So emotional wird es nicht immer in der Iserlohner Eissporthalle. Vor dem Ligaspiel gegen Bremerhaven am Sonntag, 8. März, wurde ein Mann verabschiedet, der über viele Jahrzehnte sowie durch alle Aufs und Abs den schnellsten Mannschaftssport der Welt in der Waldstadt begleitet hat: Armin Busch sagte nach 47 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit in verschiedenen Funktionen „tschüs“.

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"Habe nichts davon gewusst"

„Es war sehr, sehr emotional — eigentlich wollte ich keine offizielle Verabschiedung. Davon habe ich auch nichts gewusst. Und die Choreo auf den Stehplätzen passte auch noch genau dazu“, war der 57-Jährige dann doch sehr gerührt. Alle etwa 30 Ehrenamtliche, die bei jedem Roosters-Spiel für einen geordneten Ablauf sorgen, hatten sich auf dem Eis versammelt — die Schiedsrichter-Betreuer ebenso wie die Zeitnehmer, die Türöffner an den Strafbänken, der Stadionsprecher, das Team, das die Werbetafeln bedient und die „Gockel-Crew“ um Maskottchen Icey. Fans und Offizielle feierten Armin Busch mit stehenden Ovationen. Er durfte sogar symbolisch den Puck für das Spiel einwerfen, flankiert von Roosters-Kapitän Daniel Fischbuch und Bremerhavens Ziga Jeglic.

Armin Busch holte sich auf dem Eis den verdienten Beifall aller ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie der Roosters-Fans ab.
Foto: Hendrik Klein

29 Jahre Lose verkauft

Der gelernte Werkzeugmacher war zuletzt vor allem das Gesicht des Losverkaufstandes. Gleich rechts neben dem Haupteingang hat er bei jedem Heimspiel der Roosters bis zu 1000 Lose an Mann und Frau gebracht. „Mich nannten sie den Tombola-Chef. Nein, wir waren ein Team“, möchte Armin Busch nicht herausgehoben werden. „Wir hatten gut 500 Stammkunden, die kamen bei jedem Spiel Lose kaufen. Einige von ihnen haben sogar ihre Losnummern auf Lebenszeit“, verrät der 57-Jährige. Nicht nur deshalb war es ein reges Treiben bei seinem letzten Dienst am Losverkaufstand. „Viele sind gekommen, um sich persönlich zu verabschieden. Ich habe viele Selfies mit ihnen zur Erinnerung gemacht“, verrät Busch.

Beim Heimspiel gegen Bremerhaven am 8. März 2026 stand Armin Busch zum letzten Mal am Loverkaufstand.
Foto: Hendrik Klein

Zu Fuß von Westig nach Iserlohn

In eine Funktion beim Eishockey gekommen ist der Hemeraner, der selbst hobbymäßig spielte, nach der Pleite des damaligen ECD Iserlohn. Das war im Dezember 1987, nach dem Auswärtsspiel in Frankfurt war Schluss. „Wir sind immer von Hemer-Westig zu Fuß nach Iserlohn gegangen und haben vorher beim 'Stadtspiegel' angerufen. Der hat immer Eintrittskarten verlost. In Iserlohn fand ein Juniorenspiel statt, und wir haben gesagt, das schauen wir uns mal an", erzählt er.

So rutschte Armin Busch 1992 in die verschiedensten Funktionen im Nachwuchsbereich hinein, wurde quasi dessen „gute Seele“ — von den Eltern über die Bambinis bis zur 1b-Mannschaft. Armin Buch saß an der Zeitnahme, war Stadionsprecher bei den Heimspielen der Nachwuchs-Teams und Betreuer der Junioren, die er auch auf deren Auswärtsfahrten begleitete.

Und: Er fand sogar sein persönliches Glück, Ehefrau Marion nämlich, im Zuhause der Kufenflitzer.

2001 Bruch mit dem Nachwuchs

Der gebürtige Detmolder, der sich wegen seines damals in Hemer stationierten Vaters als Soldatenkind bezeichnet, arbeitete bis 2001 im Nachwuchsbereich mit. „Dann gab es Unstimmigkeiten mit dem Vorstand, und ich bin gegangen“, erklärt der 57-Jährige rückblickend, ohne Gründe nennen zu wollen.

Aus dem Nachwuchs kannte er Günther Kapfer gut, der später zur Betreuer-Legende des Profi-Teams wurde, und Gerhard Jahrend. „Günther hatte die Idee mit dem Losverkauf, und Gerhard Jahrend hat mich angesprochen. So begann das 1997“, weiß Busch noch genau. Von da an hieß es bei jedem Heimspiel: acht Stunden Dienst in der Eissporthalle. „Wir haben drei Stunden vor Spielbeginn den Stand aufgebaut, die Lose mussten eingetütet werden.“ Zu gewinnen gab es jedes Mal ein Trikot und einen Eishockey-Schläger.

Mitbegründer des Eishockey-Museums

Eishockey, das war bisher für Armin Busch aber viel mehr als nur der Nachwuchs und sein Losverkaufstand. Er gehörte zu den Gründervätern der Fanclubs „Bully Express“ und „Bauernpauer“. Er ist ebenso Gründungsvater des Eishockeymuseums „Puck“ am Sauerlandpark in Hemer. Zu den Öffnungszeiten zwischen 13 und 17 Uhr führt er an den Öffnungstagen, wenn er Dienst hat, interessierte Besucher durch das Museum und hat über die Eishockey-Historie im Sauerland viel zu erzählen.

Armin Busch durfte beim Heimspiel am 8. März den Puck einwerfen, links Roosters-Kapitän Daniel Fischbuch und rechts Ziga Verlic von den Pinguins Bremerhaven.
Foto: Hendrik Klein

Mehr Zeit für Schalke 04

Jetzt soll also Schluss sein mit alledem. „Irgendwann muss man ja Kürzertreten. Auf dem Höhepunkt soll man bekanntlich aufhören. Jetzt sind mal andere dran“, verabschiedete sich Armin Busch aber durchaus auch mit einem weinenden Auge. Ganz ohne Eishockey muss er allerdings nicht auskommen: „Die Roosters haben mir angeboten, dass ich zu jedem Heimspiel eine Freikarte bekommen kann, wenn ich möchte“, verrät Armin Busch. Jetzt hat der leidenschaftliche Schalke-Fan auch mehr Zeit, die Spiele seines Lieblingsclubs zu verfolgen. Busch: „Am letzten Spieltag gegen Braunschweig bin ich in der Arena auf Schalke. Dann hoffe ich auf eine Aufstiegsfeier.“