Hitzig wurde es am Donnerstag, 29. Januar, im Ratssaal. Der Grund dafür: Das geplante Feuerwehrgerätehaus an der Spormecke wird teurer als geplant, statt sechs wird es voraussichtlich neun Millionen Euro kosten. Auch die späte Vorlage der Verwaltung stieß — milde ausgedrückt — auf Unverständnis.

Ungewohnt viele Schalksmühler zog es zur Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Umwelt und Klimaschutz. Anwesend waren nicht nur zahlreiche Mitglieder der Löschgruppe Hülscheid, sondern auch Vertreter der beauftragten Arbeitsgemeinschaft.

Zu Beginn stellte Natascha Bramey vom mit der Planung beauftragten Architekturbüro Bramey und Partner die Pläne rund um das Projekt vor. Bieten soll das neue Feuerwehrgerätehaus den Einsatzkräften nicht nur ausreichend große Umkleiden, Duschen und einen Schulungsraum, sondern auch ein Gefahrenstofflager, Platz für die Stiefelwäsche, separate Zufahrten und eine Photovoltaikanlage.

"Das ist einfach unprofessionell"

Anschließend an den Vortrag äußerte sich Jutta Heedfeld (SPD) kritisch: "Warum reden wir erst jetzt über diese Vorlage, die bereits aus dem vergangenen Jahr stammt? Das finde ich ausgesprochen unglücklich. Erfreulich ist immerhin, dass der Schulungsraum in die Planungen integriert wurde. Ebenfalls unglücklich finde ich die Entscheidung, am Gerätehaus einen Schriftzug mit 'Feuerwehr Hülscheid' anzubringen, die gibt es nämlich gar nicht. Meines Erachtens sollte da 'Feuerwehr Schalksmühle' stehen."

Auch Volker Quinkert (UWG) zeigte sich wenig begeistert: "Die Vorplanung sah Kosten in Höhe von sechs Millionen Euro vor, nun sind wir plötzlich bei neun Millionen — und das bei einer drohenden Haushaltssicherung."

Fachbereichsleiter Ralf Bechtel rechtfertigte die Erhöhung der Kosten wie folgt: "Die erste Kostenschätzung war eine reine Prognose, Vergleichswerte aus der jüngeren Vergangenheit lagen uns nicht vor. Es wurden anschließend noch weitere Räume und Leistungen in die Pläne integriert, die Zahlen sind jedoch so, wie sie jetzt da stehen, valide."

"Das ist einfach unprofessionell", erklärte Marc Fürst (SPD), der selbst in der Feuerwehr aktiv ist. Er hinterfragte "gerade vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage" die Gründe für die Kostensteigerung. Ebenso wie Jutta Heedfeld befand er aber die Integration des Schulungsraums in das neue Feuerwehrgerätehaus für richtig, anstatt diesen am alten Standort zu belassen.

"Die Planungszeiten für solch komplexe Bauvorhaben sind nun mal sehr lang"

Fachbereichsleiter Ralf Bechtel führte aus, dass der Zeitpunkt der Vorlage sogar noch vor der Frist läge — normalerweise hätte die Planung erst ab dem Bauausschuss am 10. Februar thematisiert werden müssen. Darüber hinaus, so Bechtel weiter, seien die Planungszeiten für solch komplexe Bauvorhaben nun mal sehr lang. Und merkte an, dass man sich bemüht habe, "dass die Vorlage keine reine Tisch-Vorlage wird." Die gestiegenen Kosten erklärte er damit, dass es sich zu Beginn um reine Schätzungen gehandelt habe, und man auch kostspielige Details wie den Meldekopf dabei nicht berücksichtigt habe. Zudem sei beispielsweise ein Aufzug vorgeschrieben, damit der Schulungsraum barrierefrei erreicht werden kann.

"Ich war zunächst auch überfahren"

André Trimpop (UWG), Ausschussvorsitzender, zeigte sich verständnisvoll: "Ich war von den erhöhten Kosten zunächst auch überfahren und dementsprechend kritisch eingestellt. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um einen Luxusbau, weshalb ich die Planung nach wie vor befürworte." Er schlug außerdem vor, entsprechende Fördermöglichkeiten zu prüfen und dabei beispielsweise auch das Thema "Katastrophenschutz" aufzugreifen.

"Das ist ein heftiger Schluck aus der Pulle"

Kritik kam wiederholt seitens der UWG. Claudia Bremicker zeigte sich empört: "Von sechs auf neun Millionen, das ist ein heftiger Schluck aus der Pulle. Ich rechne mittlerweile mit rund zehn Millionen Euro", konstatierte sie. Außerdem hinterfragte sie die Zusammensetzung der Planungshonorare in Höhe von 900.000 Euro — immerhin zehn Prozent der Gesamtkosten, wie Volker Quinkert (UWG) ergänzte.

"Die Honorare sind in diesem Fall unglaublich günstig, üblicherweise liegen die für solche Projekte viel höher", erklärte Fachbereichsleiter Ralf Bechtel. Normalerweise lägen diese bei 20 bis 25 Prozent. Jörg Weber (CDU) pflichtete ihm bei: "Ich sehe hier keine goldenen Wasserhähne. So eine Kostensteigerung bei Bauprojekten dieser Größenordnung ist heutzutage ganz normal."

Auch Stefan Klotz (FDP) befand die Honorarkosten für "schnuckelig". Sorgen würde er sich vielmehr um die Folgekosten machen, zum Beispiel für Möbel, technische Geräte und die Ausstattung der Außenanlage. Anschließend fragte er den ebenfalls anwesenden Marc-André Kahlert, Löschzugführer der Löschgruppe Hülscheid, ob er zufrieden mit der Planung sei. Dieser bestätigte: "Wir sind absolut zufrieden — auch, weil wir so früh in die Planung einbezogen wurden. Das wird ein zukunftsträchtiger Bau für die Gemeinde Schalksmühle."

Das Gremium stimmte abschließend mehrheitlich über die Vorlage ab — bei einer Enthaltung seitens der UWG. Über die Baukosten soll im Bauausschuss entschieden werden.