Nach Jahren des Stillstands soll in Lüdenscheid wieder Neues entstehen. CDU und SPD haben in ihrem am Mittwoch vorgestellten Kooperationspapier einen umfassenden Reformkurs für die Innenstadt festgelegt. Dazu gehören neben dem Ankauf des geplanten P&C-Gebäudes weitere einschneidende Maßnahmen. „Mit kosmetischen Änderungen geben wir uns nicht zufrieden“, erklären die Kooperationspartner.

Der zeitnahe Abriss oder Teilabriss des Forums und der Ankauf des Adler-Gebäudes an der Schillerstraße zu einem wirtschaftlichen Preis sind weitreichende Bestandteile der Planungen. "Mit diesen drei wegweisenden Entscheidungen bewegt sich Lüdenscheid in die richtige Richtung", heißt es in dem Papier.

Adler-Gebäude an der Schillerstraße soll abgerissen werden

Der Abriss des Forums am Sternplatz solle möglichst schnell erfolgen, müsse jedoch zwingend mit der Baumaßnahme am P&C-Gebäude koordiniert werden. Die Kooperationspartner wünschen sich eine Nachnutzung des Geländes, die über eine reine Grünfläche hinausgeht und eine Investition, die möglichst auf einer bestehenden Substanz aufsetzt. "Inzwischen gibt es einige Ideen", erklärte CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling am Mittwoch auf Nachfrage. Es sei noch nichts spruchreif.

Das Adler-Gebäude erfüllt keinen Zweck mehr und soll abgerissen werden. Alternativ soll hier ein modernes Parkhaus entstehen. Die Parkpalette Turmstraße soll dafür abgerissen werden und einer Fläche weichen, die beispielsweise für barrierefreie Wohnbebauung oder Gastronomie genutzt werden kann.

CDU und SPD haben sich außerdem auf weitere zentrale Punkte verständigt, die in der Innenstadt umgesetzt werden sollen.

- Das "Zielkonzept Innenstadt" (2000), das "Konzept Stadtentwicklung Lüdenscheid" (2010), das "Handlungskonzept Wohnen Lüdenscheid" (2016) und das "Einzelhandelskonzept" (2023) sollen durch ein schlankes integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) ersetzt werden.

- Die Stadtverwaltung soll sich unter enger Einbindung der Stadtentwicklungsgesellschaft um Investoren für ein neues, innenstadtnahes Hotel in Lüdenscheid bemühen.

- Das Parkraummanagement soll vollständig überarbeitet werden. Das Parkleitsystem soll digital sein.

In der Innenstadt soll neuer, barrierefreier, zumindest aber barrierearmer Wohnraum für Senioren geschaffen werden.

Ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) schafft die zukünftige Grundlage für das Leben, Arbeiten und Wohnen im Zentrum von Lüdenscheid. Dazu soll auch die Aktivierung von Leerständen gehören.

Weiter sehen CDU und SPD den Bedarf für ein neues Hotel in Lüdenscheid. Welche Kategorie und welche Standorte in Frage kommen, soll Teil einer Analyse der Stadtentwicklungsgesellschaft unter Regie der Stadtverwaltung sein. Der Standort sollte stadtzentral sein, um mit der Errichtung des neuen Hotels auch eine weitere Belebung der Innenstadt voranzutreiben.

Parkraummanagement soll komplett erneuert werden

Großen Wert legen die Kooperationspartner auf ein komplett neues Parkraummanagement. Mit der Errichtung eines neuen Parkhauses auf dem Standort des Adler-Gebäudes und dem Abriss der Parkpalette Turmstraße werden die Dauerparkplätze von der Parkpalette in das Kulturhaus verlegt. Die Tiefgarage des Kulturhauses würde dann nur noch barrierefreie Parkplätze für Veranstaltungen vorhalten und sonst für den Publikumsverkehr geschlossen werden. Der Parkplatz am Bahnhof soll modernisiert und gegebenenfalls durch ein Parkhaus ersetzt werden.

Hinsichtlich einer überfälligen Modernisierung des Parkplatzes Kirchheim soll es neue Gespräche mit dem Eigentümer geben. Das Management von freien Parkflächen soll digital erfolgen.

"Wohnen in der Innenstadt ist insbesondere für ältere Menschen ein Vorteil, da die kurzen Wege zu Versorgungsangeboten, Ärzten und Gastronomie ihnen besonders zugutekommen. Wir wollen das innerstädtische Seniorenwohnen stärken, beispielsweise auf der Fläche der Parkpalette Turmstraße."

Mehr Grün in die Altstadt

Im Zuge dieser Umgestaltungsmaßnahmen an zentralen Orten in der Innenstadt soll der Stadtkern weiter modernisiert werden. Instrumente sollen die Liberalisierung der Altstadtsatzung hinsichtlich der Begrünung von Fassaden und die Umsetzung des Lichtkonzepts unmittelbar nach seiner Fertigstellung sein. Weiter schwebt den Kooperationspartnern die Überarbeitung der Achse Sternplatz – Rathausplatz vor. Ziel soll es sein, mehr Grün und attraktivere Spielflächen auf beiden Flächen zu realisieren.

Bessere Erreichbarkeit öffentlicher Toiletten, mehr Sitzgelegenheiten und Mülleimer im zentralen Innenstadtbereich sind weitere Punkte.