Es war der Wunsch der 54-Jährigen sich noch einmal beruflich neu zu orientieren. Zuvor hatte die Diplom Sozialarbeiterin als Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde und an der Lenneschule gearbeitet. Sie kennt also viele Kinder des Jugendzentrums bereits. „Das war ein bisschen lustig, weil Stephi von den Kindern gesiezt wurde, wurden wir plötzlich auch alle nicht mehr mit Du angesprochen“, erzählt Mitarbeiterin Aylin Dresel. Das habe sich inzwischen aber gelegt und seit einigen Wochen ist die neue Leiterin einfach nur „Stephi“.
„Ich glaube, ich bin schon ganz gut eingearbeitet inzwischen. Das Schöne ist, dass man einfach ganz kreativ sein kann und es gibt ganz viel, was ich machen und ausprobieren möchte“, erzählt Stephanie Stickdorn. Dabei sei es ihr wichtig, auch mit dem Team und vor allem mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Einige Änderungen gibt es bereits. So hat das Jugendzentrum zukünftig dienstags und donnerstags bis 20 Uhr geöffnet, bisher war um 18.30 Uhr Schluss. „Das war der Wunsch und wir haben eine Lösung gesucht, wie wir das umsetzen können“, erzählt die Sozialarbeiterin. Zudem gibt es ab sofort einmal im Monat einen Disco-Abend. Der erste fand bereits statt. „Das war richtig gut und wurde gut angenommen. Ich denke, dass so 25 Jugendliche da waren“, freut sich Stephanie Stickdorn. Außerdem hat die Nachrodter Kurve jetzt einmal im Monat auch samstags geöffnet. Auch das hat bereits einmal stattgefunden. „Da haben wir Seedballs gemacht“, erzählt die Leiterin. Natur, Nachhaltigkeit und politische Bildung seien ihr wichtig. Darauf möchte sie inhaltliche Schwerpunkte legen.
„Es wäre schon schön, wenn die Kinder und Jugendlichen, die uns jetzt hier besuchen, später einmal gerne an uns zurückdenken. Außerdem ist es mir wichtig, den Besuchern Zeit zu schenken. Aber das Jugendzentrum soll auch ein Ort sein, an dem man einfach sein darf“, sagt Stephanie Stickdorn. Sie möchte natürlich zugleich auch Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen sein. Sei es für ein belangloses Gespräch, aber auch um einfach mal seine Sorgen los zu werden. Grundsätzlich sei die offene Jugendarbeit ihrer Meinung nach gut, um Kontakte zu den Jugendlichen zu knüpfen. „Das System ist nicht so starr wie in der Schule. Aber natürlich haben wir auch unsere Regeln und die werden auch eingehalten. Vielleicht bin ich da sogar etwas strenger. Dennoch ist das hier einfach ein ganz anderer Umgang, wenn ich die Jugendlichen in der Freizeit begleite als in der Schule“, betont Stickdorn. Wichtig sei ihr, dass den Besuchern klar ist, dass auch wenn ein Handeln Konsequenzen hat – beispielsweise wenn es Beleidigungen gab oder Vandalismus-Vorfälle – immer klar ist, dass die Tür nicht zu ist: „Ich finde ja nicht den Menschen falsch, sondern die Handlung. Klar, Konsequenzen gibt es, wie beispielsweise eine Woche Hausverbot, aber dann kann man sich auch wieder die Hand reichen. Ich glaube, dass das ganz wichtig ist und so auch eine Verlässlichkeit entsteht“, erzählt die Leiterin.
In ihrer Arbeit hilft ihr ihre berufliche Erfahrung. Lange Zeit hat Stephanie Stickdorn in der ambulaten Jugendhilfe gearbeitet – unter anderem in sozialen Brennpunkten in Duisburg. „Ich glaube es gibt hier fast nichts, was ich noch nicht erlebt habe“, sagt sie lachend. Neben ihrem Diplom ist sie auch Familien- und Sozialtherapeuthin. Sie hat selbst vier Kinder und lebt mit ihrem Mann seit elf Jahren in Nachrodt. Ihr großes Hobby sind ihre Tiere. Sie ist begeisterte Ziegenhalterin, Pferdeliebhaberin und Hundebesitzerin.
Zur Begrüßung war neben Katja Pischke, Leiterin des Evangelischen Jugendreferats, das der Träger des Jugendzentrums ist, auch Bürgermeisterin Birgit Tupat gekommen, die einen Blumenstrauß mitgebracht hatte.
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