Die SPD soll mit Eva Kitz, Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Iserlohn in den Wahlkampf für die Landtagswahl im kommenden Jahr gehen. Das hat der Stadtverbandsvorstand jetzt einstimmig beschlossen.
Eva Kitz soll im Landtags-Wahlkreis 121 Märkischer Kreis I mit den Städten und Gemeinden Iserlohn, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde und Werdohl antreten. Die Nominierung der gelernten Krankenschwester soll bei der Wahlkreisdelegiertenkonferenz am 8. Mai im Städtischen Saalbau in Iserlohn-Letmathe stattfinden. Für den 13. Juni ist der Landesparteitag terminiert. Dann hoffen die Sozialdemokraten auf einen vorderen Listenplatz für die Bewerberin aus der Waldstadt.
„Wir haben imVorfeld alle Ortsverbände angeschrieben und um ihre Meinung gebeten. Es wurden keine anderen Bewerberinnen oder Bewerber vorgeschlagen“, so Stadtverbandsvorsitzender Michael Scheffler.
Sechs Bewerber 2022
Bei der Landtagswahl 2022 war Anja Ihme für die Sozialdemokraten angetreten. „Sie hat einen guten Wahlkampf gemacht“, loben Kitz und Scheffler deren Einsatz. Die Wählerinnen und Wähler hatten das mit 29,5 Prozent bei den Erststimmen und 27,6 Prozent bei den Zweitstimmen honoriert. Klarer Wahlsieger war Thorsten Schick von der CDU mit 41,5 Prozent, mittlerweile Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Düsseldorfer Landtag. Mit John Haberle (†), Bündnis90/Die Grünen, Alexander Lilienbeck (FDP), Nancy Wolff (Die Linke) und Klaus Laatsch (AfD) hatte Ihme weitere Mitbewerber.
Nicht nur „Zählkandidatin“
„Der Wahlkreis braucht eine verlässliche Stimme in Düsseldorf“, so Eva Kitz. Als reine Zählkandidatin sieht sich die 49-Jährige nicht, auch wenn die Ausgangslage für die Sozialdemokraten aktuell nicht erfreulich ist. „Wir wollen nicht am Katzentisch sitzen“, sagt Michael Scheffler, und hofft auf einen aussichtsreichen Listenplatz für Eva Kitz. Schon als Schülersprecherin an der Gesamtschule Iserlohn-Nussberg sei ihr Interesse für die Sozialdemokraten geweckt worden. „Endgültig politisch geprägt hat mich dann eine Veranstaltung mit Oskar Lafontaine“, erinnert sie sich.
Gesundheit, Bildung und gute Arbeit
„Ich kandidiere für den Landtag, weil drei Dinge über den Zusammenhalt unserer Gesellschaft entscheiden: Gesundheit, Bildung und gute Arbeit“, steckt Eva Kitz ihr Themenportfolio ab. „Ich bin gelernte Krankenschwester. Auch wenn diese Zeit einige Jahre zurückliegt, hat sie mich geprägt. Sie hat mir gezeigt, was Verantwortung bedeutet — und was passiert, wenn Systeme unter Druck geraten. Genau das erleben viele Beschäftigte im Gesundheitswesen heute: Personalmangel, Zeitdruck und eine enorme Belastung — und oft das Gefühl, dass politische Entscheidungen an der Realität vorbeigehen“, erklärt die Sozialdemokratin.
Krankenhauspolitik hoch problematisch
Die Krankenhauspolitik der Landesregierung ist für Regionen wie unseren Wahlkreis hoch problematisch. Sie schaffe Verunsicherung statt Stabilität. Dabei gehe es um Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und um das Vertrauen der Menschen, im Ernstfall gut versorgt zu sein. Eva Kitz: „Krankenhäuser sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge — sie dürfen nicht kaputtgespart werden.“
Eltern brauchen Planungssicherheit
In Kitas, Offenen Ganztagsschulen und Schulen fehle es an Fachkräften, Verlässlichkeit und langfristiger Finanzierung. „Bildung beginnt früh — und sie darf nicht vom Wohnort abhängen. Eltern brauchen Planungssicherheit, Kinder brauchen Qualität und Zeit.“ Und schließlich gehe es um gute Arbeit. „Unser Wahlkreis ist eine starke Industrieregion im Wandel. Transformation gelingt nur, wenn Beschäftigte Sicherheit, Perspektiven und Qualifizierung haben – und wenn Tarifbindung und Mitbestimmung gestärkt werden. Strukturwandel darf nicht zulasten der Beschäftigten gehen.“
Kommunen allein gelassen
Als Kommunalpolitikerin sehe sie täglich, wie Landespolitik vor Ort ankomme — und wo Kommunen zu oft allein gelassen würden. „Genau deshalb möchte ich diese Perspektive in den Landtag einbringen. Ich kandidiere, weil unser Wahlkreis eine starke, verlässliche Stimme in Düsseldorf braucht — für Gesundheit, für Bildung und für gute Arbeit“, so Eva Kitz.












