Gemeinsam mit Chefcoach Greg Poss und dem Sportlichen Leiter Christian Hommel stellte er sich jetzt den Medien. Zu Saisonbeginn habe man das Erreichen der Playoffs als erstes Ziel ausgegeben, „es war ja auch bis zum Ende knapp“, so Brück.
Das war es aber auch schon mit den positiven Gefühlen für die abgelaufene Spielzeit 2022/2023. Sehr enttäuscht sei er von den hohen Niederlagen zum Ende der Hauptrunde gewesen. Auch Christian
Hommel zeigte sich vom Saisonabschluss wenig angetan. „Vor allem die Art und Weise, wie wir
verloren haben, hat mich verärgert. Wir hatte eine gute Möglichkeit, die Playoffs zu erreichen“, so
Hommel. „Es hätte reichen können“, gab ihm Greg Poss recht.
Brück, Poss und Hommel erinnerten noch einmal an den schwierigen Saisonstart und die Freistellung des seinerzeitigen Trainers Kurt Kleinendorst nach einer Niederlagenserie. Dass der sich am Seilersee nicht mehr so durchsetzen konnte, habe auch an persönlichen Gründen gelegen, die keiner der Beteiligten näher erläutern wollte.
„Die Konstanz hat über die gesamte Spielzeit gefehlt. Die soll sich künftig verbessern und wird das wichtigste Thema werden“, gibt Christian Hommel die Marschroute vor. „Wir brauchen ein Team, das in der Lage ist, 60 Minuten zu gehen.“ Dies sei zuletzt nicht der Fall gewesen. Man habe zu viele Spiele, in denen man geführt hatte, ab Ende noch aus der Hand gegeben. Das habe auch am mangelnden Fitnesszustand einiger Spieler gelegen. Greg Poss urteilt: „Die deutschen Spieler waren fit, die Ausländer nicht so, wie wir es brauchen.“

Deshalb werde man den Sommer über bei Akteuren, die an den Seilersee wechseln sollen und wollen, verstärkt darauf achten. „Da gibt es Möglichkeiten“, erklären Poss und Hommel unisono. Spätestens beim Eingangstest zu Saisonbeginn werden die Defizite dann deutlich. Man müsse immer das System spielen, für das man die Mannschaft habe, so der Roosters-Chefcoach. „Jetzt können wir das Team unserem Konzept anpassen“, so Poss mit Blick auf das mögliche neue Personal. Fest steht ja bereits, elf Spieler werden die Waldstädter verlassen.
Die Roosters wollen auch weiter auf junge Kufenflitzer setzen, sie weiter entwickeln. Die Roosters seien nicht nur die Senioren, auch der Nachwuchs, so Brück. „Und wenn ich auf unseren Nachwuchs schaue, geht mir das Herz auf“, freut sich der Geschäftsführende Gesellschafter auf die tolle Arbeit bei den Young Roosters. Die U20 steht kurz vor dem Aufstieg in die DNL1, benötigt dazu nur noch einen Sieg aus zwei Spielen in Rosenheim. „Zwei bis drei Verteidiger, ein Torhüter und zwei Stürmer“, haben laut Greg Poss das Potential, künftig auch in die DEL-Mannschaft aufzurücken. Dass der Sprung in den Profikader nicht einfach ist, weiß Christian Hommel aus eigener Erfahrung.
Die Profitruppe, so Christian Hommel, habe in der abgelaufenen Spielzeit „keine Identität“ gehabt. Greg Poss: „Iserlohn ist eine Arbeiterstadt, wir haben laute und leidenschaftliche Fans, und genau so müssen wir Eishockey spielen.“ Kampfstark, schnell auf den Kufen, leidenschaftlich und den Gegner vom eigenen Tor fernhalten: So will Poss das Team in der nächsten Saison spielen sehen. Eine wichtige Saison. „Vor dann 30 Jahren haben Jochen Vieler und ich den Club übernommen. Ich möchte eine erfolgreiche Spielzeit in unserem Jubiläumsjahr erleben“, wünscht sich Wolfgang Brück ein besseres Resultat als in der abgelaufenen Saison.
Das zu erreichen, sei allerdings wie jedes Jahr schwierig. Brück beklagte einmal mehr die fehlenden Rahmenbedingungen: „Wir haben das älteste Stadion der Liga, da sind wir im letzten Jahrhundert. Außerdem fehlt die zweite Eisfläche. Auch finanziell sind unsere Möglichkeiten beschränkt. Ohne die Gesellschafter gäbe es kein Eishockey in Iserlohn.“ Was ihn massiv geärgert habe, so Brück, seien manche Schmähgesänge der eigenen Fans und vor allem deren ins Persönliche gehenden Transparente. „Einige davon waren unterste Schublade“, so Brück. „Wir leben als Geschäftsführung, Sportliche Leitung, Mannschaft und alle in der Geschäftsstelle bestimmte Werte vor, die erwarten wir auch von unseren Zuschauern.“
In den nächsten Wochen und Monaten steht viel Scouting-Arbeit auf der To-Do-Liste. Das Ziel von Greg Poss, dessen Trainerteam sowie der sportlichen Leitung sei es nun, eine schlagkräftige Mannschaft für die Saison 2023/2024 zusammenzustellen.









