Vom Beckenrand springen und 25 Meter schwimmen – das ist leichter gesagt als getan für die 18 Kinder, die noch bis zu den Sommerferien an einem Schwimmkurs im Aquamagis teilnehmen. Ziel ist das Seepferdchen, das erste Abzeichen, das Frühschwimmer erwerben können. Die Kinder stammen aus der Ukraine, aus Eritrea, dem Iran, aus Syrien, Afghanistan und der Mongolei. Sie nutzen ein Angebot, das Gudula Mueller-Töwe vom Diakonischen Werk zusammen mit dem Schwimmverein Plettenberg entwickelt hat.
Der Kurs läuft seit dem 3. Mai. Einmal pro Woche treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Chef-Trainerin Kristin Thomas und zwei ausgebildeten Rettungsschwimmern für 90 Minuten, um ihrem Ziel näher zu kommen. Der Kurs findet außer der Reihe statt, da für Mädchen und Jungen dieser Altersgruppe sonst keine Anfängerkurse angeboten werden. Nur so haben die Kinder und Jugendlichen noch eine Chance, mit fachlicher Unterstützung Schwimmen zu lernen.
„Der Kurs ist nicht nur ein interessantes Freizeitangebot für die Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 17 Jahren“, sagt Gudula Mueller-Töwe. Für viele ist er auch etwas Besonderes. „Ein 17-jähriges Mädchen aus Afghanistan hat sich für die Veranstaltungen den ersten Badeanzug ihres Lebens gekauft.“
Zudem kann der Seepferdchen-Kurs den Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zur Integration helfen. Alle sind Mitglieder im Schwimmverein Plettenberg geworden. „Wir hoffen natürlich, dass sie nach dem Kurs Angebote finden, die ihnen zusagen“, sagt Gudula Mueller-Töwe. Die Kooperation mit Vereinen sei wichtig. Nur so könnten die Angebote nachhaltig wirken.
Das Projekt beruht auf einer von vielen Ideen, die Gudula Mueller-Töwe immer wieder entwickelt. „Es dauerte gerade mal einen Monat, bis alles perfekt war“, berichtet sie. Sie sei beim Schwimmverein Plettenberg gleich auf eine große Bereitschaft gestoßen. Auch das Aquamagis zieht mit. Es hat für diesen Schnupperkurs eine Stunde Bahnzeit freigeräumt.
Auch die Eltern seien sehr aufgeschlossen. „Ich habe viele Rückmeldungen erhalten, in denen sich die Eltern bedanken.“ Sie seien froh darüber, dass ihre Kinder Schwimmen lernen und einmal die Woche Spaß im Aquamagis hätten.
So wird der Sprung vom Beckenrand zum Symbol für den Sprung in ein neues Leben.








