Knapp 14.000 Menschen haben bei den diesjährigen Zählungen im Juni und August insgesamt fast 7.000 Meldungen über ihre Sichtungen dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und seinem bayerischen Partner (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) gemeldet.
2023 Kein Schmetterlingsjahr
Besonders auffällig in diesem Jahr: Schmetterlinge wurden in den beiden Zählzeiträumen kaum gesichtet. Nabu-Insektenexpertin Dr. Laura Breitkreuz: „2023 ist wirklich gar kein Schmetterlingsjahr. Noch nie wurden uns so wenige Falter gemeldet. Hier spielt sicher die Klimakrise, die extremes Wetter mit sich bringt, sowie der immer kleiner werdende Lebensraum und ein schlechteres Nahrungsangebot eine Rolle.“
„Ursachen müssen erforscht werden„
Vielen Tagfalterarten wie dem ‚Kleinen Fuchs‘, dem ‚Landkärtchen‘ oder dem ‚Schornsteinfeger‘ werde es offenbar zu warm und trocken, so dass sie sich vermutlich in kältere Regionen zurückzögen. Die genauen Ursachen für die geringen Schmetterlingszahlen wären aber nicht bekannt und müssten jetzt dringend erforscht werden, damit etwas gegen den Schwund getan werden könne. Denn Schmetterlinge sind nicht nur schön anzusehen, wie Breitkreuz betont: „Sie sind vor allem wichtige Bestäuber. Zudem brauchen Vögel und Fledermäuse sie als unverzichtbare Nahrung.“

Blaue Holzbiene auf dem Vormarsch
Deutlich häufiger gesichtet als in den Vorjahren wurde die Blaue Holzbiene. Sie schwirrt bei der Jahresrangliste 2023 erstmals auf Platz acht, vorher war sie auf Platz zehn. „Unsere größte Wildbiene hat sich offenbar weiter in ganz Deutschland ausgebreitet.
Durch die wärmeren Sommer findet sie hier gute Lebensbedingungen“, so Breitkreuz. Sie sei durch ihre schwarz-bläuliche Farbe und ihre Körpergröße sowie ihr tiefes Summen so auffällig, dass sie sehr leicht zu erkennen ist – auch Anfänger beim Insektenzählen könnten den dicken blauen Brummer kaum übersehen.
Prominente Unterstützung
Auch in diesem Jahr hatte die Zählaktion „Insektensommer“ prominente Unterstützung: Die Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler, die Moderatoren Ruth Moschner und Ralf Caspers, der forensische Entomologe Dr. Mark Benecke, die Schriftstellerin und Wissenschaftsjournalistin Jasmin Schreiber, der Instagram-Influencer robinga_schnoegelroegel und die bekannte Figur Biene Maja und ihre Freunde (www.diebienemaja-bienenschutz.de) hatten zum Mitzählen aufgerufen.









