Etwa 30 Vertreterinnen und Vertreter von heimischen Unternehmen, der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung (GWS) Märkischer Kreis, der Hemeraner Lungenklinik sowie der Förderschule An der Höh des Kreises in Lüdenscheid trafen sich jetzt bei der Abfallentsorgungsgesellschaft Märkischer Kreis (AMK) an der Giesestraße in Iserlohn. Sie waren zusammengekommen, um „Zwischenbilanz“ zu ziehen im aktuellen Projekt „Ökoprofit Märkischer Kreis“. Und diese Bilanz kann sich sehen lassen.

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200.000 Euro eingespart

Beim Unternehmen AB-Tec in Iserlohn, einem Hersteller von Thermoplastischem Klebstoff mit 27 Mitarbeitern, konnten die Abfallmengen reduziert, die Mülltrennung verbessert, das Umweltbewusstsein bei den Mitarbeitenden geschärft und der Wareneinsatz reduziert werden. Es konnten 17 Tonnen Abfall und damit 5000 Euro eingespart werden. Beim Wareneinsatz sanken die Kosten sogar um 200.000 Euro.

60 Prozent weniger Folienverbrauch

Von positiven Effekten konnte auch die Firma Burgtec Systemlösungen aus Iserlohn berichten. Beim Auftragsfertiger mit 65 Mitarbeitenden im Industriegebiet Iserlohn-Kalthof konnte auf 50 bis 70 Prozent der Reinigung von Bauteilen verzichtet werden. Der Folienverbrauch verringerte sich um bis zu 60 Prozent, der Einsatz von Verpackungsmaterialien um zehn Prozent. Die Firma richtete Fahrrad-Parkplätze mit Ladestation ein, erlaubt Mitarbeitenden dort ihre E-Fahrzeuge zu laden und hat den Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge umgestellt.

Insgesamt 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellte ihre Projekte vor und interessierten sich für die der anderen.
Foto: Hendrik Klein

„Markt der Möglichkeiten“

160.000 Kilowattstunden Strom konnte die Lungenklinik Hemer durch die Abschaltung der Lüftungsanlage einsparen. Das Abfallmanagement wurde auch hier verbessert, durch die Ausschaltung der 300 PCs, wenn sie nicht gebraucht werden, konnte Strom gespart werden. Die Verpflegung erfolgt jetzt mit weniger Fleisch. Beim geplanten Umwelttag ist in diesem Jahr ein „Markt der Möglichkeiten“ geplant.

Nächtliche Beleuchtung abgeschaltet

Die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung (GWS) Märkischer Kreis hat die nächtliche Beleuchtung ihres historischen Gebäudes am Sitz in Altena abgeschaltet, die Heizungssteuerung nachts angepasst. Es wird weniger, und wenn nur noch Recyclingpapier verwendet. Die Abfallsortierung ist optimiert, ein Balkonkraftwerk geplant. Im Mai wird der Diesel angetriebene Firmenwagen durch ein E-Fahrzeug ersetzt. Alle GWS-Veranstaltungen sind klimaneutral.

Energiesparende Motoren

130 Mitarbeitende hat die Firma Krutmann aus Menden. Der Spezialist für komplexe Bauprojekte hat zudem zwei Tochterunternehmen. Bei den Baufahrzeugen setzt Krutmann auf energiesparende Motoren, auf Fahrgemeinschaften zu den Baustellen, auf Mülltrennung und Abfallvermeidung durch Recycling. Dach und Fenster des Bürogebäudes wurden energetisch erneuert, eine Photovoltaikanlage installiert. Es werden weitere E-Autos angeschafft und eine neue Heizungsanlage eingebaut.

Prokurist Marcel Krings stellte die Maßnahmen der GWS vor. Rechts im Bild: Dr. Stefan Große-Allemann von B.A.U.M. Consult.
Foto: Hendrik Klein

Begleitheizung abgebaut

Eine „Ackerdemie“ und einen „Hupendomarkt“ hat die Schule an der Höh, Förderschule des Märkischen Kreises, für seine 318 Schülerinnen und Schüler, 70 Lehrkräfte und 70 Integrationshelfer eingerichtet. Die Jungen und Mädchen unterstützen eine Schule in Afrika. In der Schul-Cafeteria wird der Abfall getrennt, die Begleitheizung wurde abgebaut und durch 20 Durchlauferhitzer ersetzt. Es wurde ein sechsköpfiges „Ökoprofit“-Team gebildet. Die Schule braucht dringend einen Erweiterungsbau, am 9. Mai ist ein Schulfest geplant.

Rohstoffbeschaffung optimiert

Seit 20 Jahren ist das Unternehmen Metals CS aus Menden als Beraterfirma fürKunden aus der Metallindustrie tätig. Hier wurden die Rohstoffbeschaffung verbessert, Abfallkreisläufe und Fertigungsprozesse angepasst. Metals hat auf bleifreie Legierungen umgestellt, der Fuhrpark komplett auf Elektrofahrzeuge gewechselt. Das hat 46 Prozent Kraftstoff eingespart. Mitarbeitende können Homeoffice nutzen, das spart Fahrstrecken und reduziert Pendlerstress. Außerdem wird ein Bike-Leasing angeboten.

Strom- und Gasverbrauch gesenkt

Effekte durchs „Ökoprofit“ hat auch die Lüdenscheider Firma Schmerbeck Verbindungstechnik erzielt. Beim Schraubenhersteller konnten Strom- und Gasverbräuche gesenkt werden, es wurde auf LED-Beleuchtung und Beleuchtungsmelder umgestellt. Die Heizungsanlage wurde CO2-neutral optimiert.

Insgesamt haben 60 Unternehmen teilgenommen

Von den Zwischenergebnissen war Dr. Stefan Große-Allemann von B.A.U.M. Consult, die das „Ökoprofit“-Projekt im Märkischen Kreis betreut, beeindruckt. Er hatte alle teilnehmenden Betriebe und Institutionen besucht. Einen Beitrag für die Umwelt leisten, und natürlich auch Kosten für das eigene Unternehmen einsparen: Das ist das Ziel auch der in diesem Jahr teilnehmenden Betriebe und Gesellschaften.

Für die GWS ist es aktuell die sechste Runde beim „Ökoprofit“. Bisher haben rund 60 Unternehmen daran teilgenommen. Das nächste Treffen ist bereits terminiert: Es findet am Mittwoch, 4. März, in der Hemeraner Lungenklinik statt. Zum Abschluss der Zwischenbilanz konnten die Teilnehmenden noch einen Blick hinter die Kulissen des Iserlohner Müllheizkraftwerks werfen.