Im Stadtarchiv präsentierte Autor Gottfried Theis nun ein besonderes Stück Lüdenscheider Industriegeschichte: den zweiten Band seines Grundlagenwerks „Bergmannslampen – Die Froschlampen in und aus Westfalen“, der sich vollständig der Lüdenscheider Firma Carl vom Hofe widmet.
Gemeinsam mit Stadtarchivar Tim Begler und Archivmitarbeiterin Vera Schmitz stellte Gottfried Theis sein Buch vor. Theis wählte den Ort der Präsentation bewusst, denn das Stadtarchiv war ein zentraler Fundus für die umfangreichen Recherchen des Autors zu Firmengeschichte, Produkten und internationalen Vertriebswegen.
Familien-, Firmen- und Produktstudie zur Firma Carl vom Hofe
Im nun erschienenen zweiten Band zeichnet Theis eine detaillierte „Familien-, Firmen- und Produktstudie zur Firma Carl vom Hofe“ nach, die 1860 in Schalksmühle gegründet wurde und über mehr als sechs Jahrzehnte zu den wichtigsten Herstellern westfälischer Grubenlampen zählte. Das Unternehmen war mit zwei Betrieben in und um Lüdenscheid vertreten – der Firma Carl vom Hofe in der Stadt und Carl vom Hofe & Aufermann in der Lösenbach – und machte Lüdenscheid über Jahrzehnte zu einem weltweit bedeutenden Standort für Bergmannslampen.
Ausgangspunkt für die Forschungsarbeit war eine Ausstellung im Siegerlandmuseum im Jahr 1991 zum Thema „Grubenlampen – Offenes bergmännisches Geleucht des deutschsprachigen Raumes“, die Theis kuratierte. Weil es damals kaum belastbare Informationen zur Herstellerfirma Carl vom Hofe gab, begann er systematisch in Archiven und Bibliotheken zu recherchieren – unter anderem im Lüdenscheider Stadtarchiv.
Jahrelange Recherche
Direkte Zeitzeugen standen aufgrund der Unternehmensgeschichte – Gründung 1860, Ende der Produktion 1922 infolge der Inflation und der drastischen Geld- und Werteentwertung – nicht mehr zur Verfügung. Auch ein Aufruf in einer Lokalzeitung im Jahr 2011 brachte nur wenige Hinweise, sodass die nun vorliegenden beiden Bände auf hartnäckiger, jahrelanger Recherche beruhen und die Spuren der gut sechzigjährigen Produktionszeit des Unternehmens nachzeichnen.
Ein Exemplar im Stadtarchiv
Mit Band 1 („Eine Kultur-, Sozial-, Technik-, Wirtschafts- und Objektstudie“) und Band 2 („Familien-, Firmen- und Produktstudie zur Firma Carl vom Hofe“) liegt damit eine umfassende Darstellung der sogenannten „Froschlampen“ aus Westfalen vor, die auch die Rolle Lüdenscheids als Industriestandort beleuchtet. Beide Bände sind im Eigenverlag „Lichtblicke“ erschienen und ausschließlich über den Autor zu beziehen. Interessierte können sich direkt an Gottfried Theis wenden – telefonisch unter 0273/43728 oder per E‑Mail an [email protected]. Ein Exemplar jedes Bandes hat der Autor dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt, sodass die Werke dort künftig auch für Forschung und stadthistorisch Interessierte zugänglich sind.








