Die Führerscheinstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises blickt auf ein arbeitsreiches Jahr 2025 zurück: Rund 23.500 Anträge wurden bearbeitet. Gleichzeitig zeigt die Bilanz, dass insbesondere Verkehrsverstöße weiterhin häufig zum Verlust der Fahrerlaubnis führen.
Sei es die Ersterteilungen von Fahrerlaubnissen, der Umtausch alter Führerscheine in den EU-Kartenführerschein oder die Verlängerungen für Lkw-Fahrerlaubnisse: Die Führerscheinstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises hat im Jahr 2025 insgesamt rund 23.500 Anträge bearbeitet. Im Vergleich zum Vorjahr blieb das Arbeitsaufkommen damit auf konstantem Niveau.
Starke Schwankungen im Jahresverlauf
Weniger gleichmäßig als die Gesamtzahl der Anträge entwickelte sich deren Verteilung über das Jahr. „Nach wie vor müssen bestimmte Jahrgänge ihren Papierführerschein umtauschen – und viele erledigen das erst kurz vor Fristablauf“, erklärt Christian Götte, Leiter der Führerscheinstelle. „Folglich hatten wir ab Oktober eine Vervierfachung der Anträge zu verzeichnen.“
Mehr Entzüge der Fahrerlaubnis
Im vergangenen Jahr verloren 674 Bürgerinnen und Bürger im Ennepe-Ruhr-Kreis ihre Fahrerlaubnis, nachdem sie gegen Verkehrsregeln verstoßen hatten. Im Vorjahr waren es 617. „Das Plus sieht dramatisch aus, ist es aber nicht“, relativiert Götte. Hintergrund sei die neue gesetzliche Regelung zu Fahrten unter Cannabiseinfluss, die im April 2024 in Kraft trat. Viele Fälle hätten zunächst eine aufwendige Prüfung erfordert und seien daher erst 2025 abgeschlossen worden.
Alkohol Hauptursache für Führerscheinentzug
Häufigster Grund für den Verlust des Führerscheins blieb Alkohol am Steuer: In 5 von 10 Fällen hatten die Fahrer zu tief ins Glas geschaut. Es folgen Fahren unter Einfluss von Drogen mit rund 35 Prozent sowie Unfallflucht, Nötigung und andere Delikte mit etwa 15 Prozent. „Bei Fahrern bis 25 Jahren ist das Verhältnis von Drogen und Alkohol nahezu umgekehrt“, weist Götte auf altersbedingte Unterschiede hin.
Punkte, Probezeit und Fahranfänger
Rund 2000 Verkehrsteilnehmer erhielten 2025 eine Verwarnung wegen ihres Punktekontos in Flensburg. Für 112 Kreisbürger hatte die Punktebilanz direkte Folgen: Sie mussten ihre Fahrerlaubnis abgeben.
Bei den Fahranfängern registrierte die Statistik 558 junge Fahrerinnen und Fahrer, die innerhalb der Probezeit einmal oder sogar mehrfach auffielen. 29 überstanden ihre Probezeit nicht. Positiv fällt dagegen das begleitete Fahren ab 17 Jahren auf: Rund 900 Jugendliche nahmen daran teil - in keinem Fall musste die Fahrerlaubnis widerrufen werden, weil der Jugendliche ohne Begleiter fuhr.
Meldungen zu Fahrtüchtigkeit im Alter
Auch Hinweise auf mögliche Einschränkungen bei älteren Verkehrsteilnehmern, bei denen Zweifel an der Fahrtüchtigkeit bestehen, beschäftigten die Führerscheinstelle. Rund 240 entsprechende Meldungen gingen 2025 ein. „Das bedeutet im Vergleich zu den Vorjahren Konstanz“, zieht Götte Bilanz.
Entscheidungen vor Gericht bestätigt
In etwa 30 Fällen legten Betroffene Widerspruch gegen die Entscheidungen der Führerscheinstelle ein. Insgesamt 21 Verfahren endeten im vergangenen Jahr vor dem Verwaltungsgericht oder dem Oberverwaltungsgericht. „In allen Fällen wurde jedoch die Entscheidung der Führerscheinstelle bestätigt“, betont Götte.









