Für Sven Meurs ist die Fotografie mehr als nur ein Hobby: Sie ist für ihn ein Mittel zur Aufklärung und ein Werkzeug, um durch Schulen in ganz Deutschland zu reisen, mit dem klaren Ziel, Kinder und Jugendliche für die aktuellen Herausforderungen in der Natur zu sensibilisieren und mit ihnen darüber zu diskutieren. Seine Fotografien dokumentieren dabei seine Entdeckungen und sollen dazu beitragen, auf die bestehenden Probleme aufmerksam zu machen.
„Es gibt in der Natur so viel zu entdecken, aber wir dürfen nicht die Dinge übersehen, die nicht gut laufen“, betonte er im Gespräch mit LokalDirekt. Fünf Jahre lang reiste er quer durch die verschiedenen Lebensräume Deutschlands, in die die Humboldtschüler mit eintauchten.
Deutschlands größtes Raubtier in Gefahr
Auf Helgoland entdeckte Meurs Deutschlands größtes Raubtier: Die Kegelrobbe. Es habe „riesigen Spaß“ gemacht, diese zu fotografieren, wie der Profi erzählte. Dass sie jedoch als stark gefährdet gelten, sei alarmierend und dem Menschen zuzuschreiben. In der Vergangenheit wurden diese Tiere gejagt und leiden noch immer: „Einige Kegelrobben verfangen sich in Fischernetzen und können sich nicht mehr befreien. Das kann für sie blutig enden“, erklärte Meurs.

Ein ähnliches Schicksal teilen auch Tölpel. Die Vögel bauen ihre Nester aus Plastikschnüren, die aus der Fischerei stammen. „Sie sammeln alles ein, was glitzert, um ihre Partner zu beeindrucken“, so Meurs. Auch hier bestehe die Gefahr, dass der Müll sich beispielsweise um die Füße der Vögel wickelt. „Wir müssen weniger Müll produzieren“, forderte er.
Auf der Suche nach dem König der Berge
In Kaiserstuhl bei Freiburg gibt es laut dem Fotografen die buntesten Arten des Landes, darunter die Smaragdeidechse, die Gottesanbeterin und den Bienenfresser. Auch einen überaus seltenen aber auffälligen Vogel, den Wiedehopf, entdeckte er mit großer Freude.
Die Futtersuche gestalte sich für Vögel wie den Wiedehopf immer schwieriger, da die Anzahl der Insekten laut der Krefelder Studie abnehme. „Wenn Insekten seltener werden, fehlt ein wichtiges Glied in der Nahrungskette“, bedauerte Meurs.

Hoch ging’s in die Berge: Dort begab sich Meurs auf die Suche nach dem „König der Berge“, den Steinböcken, welcher äußerst schwierig zu finden war. „Wir Menschen haben sie gnadenlos gejagt“, erklärte er. Dabei sei es ein Traum, diese Tiere fotografieren zu können.
Überraschenderweise scheuen die Steinböcke keine Nähe zum Menschen, wie der Experte berichtete. Er verriet, was der größte Vorteil am Fotografieren in den Bergen war: „Drei Tage lang kein Handyempfang“.
Müll überfüllte Städte
Der Lebensraum „Stadt“ ist den meisten Schülern vertraut. „In der Stadt finden Tiere alles, was sie brauchen“, insbesondere Nahrung, die häufig im Müll versteckt ist. Wildschweine, Füchse und Störche lassen sich vermehrt in den Städten blicken. In Deutschland gibt es über 3000 Störche, die jedoch nicht in idyllischen Landschaften leben, sondern auf Mülldeponien. „Sie suchen nach Essbarem, verschlucken aber oft Plastikmüll. Viele von ihnen bleiben mit dem Fuß im Müll stecken“, bedauerte Meurs.










