Gestresste Mütter und Väter, die eilig auf den Parkplatz fahren, um ihre Kinder abzusetzen – diese beinahe alltägliche Szenerie ist dem stellvertretenden Schulleiter der Grundschule Spormecke, Pierre Watzlawik, bereits vertraut. „Es ist zu beobachten, dass Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schule bringen, oft in Zeitnot geraten. In solchen Situationen neigen sie dazu, rasch auf den Parkplatz zu fahren“, erklärt er im Gespräch mit LokalDirekt. Obwohl die Grundschule bisher keine Unfälle beklagen musste, sind Eltern-Taxis auch schon Thema in Schulkonferenzen gewesen.

Das NRW-Verkehrsministerium hat nun in einem Erlass geregelt, dass Kommunen Straßen vor Schulen zeitweise sperren dürfen. Watzlawik erklärt in diesem Zusammenhang, dass Elterntaxis generell nicht das Hauptproblem vor der Grundschule Spormecke seien. Schließlich gebe es ausreichend Platz auf dem Parkplatz vor der Schule. Dennoch würden hin und wieder schwierige und vermeidbare Situationen entstehen. „Es ist diese Hektik, das schnelle Rein- und Rausfahren, das sich ändern muss“, erklärt er. Glücklicherweise handele es sich dabei jedoch nicht um die Mehrheit der Eltern, sondern nur um vereinzelte Fälle.
Fahrrad statt Elterntaxi
In der Vergangenheit hat die Grundschule Spormecke in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schalksmühle darüber nachgedacht, wie man die Verkehrssituation am frühen Morgen beruhigen könnte. Eine Idee war, Temposchwellen auf dem Parkplatzbereich zu installieren. Allerdings wurde diese Idee schnell verworfen. „Aufgrund des Straßenbelags ist das nicht umsetzbar. Zudem würde es den Winterdienst beeinträchtigen“, erklärt Watzlawik. In der Vergangenheit gab es auch Phasen, in denen die Polizei präsent war, um die Situation zu beobachten.
Statt auf Temposchwellen zu setzen, konzentriert sich die Schule eher auf die Förderung von umweltfreundlichen Alternativen – denn Elterntaxis an der Grundschule Spormecke sind nicht die Regel, wie Watzlawik feststellt. Viele Kinder legen den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück. In der Vergangenheit wurden verschiedene Aktionen, wie etwa „GehMit“ im Rahmen der Mobilitätswoche, durchgeführt. Dabei wurden die Grundschüler ermutigt, so oft wie möglich zu Fuß zur Schule zu gehen und dabei Punkte zu sammeln. Die Klasse mit den meisten gesammelten Gehminuten erhielt schließlich eine kleine Überraschung für die Klassenkasse.
„Wir möchten Kinder und ihre Eltern dazu ermutigen, auf Elterntaxis zu verzichten, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist“, erklärt Watzlawik. Fahrgemeinschaften werden ebenfalls begrüßt, um den Verkehr zu entlasten. „Es ist wichtig, Rücksicht auf die Kinder zu nehmen. Ansonsten funktioniert unser System auf dem Parkplatz recht gut“, fasst er zusammen.
Das sagt die Gemeinde Schalksmühle
Im Schalksmühler Rathaus war der Erlass des NRW-Verkehrsministeriums bereits Thema. Ob es seitens der Gemeinde Schalksmühle Handlungsbedarf für die Grundschule Spormecke und die Primusschule gibt, werde derzeit noch geprüft. Silvia Gonzalez von der Gemeinde Schalksmühle erklärt, dass Sperrungen an der Spormecke etwas schwieriger seien, da auch Busse auf den Parkplatz fahren würden. „Entsprechende Beschilderungen zu den Elternparkplätzen gibt es bereits, hier läuft es auch etwas besser als an der Primusschule“, sagt sie. Am Löh stehe die Polizei regelmäßig und beobachte den Verkehr am Morgen, um sicherzustellen, dass auch die Halteverbots-Beschilderungen eingehalten werden. Das Halteverbot wurde vor etwa anderthalb Jahren eingeführt. „Leider hält sich nicht jeder daran“, bemerkt Gonzalez bezüglich der Verkehrssituation. Zudem befindet sich nur wenige Meter neben der Primusschule auch die Kita Löh, deren Kinder ebenfalls mit dem Auto gebracht werden.

Das Thema „Elterntaxis“ beschäftigt also viele Akteure: Schulen, Kommunen und die Polizei. In Kürze sollen alle drei Parteien zusammenkommen, um die Problematik gemeinsam zu erörtern. Denn es müssten nicht nur die Bedürfnisse der Schulkinder berücksichtigt werden, sondern auch die der Anwohner sowie der Post- und Lieferverkehr und anderer Verkehrsteilnehmer. Sollte sich herausstellen, dass Straßensperrungen aufgrund der bestehenden Halteverbote nicht erforderlich sind, wären zusätzliche Verbote nicht zielführend. „Wir befinden uns in Gesprächen und behalten die Lage im Auge“, sagt Gonzalez abschließend.










