Mit dem Biergericht (BG) und somit der letzten Veranstaltung ihres Schützenfestes veranstalteten die Grünetaler Schützen rechtzeitig vor den Eisheiligen und dem damit verbundenen Wetterumschwung einen munteren Frühschoppen zum Abschluss. Ein fröhliches, friedliches Schützenfest ist nun beendet.
Unter der Leitung von BG-Präses Karsten Tornau und seinen beiden Staatsanwälten Dennis Fischer und Bernd Paulus verurteilten die Biergerichtsschöffen auf der kleinsten Bühne der sechs heimischen Schützenvereine die Schützen, die im vergangenen Jahr Verfehlungen oder Patzer begangen hatten. Zügig vonstatten gingen die Einzelverurteilungen, amüsiert waren zumindest die, die in den ersten Reihen saßen. Die Geräuschkulisse war sehr hoch, sodass nicht immer alle die Hintergründe zu den Präsentationen auf der Bühne mitbekommen konnten. Vereinsinterne Sünden der Schützen lagen im Fokus der Biergerichtsschöffen. Somit waren die Vereinsmitglieder im klaren Vorteil und hatten viel zu schmunzeln. Häufiges Rätselraten war allerdings bei den Vertretern der Nachbarvereine an der Tagesordnung.
Hanno Göhausen schaffte es indem er das Biergericht als Spacko-Biergericht verunglimpfte, sich als Dauergast auf der Bühne zu etablieren. Eigentlich hätte ihm die Überreichung einer sogenannten Stempelkarte bereits zeigen müssen, dass seine Stunden beim BG-Frühschoppen nicht allzu leicht vergehen würden. Immer wieder ging der Ruf an ihn, auf die Bühne zu kommen, wo er sich sein nächstes Urteil abholen durfte, sei es der Genuss von Prangersaft oder das Tragen der Schandgeige. Da er bekannt für seine lockeren Sprüche ist, die er gerne großzügig auch über seine Vereinskollegen loslässt, wussten die Schöffen sich keinen anderen Rat, als ihm das Maul mit einem Knebelball zu stopfen.
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Kevin Duarte Costa, seit Jahren immer für eine Verurteilung gut, erhielt die „Auszeichnung“ zum Gockel des Jahres, aufgrund seiner Eskapaden mit verschiedenen Damen beim gemeinsamen Winterfest der Schützenvereine. Seine Gockelmütze trug er unübersehbar mit einem gewissen Stolz.
Das Sakrileg, bei einem Weinfest vor den Augen eines Winzers zwei verschiedene Weine zu vermischen, büßte Altmajestät Johannes Groll mit der öffentlichen Verkostung bierrichterlicher Weinkreationen. Staatsanwalt Dennis umschrieb die Eigenschaften der Kreationen etwa mit einem Hauch von abgestandenem Obstsalat, der Farbe von Morgenurin und dem Duft von Muff. Kein Wunder, dass sich Groll allein beim Zuhören bereits auf dem Stuhl wand, noch bevor ein Schluck des Rebensaftes seine Geschmacksnerven traf.
Fröhliche Playbacknummern mit bekannten Schlagern luden zum Mitsingen ein und ließen die Stimmung beim Finale noch einmal steigen.








