Das Schalksmühler Unternehmen Heinz Meise GmbH, Hersteller von Produkten der Medizintechnik, bot zwei Ausbildungsplätze an: die offene Stelle zur Fachkraft für Lagerlogistik konnte besetzt werden, die zum Industriekaufmann nicht.
„Zu wenige haben sich beworben“, teilte das Unternehmen auf Anfrage von LokalDirekt mit. Jedoch gestand es ein, die Stellenangebote „zu spät ausgeschrieben“ zu haben. Eine Verlängerung der Bewerbungsfrist bis zum 1. September ist nicht vorgesehen. Stattdessen wird der freie Ausbildungsplatz für das Jahr 2023 angeboten.
Warum immer mehr Unternehmen kurz vor dem Ausbildungsstart von einem „Nachwuchsmangel“ sprechen, erklärt sich der Betrieb folgendermaßen: „Heutzutage ist die Möglichkeit zu studieren deutlich einfacher geworden“ und treibe immer mehr junge Menschen in die Großstadt. Das kann Folgen haben. Schließlich wolle Meise Menschen ausbilden und eine Perspektive auch für das Unternehmen schaffen.

Auch das Halveraner Unternehmen Escha GmbH & Co. KG scheint dieses Jahr mit fehlenden Azubis rechnen zu müssen. Von sechs Ausbildungsplätzen, zum
- Zerspanungsmechaniker,
- Werkzeugmechaniker,
- Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik,
- Industriemechaniker,
- Elektroniker für Betriebstechnik
- und zur Fachkraft für Lagerlogistik
sind die Hälfte unbesetzt.
Mit drastischen Konsequenzen rechnet der Hersteller industrieller Steckverbinder und Anschlussstechnik nicht. Auch wird es bei Escha keine Verlängerung der Bewerbungsfrist geben.

Das Lüdenscheider Unternehmen Schriever GmbH & Co. KG versucht, das Problem der Azubi-Not mit einem neuen Ansatz zu lösen: Mit Quereinsteigern. So plant der Schraubenhersteller vorerst, mit Seiteneinsteigern die Lücke zu schließen und ab nächstem Jahr wieder eigenen Nachwuchs zum Kaltumformer auszubilden.
„Den Ausbildungsplatz zum Industriekaufmann konnten wir besetzen – eine Stelle zum Fachlageristen ist noch offen“, erklärt Geschäftsführer Jan Schriever im Gespräch mit LokalDirekt.

Ähnlich wie Schriever geht auch der Halveraner Omnibusbetrieb Busch vor: „Wir nehmen oftmals Quereinsteiger, die dann auch neben den regulären Ausbildungsterminen beginnen“, erläutert der kaufmännische Angestellte Leon Scheffzik. Sind die Ausbildungsberufe „Berufskraftfahrer“ und „Kaufmann für Büromanagement“ bis August nicht besetzt, „sollen die Anzeigen bis September bzw. sogar noch weiter verlängert werden.“










