Nach dem Brand in einem Firmengebäude in der Straße „Vömmelbach“ in Halver, bei dem die Feuerwehr eine große Menge chemischer Substanzen entdeckt hatte, bestätigte die Polizei am Montag, 11. Mai, den Verdacht, dass es sich bei den Räumlichkeiten um ein professionell betriebenes, illegales Drogenlabor handelt.
"Die Ermittlungen des Kommissariats für Organisierte Kriminalität des Polizeipräsidiums Hagen haben den Verdacht bestätigt, dass es sich bei den aufgefundenen Räumlichkeiten um ein professionell betriebenes Labor zur Herstellung synthetischer Drogen handelt", teilt Tino Schäfer, Pressesprecher der Hagener Polizei, am frühen Montagnachmittag, 11. Mai, mit.
Tonnenweise Chemikalien sichergestellt
Spezialisierte Einsatzkräfte beendeten am Montagmittag die mehrtägigen Arbeiten zur Entsorgung der gefährlichen Stoffe. Dabei stellten sie mehr als 10.000 Liter Syntheseabfälle sicher und transportierten diese fachgerecht ab. In mehreren Reaktoren fanden Ermittler Chemikalien, aus denen mutmaßlich Amphetamin entstehen sollte.
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„Die aufgefundenen Substanzen waren teilweise hochgiftig, weshalb umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich waren“, so Schäfer. Neben der Polizei waren auch die Feuerwehr sowie Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr bestanden: "Der Brand, der letztlich zur Entdeckung des Drogenlabors führte, konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Dadurch wurde vermutlich ein folgenschwerer Großbrand verhindert."
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Hohe Produktionskapazität vermutet
Im Zuge der Durchsuchungen und Ermittlungen stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweismittel, Produktionsanlagen sowie eine scharfe Schusswaffe sicher. Nach bisherigen Erkenntnissen verfügte das Labor über eine Produktionskapazität von mehreren Tonnen Amphetamin.
„Wir gehen davon aus, dass das Labor bereits über Monate betrieben wurde und in dieser Zeit erhebliche Mengen produziert und abtransportiert wurden“, erklärt der Hagener Polizeisprecher. Den Straßenwert der hergestellten Drogen schätzen die Ermittler auf einen Betrag im siebenstelligen Eurobereich.
31-Jähriger in Untersuchungshaft
Polizeibeamte nahmen im Rahmen der Maßnahmen einen 31-jährigen Mann aus dem Märkischen Kreis vorläufig fest. Die Staatsanwaltschaft Hagen beantragte Haftbefehl. Ein Richter am Amtsgericht Hagen ordnete am Freitag, 8. Mai, Untersuchungshaft an. Der Mann steht im Verdacht, am Betrieb des Labors beteiligt gewesen zu sein.
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Ermittlungen dauern an
Die Ermittlungen richten sich nun unter anderem auf die Brandursache sowie mögliche weitere Beteiligte. Ein Brandsachverständiger unterstützt die Polizei. Zudem prüfen die Ermittler, wohin das bereits produzierte Amphetamin gelangte. „Weitere Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden“, so Tino Schäfer.
Polizei bittet um Hinweise
Die Polizei Hagen bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen im Umfeld des Gebäudes gemacht haben, sollen sich unter der Telefonnummer 02331/986-2066 melden.
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Nach Brand in Oberbrügge: Verdacht auf illegales Drogenlabor








