Wieviel Kultur und wie viele Zuschüsse zu Veranstaltungen kann sich die finanziell gebeutelte Stadt Iserlohn noch leisten? Das war die zentrale Frage in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses, die am Dienstag, 13. Januar, im Letmather Saalbau stattfand.

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Noch 31.600 Euro im Etat

Die Ausgangslage für die Debatte: In dem von Kämmerer Michael Woitek vorgelegten Etat-Entwurf für 2026 klafft eine Finanzierungslücke von 44,2 Millionen Euro. Sparen ist also angesagt. Dessen waren sich die Mitglieder im Kulturausschuss durchaus bewusst.

Die positive Nachricht vorweg: Alle geplanten Veranstaltungen können stattfinden. Aber alle Ausschussmitglieder waren sich im Klaren darüber, dass auch die Kultur ihren Beitrag für die Haushaltskonsolidierung leisten und die finanzielle Unterstützung der Stadt zurückgefahren werden muss — und zwar von 43.430 Euro auf 31.600 Euro. Das trifft unter anderem zwei Kirchenchöre, den Heimatverein Letmathe, die Kunstfabrik Casa b, die Jugendkunstschule, das Kultursymposion M, den Verein LebensWert Iserlohn sowie das Friedensfestival.

"Cleverer werben"

Mit weniger städtischen Zuschüssen auskommen müssen auch die Werbegemeinschaften Letmathe (Minus 9000 Euro), Iserlohn (Minus 3000 Euro) und Hennen (Minus 500 Euro). Das Live Project erhält für „Genuss Pur“ 1000 Euro weniger. Für die „Italienische Nacht“ bleibt es bei 4000 Euro Unterstützung aus der Stadtkasse. „Iserlohn muss weiter breit aufgestellt bleiben“, formulierte Christoph Panne (Die Iserlohner). Abstriche beim Weihnachtsmarkt führen laut Manuel Huff (Die Linke) dazu, dass er unbedeutender wird. „19.000 Euro für die Werbung finde ich zu hoch, da muss man mal über andere Formate nachdenken und cleverer werben“, so Huff.

Der „Vorstandstisch“ von links: Vorsitzender Marcel Jimenez Albarrán, Matthias Quaschnik, Beate Evers und André Müller von der Stadt Iserlohn.
Foto: Hendrik Klein

Sorge ums Letmather Brückenfest

Sorgen machte sich Huff auch um das Brückenfest in Letmathe: „40.000 Euro Kosten mehr für die Werbegemeinschaft bei deutlich reduziertem Zuschuss kann die für ganz Iserlohn und die Region wichtige Veranstaltung gefährden“, merkte er an. „Wir möchten ja gerne unterstützen, aber dann müssen wir sagen, was sonst gestrichen werden soll“, machte Katja Siewek von der FDP das Dilemma deutlich. Dem Vorschlag aus dem Gremium, Veranstalter sollten über eine Ausfallversicherung finanzielle Verluste abdecken, erteilte Christoph Panne eine klare Absage: „Die Beiträge sind unbezahlbar!“

„Abrakadabra“ wieder in Barendorf

Auf die weitere Unterstützung der Stadt zählen können die Organisatoren der Veranstaltungsreihe „Abrakadabra — Drei Mal schwarzer Kater“ in Barendorf. Die Iserlohner hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Sollte der Veranstalter für die Veranstaltungsreihe einen Fehlbetrag nachweisen, wird dieser bis zu einer Höhe 7000 Euro von der Stadt übernommen. Dafür gab es zwölf Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen. Die Mittel seien bereits im Haushaltsentwurf 2026 berücksichtigt, so die Verwaltung in ihrer Stellungnahme.

Rat entscheidet am 17. Februar

Bei Gegenstimmen der Vertreter „Die Linke“ wurde der Entwurf der Haushaltssatzung 2026 mehrheitlich beschlossen. Vom Rat verabschiedet werden soll der städtische Haushalt in der Ratssitzung am 17. Februar.