Den Abschluss der Tagestour bildete die offizielle Abendveranstaltung im Schloss Bedburg, bei der die neue Städtepartnerschaft von Pardes Hannah Karkur und Bedburg im Beisein der Halveraner Delegation gebührend gefeiert wurde.




Waren die ersten Redebeiträge von Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach, der von Yossi Meiri vorgetragenen Grußbotschaft von Hagar Perry Yagur, der Bürgermeisterin von Pardes Hannah Karkur – sie war verhindert, da sie erst kürzlich Mutter geworden ist -, und von Andreas Becker von der Staatskanzlei NRW für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung interessant, aber recht nüchtern, wusste Halvers Bürgermeister Michael Brosch mit seiner unnachahmlich humorigen Art gleich das ganze Publikum auf seine Seite zu ziehen, ließ dabei aber auch den Hinweis auf Halvers dunkle Geschichte nicht aus und erwähnte etwa, dass in Halver schon 1926 eine der ersten NSDAP-Ortsgruppen deutschlandweit gegründet wurde, sich im April 1930 eine SA-Truppe formierte, Hermann Göring bereits 1931 eine Rede auf der Karlshöhe hielt oder bereits im Januar 1932 der „Dreschflegel – Nationalsozialistisches Kampfblatt für Halver und Umgebung“ zum ersten Mal publiziert wurde.

Brosch schlug auch den Bogen zur einer besonderen Verbindung zwischen Halver und Bedburg: War doch der Halveraner Vikar Josef Neunzig in Bedburg geboren. Weil er polnischen Arbeitern geholfen hatte, landete er 1941 im Konzentrationslager Dachau und kam wenige Wochen nach Kriegsende nach Halver zurück.
Im Anschluss an die Ansprachen beantworteten die drei israelischen Gäste Hanna Monin, ihre Tochter Daphna Arditi und ihr Neffe Yossi Meiri bereitwillig die Fragen von Sascha Solbach und Anna Noddeland. Hanna Monin erzählte von ihrer bewegten Kindheit und Yossi Meiri berichtete, dass er am Nachmittag an einer Brücke auf einer Gedenktafel den Namen seines Vaters (Hans Münchhausen) entdeckt habe und über diesen Fund sehr ergriffen war, weil er verdeutliche, wie tief seine Wurzeln in Bedburg seien.
Nach den Kurzinterviews stand ein weiteres bemerkenswertes Ereignis auf dem Programm: Vertreter der Bedburger Familie Gummersbach übergaben den Nachkommen der Familie Franken einen Gebetsteppich. Dieser Teppich wurde vor über 80 Jahren von der Familie Franken der Familie Gummersbach zur Aufbewahrung anvertraut. Jetzt endlich konnte ein Enkel des Drogeriemarkt-Gründers Robert Gummersbach, Freund und Nachbar der Frankens, den Familienbesitz mit ergreifenden Worten und den Tränen nahe wieder zurückgeben.




Denn krönenden Abschluss der Veranstaltung und damit auch des ereignisreichen Tages boten dann die jugendlichen Israelis der Tanzgruppe Hora Aviv Pardes Hannah Karkur: Sie sorgten mit hochprofessionell dargebotenen Tänzen, atemberaubenden Choreografien, farbenprächtigen Kostümen und überbordender Freude am Tanz für packende Unterhaltung. Denn mit ihren anspruchsvollen Tänzen erzählten sie auch kleine Geschichten – kraftvoll und ergreifend. Ganz zum Schluss luden sie das Publikum noch zum Mittanzen ein.




















Wer sich selbst ein Bild der hohen Tanzkunst der Gruppe Hora Aviv machen möchte, sollte sich deren Auftritt „Tänze aus Israel“ am Montag, 1. August, in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums nicht entgehen lassen. Beginn ist 19 Uhr, der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.










