Die Temperaturen steigen und der Sommer kündigt sich mit mehr als 30 Grad an. Schnell kann es für den ein oder anderen unangenehm und sogar gefährlich werden. „Dabei müssen es nicht einmal über 30 Grad werden, damit ein Hitzenotfall entstehen kann“, betont Rotkreuzleiterin Katharina Mandel. Schon eine leichte Erhöhung der Temperatur, zum Beispiel bei der Gartenarbeit, kann ausreichen. Daher sollte man vorsichtig sein – meistens handelt es sich um mehr als nur einen Sonnenbrand.
Symptome schnell erkennen
Mandel unterscheidet zwei Arten von Hitzenotfällen. Zum einen gibt es den Sonnenstich, der aber erstmal noch harmlos sei, wie die Expertin erklärt: „Die Gefäße im Hirn weiten sich bei Wärme und die Hirnhäute werden belastet. Das führt zu Kopfschmerzen sowie Schwindel“. Kritischer werde es bei einem Hitzeschlag. Dabei kann die Körpertemperatur auf mehr als 40 Grad steigen und der Körper ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu regulieren, geschweige denn sich runterzukühlen. Erste Anzeichen für einen Hitzeschlag erkenne man an Symptomen wie erhöhte Körpertemperatur, Müdigkeit, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen und einer schnellen Atmung. Auch Muskelkrämpfe sowie ein hochroter Kopf könnten auftreten.
„Wenn es wirklich kritisch wird, dann hat man heiße, aber trockene Haut. Dann schwitzt man nicht mehr. Das kann lebensgefährlich sein, denn das schwitzen sorgt ja dafür, dass der Körper die erhöhte Temperatur ausgleichen kann“, warnt Mandel. Daher sollte ein Hitzeschlag schnellstmöglich behandelt werden.
Was tun bei einem Hitzenotfall?
Wenn es tatsächlich ein Hitzenotfall ist, dann sollte sofort gehandelt werden. Der Betroffene sollte sich zügig in den Schatten oder in eine kühlere Umgebung begeben, um der absoluten Hitze zu entkommen. „Wenn kein Schatten zu finden ist, dann hilft es, den Körper mit feuchten Handtüchern abzudecken. Zudem sollte der Oberkörper am besten erhöht positioniert werden“, rät die DRK-Expertin.
Die Betroffenen sollten Wasser oder andere Getränke wie etwa Apfelschorle trinken, „sofern sie nicht bewusstlos sind. Dann sollten man auf keinen Fall versuchen, Flüssigkeiten reinzubekommen“, warnt Mandel vor der Gefahr des Erstickens. Aber Achtung: Es sollten keine eiskalten Getränke sein, denn dann müsse der Körper von selber wieder genügend Wärme produzieren, „was kontraproduktiv wäre“. Kühlen sei – insbesondere bei einem Sonnenstich – ebenfalls eine wirksame Maßnahme, um die erhöhte Körpertemperatur zu senken.
Rettungsdienst alarmieren
Doch wann sollte eigentlich der Rettungsdienst verständigt werden? Katharina Mandel stellt klar: „Sollte es Anzeichen geben, dass es ein Hitzeschlag sein könnte, weil beispielsweise Kaltschweiß produziert wird, der Puls steigt oder die Atmung beschleunigt wird, dann sollte man definitiv den Rettungsdienst verständigen“. Das Gleiche gilt bei Bewusstlosigkeit – in solchen Fällen sollte die betroffene Person in die stabile Seitenlage gebracht werden.
Mandel appelliert, auch bei Unsicherheit über die Situation den Rettungsdienst anzurufen – schließlich könne es sich am Ende doch um einen Notfall handeln.
Bestimmte Altersgruppen am meisten gefährdet
Besonders ältere Menschen und Kleinkinder dürfen nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Auch sie sollten bei Hitze darauf achten, ausreichend zu trinken, um einen konstanten Wasserhaushalt aufrecht zu erhalten.
„Menschen unter Alkoholeinfluss können die Situation noch schlechter einschätzen. Unter einer bestimmten Alkoholmenge ist vielen gar nicht bewusst, wie doll sie der ständigen Hitze ausgesetzt sind.“ Das sei auf Outdoor-Festivals oder Konzerten, wo das Deutsche Rote Kreuz auch präsent ist, gar nicht so selten.
Hitzenotfälle vorbeugen
Um Hitzenotfällen vorzubeugen, ist die richtige Kleidung an warmen Tagen entscheidend. Eine Kopfbedeckung, die Nacken und Kopfhaut schützt, mache schon einen großen Unterschied. Mandel empfiehlt leichte, luftige Kleidung. „Sonnenschutz ist sowieso sehr wichtig und sollte regelmäßig aufgetragen werden.“ Wenn der Tag am See geplant ist, empfiehlt die Leiterin des DRK, sich im Schatten aufzuhalten. Und wenn das nicht möglich ist: „Kontrolliert mit einem Blick auf die Uhr in der Sonne aufhalten.“










