Weniger Straftaten insgesamt, rückläufige Zahlen bei Gewaltdelikten und Wohnungseinbrüchen: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis zeigt insgesamt eine positive Entwicklung – bei zugleich anhaltenden Herausforderungen im Bereich Cybercrime und sexualisierter Gewalt.
Am Montag, 2. März, stellte Landrat Jan-Christoph Schaberick im Zentralgebäude der Polizei in Ennepetal die Kriminalstatistik 2025 für den Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis vor. Unterstützt wurde er dabei vom stellvertretenden Abteilungsleiter Polizei Dominik Helms sowie vom Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminalrat Martin Zabek.
„Die Sicherheitslage für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk der KPB Ennepe-Ruhr-Kreis stellt sich weiterhin als positiv dar“, betonte Schaberick. Der Ennepe-Ruhr-Kreis gehöre damit zu den sichersten Regionen in Nordrhein-Westfalen.
Gesamtzahlen rückläufig
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 11.027 Straftaten registriert — 501 weniger als im Vorjahr (-4,3 Prozent). Die Aufklärungsquote lag mit 50,8 Prozent auf nahezu gleichbleibendem Niveau. Die meisten Straftaten wurden in Hattingen (2537 Fälle) und Schwelm (1856 Fälle) gezählt, die wenigsten in Breckerfeld mit insgesamt 276 Delikten.
Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger lag im vergangenen Jahr kreisweit bei 32,7 Prozent. Der Anteil tatverdächtiger Personen unter 21 Jahren betrug 20,7 Prozent und war damit erneut rückläufig.

Die Kriminalhäufigkeitszahl (KHZ) — sie gibt die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner an und gilt als Gradmesser für die Sicherheitslage — sank auf 4959 (Vorjahr: 5169). Den niedrigsten Wert verzeichnete dabei die Hansestadt Breckerfeld mit 3131, den höchsten Schwelm mit 6640.
„Insgesamt bleibt das Risiko, im Ennepe-Ruhr-Kreis Opfer einer Straftat zu werden, deutlich unter dem Landesdurchschnitt“, hieß es bei der Vorstellung.
Entwicklung in den Deliktfeldern
Kriminalrat Martin Zabek hob hervor, dass entgegen dem Landestrend in den meisten Phänomenbereichen rückläufige Fallzahlen festzustellen seien. So gingen die Rohheitsdelikte auf 1974 Fälle (-9,4 Prozent) zurück, die Gewaltkriminalität sank auf 364 Fälle (Vorjahr: 382), und mit 67 Fällen gab es 18,3 Prozent weniger Raubdelikte. Mord- oder Totschlagsdelikte wurden im vergangenen Jahr keine im Ennepe-Ruhr-Kreis registriert. Jedoch stiegen gefährliche und schwere Körperverletzungen dagegen leicht um 4,9 Prozent auf 259 Fälle an.
Die Wohnungseinbruchskriminalität verringerte sich deutlich auf 316 Fälle (Vorjahr: 384) und liegt damit weiterhin klar unter dem Niveau vor 2017. Leicht gestiegen sind hingegen die Diebstahlsdelikte auf 3583 Fälle (+0,8 Prozent). Auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte bewegten sich mit 1.979 Fällen leicht über dem Vorjahreswert. Ebenso stieg die Zahl der Taschendiebstähle von 2430 auf 2350 registrierte Fälle an.
Sexualdelikte im Fokus
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 563 Fälle erfasst (Vorjahr: 561). Die Zahl der Verfahren wegen Verbreitung, Erwerb oder Besitz kinderpornografischer Inhalte stieg auf 137 Fälle (Vorjahr: 108). Der sexuelle Missbrauch von Kindern sank dagegen auf 63 Fälle (Vorjahr: 72).
Zabek kündigte an, die Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch weiterhin behördenstrategisch in den Fokus zu rücken.
Cyberkriminalität nimmt an Bedeutung zu
Große Bedeutung misst die Polizei auch dem Bereich Cybercrime bei. „Die Computerkriminalität und das Tatmittel Internet erlangen angesichts der zunehmenden Digitalisierung eine herausragende Bedeutung“, so Zabek. 2025 wurden 372 Fälle registriert (Vorjahr: 403) – ein leichter Rückgang, der jedoch nichts an den hohen Anforderungen an Personal und Technik ändere.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Straftaten zum Nachteil älterer Menschen mit überregionaler Tatbegehung auf 71 Fälle (Vorjahr: 45). Zum Vergleich: Im Jahr 2018 wurden lediglich zwölf Delikte dieser Art registriert.
Blick nach vorn
„Kriminalität ist nicht statisch und verändert sich stets“, erklärte Zabek abschließend. Tätergruppen agierten zunehmend intelligenter und perfider. Beispielhaft nannte er Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, bei denen es den Tätern trotz intensiver Präventionsarbeit immer wieder gelinge, hohe Geldsummen zu erbeuten.
Als Schwerpunkte für die kommenden Jahre nannte die Behörde neben der Bekämpfung von Cybercrime und sexualisierter Gewalt insbesondere die Einbruchskriminalität sowie die Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum. Ziel bleibe es, das niedrige Kriminalitätsniveau im Ennepe-Ruhr-Kreis weiter zu sichern und nachhaltig zu senken.
Die ausführliche Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 der Kreispolizeibehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises können Interessierte hier einsehen.











