Bereits im Kommunalwahlkampf im vergangenen Jahr war der Zustand der Straßen in Hunswinkel ein großen Thema für den UWG-Kandidaten Florian Rohrmann. In der vergangenen Woche lud er LokalDirekt zur Ortsbesichtigung ein und machte noch einmal deutlich, weshalb ihm das Thema so wichtig ist.
Spurrinnen und Schlaglöcher
"Wir brauchen die Aufmerksamkeit hier", macht der gebürtige Hunswinkeler deutlich. Er zeigt auf deutliche Spurrinnen auf der Listerstraße, direkt vor seinem Elternhaus. Wenige Meter weiter: Schlaglöcher, ausgeschlagene Bordsteine, teils drei oder vier Lagen Ashphalt aus verschiedenen Flickmaßnahmen übereinander. "Ich weiß nicht, wann hier das letzte Mal die Straße ordentlich gemacht wurde", sagt Rohrmann und zuckt mit den Schultern. Er wirkt resigniert.
"Bei der Straße haben alle aufgegeben", stellte Rohrmann fest. Seit er sich erinnern kann sieht die Straße schlecht aus, konstatiert er. An einigen Stellen gibt es weder links noch rechts einen Fußweg, die Kinder auf dem Weg zum Schulbus müssen mitten über die Straße laufen — genau in der Kurve: "Muss denn erst etwas passieren, bis sich was tut? Es geht darum, die eigenen Kinder und den Schulweg zu schützen."
Steinbruch und Listertalsperre sorgen für Verkehr
In anderen Orten in der Größenordnung von Hunswinkel, das laut Zensus 2022 gerade eimal 300 Einwohner zählt, ist die Verkehrsbelastung deutlich geringer. Südöstlich grenz Hunswinkel direkt an die Listertalsperre, die gerade in den Sommermonaten zahlreiche Touristen anlockt, im Westen liegt der Grauwackesteinbruch Listertal der Basalt-AG. Jährlich fahren von rund 2000 Lastwagen leer zum Steinbruch, um beladen wieder weg zu fahren, erklärte der technische Leiter des Steinbruchs im Jahr 2021 im Rahmen eines Pressegesprächs.
"Die Lkw sind nicht das Hauptproblem, aber ein Teil davon", stellt Rohrmann fest. Er macht jedoch deutlich: "Den Steinbruch zumachen, das will ja niemand."
Keine Stellungnahme der Basalt-AG
LokalDirekt hat in der Konzernznetrale der Basalt-AG in Listertal um eine Stellungnahme zu dem Thema gebeten. Bis Redaktionsschluss gab es weder auf mehrfache Mails noch telefonisch eine aussagekräftige Antwort. Zu der Frage nach einem Ansprechpartner für Presseanfragen hieß es telefonisch lediglich: "Es kommen so viele E-Mails an, die können bei Nicht-Interesse nicht alle beantwortet werden."
Landesbetrieb ist der Zustand bekannt
Deutlich auskunftsfreudiger zeigt sich der Landesbetrieb Straßen.NRW, der für die Strecke in und um Listertal zuständig ist. Auch wenn den Verantwortlichen keine aktuelle Verkehrszählung vorliege, erklärt Straßen.NRW auf LokalDirekt-Anfrage, dass der Zustand der Straßen grundsätzlich bekannt sei. "Zudem findet zur Festlegung des jährlichen Erhaltungsprogrammes im Herbst eine Inaugenscheinnahme der dringlichsten Streckenabschnitte durch das zuständige Fachpersonal der Regionalniederlassung Südwestfalen statt, um aktuell die Dringlichkeitsreihung der jeweiligen Deckensanierungsprojekte festzulegen", so Andreas Berg, Pressesprecher des Landesbetriebes.
Straßen.NRW plant Sanierung — Zeitrahmen ungewiss
Während der Teil der L709 zwischen dem Steinbruch Hunswinkel laut Berg vor zwei Jahren erneuert wurde, könne zum jetzigen Zeitpunkt "noch keine belastbaren Aussagen zum Umsetzungszeitpunkt der Sanierungsmaßnahme im Zuge der L707" getätigt werden.
Im Ort Hunswinkel trifft die L707 auf die L709 und wird von dort aus als Listerstraße weiter in Richtung Talsperre geführt. "Die Brücke innerorts muss auch mitgemacht werden, da sind die Kollegen gerade an der Planung", ergänzt Berg zu dem Bauwerk, dass den vom Meinerzhagener Ortsteil Haustadt kommenden Bach in Hunswinkel überquert, ehe er in die Listertalsperre mündet.









