelangt man über die Hagener Straße (Fußgängerzone) auf das Kirmesgelände“, so die Organisatoren. Ein besonderes Anliegen ist es ihnen, dass ab dem Kirmesaufbau am Montag, 10. Juli, um 6 Uhr, die Parkplätze innerhalb der Kirmesfläche nicht mehr zugeparkt werden.
Offiziell eröffnet wird die 570. Kiliankirmes am Freitag, 14. Juli, 16 Uhr, mit dem traditionellen Fassanstich durch Iserlohns Bürgermeister Michael Joithe auf dem Treppenaufgang zum Neumarkt. Der Kirmestreff im Städtischen Saalbau öffnet jeden Tag von 16 bis 1 Uhr. Am Montag, 17. Juli, allerdings nur bis Mitternacht, wegen des großen Feuerwerks. Das soll bei Einbruch der Dunkelheit gegen 22.30 Uhr vom Schulhof der ehemaligen Albert-Schweizer-Schule abgefeuert werden.
Für weitere Highlights der Kirmes sorgen Stadt Iserlohn und Letmather Werbegemeinschaft. Am Montag gibt es einen Familiennachmittag mit reduzierten Preisen, im Städtischen Saalbau finden drei Vorstellungen des Kasperle-Theaters statt. Am Samstag, 18. Juli, wird wieder die beliebte Backstage-Tour angeboten. In der Zeit ab 11 Uhr gibt für rund drei Stunden konkrete Einblicke in das Leben der Schausteller. Die Besucher erfahren beispielsweise wie die Fahrgeschäfte funktionieren, Zuckerwatte darf selbst hergestellt werden, ein Blick in einen Wohnwagen wird erlaubt und vieles andere mehr. Dafür muss man sich bis Donnerstag, 13. Juli, 15 Uhr, bewerben – entweder per Telefon unter 02371/217-1616 oder per E-Mail an [email protected].

Die Letmather Werbegemeinschaft leistet auch ihren großen Beitrag zum Gelingen des Festes. Dafür schlüpft Vorsitzender Paul Nowak sogar in die Rolle eines Diskjockeys. Am Samstag, 15. Juli, legt er ab 21:00 Uhr bei der Kirmesparty im Städtischen Saalbau höchst persönlich auf. Am Sonntag laden die Letmather Einzelhändler dann zu einem verkaufsoffenen Sonntag ein. Die Einnahmen werden allesamt dem Hospiz Mutter Teresa gespendet.
Auf der Von-der-Kuhlen-Straße, am Kirmesplatz-Eingang Städtischer Saalbau, präsentiert der Lokalsender „Radio MK“ im Rahmen des Familiennachmittags sein „Kinder Radio Modul“. Hier können Kinder spielerisch lernen, wie Radio gemacht wird und sich selbst ans Mikrofon setzen. Selbstverständlich fehlt auch der Stand der Letmather Lepra-Hilfe nicht.
Traditioneller Abschluss der Kiliankirmes ist am Montag, 17. Juli, das traditionelle Feuerwerk. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto „Letmathe leuchtet“. Und wenn dann der Kiliansdom – wie zur offiziellen Eröffnung am Freitag – wieder läutet, heißt es, „Auf Wiedersehen bei der 571. Kiliankirmes im nächsten Jahr.“










