"Der Haushalt ist so, wie er jetzt vorgelegt wurde, nicht genehmigungsfähig", mahnte Bürgermeistern Birgit Tupat in der Sitzung des Bauausschusses am Montag, 19. Januar. Die geplanten Sanierungen der Sportanlagen sollen dennoch erfolgen.

Das Haushaltskonto der Gemeinde verzeichnet derzeit ein Minus in Höhe von drei Millionen Euro. Daher, so Tupat weiter, lautete der Vorschlag der Verwaltung, über den Haushalt erst im März zu entscheiden. "Vorher tagt auch der Kreis, mit Glück fällt die erwartete Erhöhung der Kreisumlage nicht so hoch aus wie befürchtet. Und auch in den einzelnen Fachausschüssen sollten wir noch über mögliche Kürzungen sprechen", betonte sie weiter.

"Wir brauchen unser komplettes Eigenkapital auf, auch wenn die Altschuldenhilfe gekommen ist", betonte sie. In den Jahren 2026 bis 2029 müsse eine schwarze Null erreicht werden. "Das kriegen wir aber nicht aus dem Handgelenk hin", mahnte die Bürgermeisterin. Es drohe die Haushaltssicherung, die zur Folge hätte, dass alle freiwilligen Leistungen auf dem Prüfstand landen.

Dennoch: auch, wenn die Verabschiedung des Haushaltes in den März verschoben wird, sollen begonnene Projekte auch weiterhin verfolgt werden — mit der Einschränkung, dass in der Zeit keine neuen Kredite aufgenommen werden können.

"In der freien Wirtschaft wäre das Insolvenzverschleppung"

"Das Defizit in Höhe von drei Millionen Euro können wir nicht aus eigener Kraft einsparen", betonte Kämmerer Heiko Tegeler im Rahmen der Sitzung. Die geplanten Investitionen könnten nur getätigt werden, weil diese nur im Bereich der Abschreibungen Auswirkungen auf den Ergebnisplan haben. Oder, genauer ausgedrückt: Der Haushaltsplan gliedert sich in zwei Teile, dem Finanzplan mit Investitionen und dem Ergebnisplan, der Aufwände und Erträge beinhaltet. "In der freien Wirtschaft wäre das Insolvenzverschleppung", betonte Petra Triches, Sprecherin der UWG.

Von Flutlicht bis Amtshaus: diese Investitionen sind geplant

Amtshaus:

Das Amtshaus wird weiter saniert, hierfür sind insgesamt 500.000 Euro in 2025 und 1,5 Millionen Euro im kommenden Jahr eingeplant. Parallel dazu läuft die Vorbereitung des Neubaus, der über das Städtebauprogramm gefördert werden soll. Hierfür geplant sind 2,5 Millionen und 1 Million Euro für 2026. Die Planung ist laut Begründung der Verwaltung mittlerweile so weit fortgeschritten, dass ein Bauantrag gestellt werden konnte. Die Ausschreibung und die Umsetzung sollen sodann im nächsten Jahr erfolgen.

Feuerwehr-Gerätehäuser:

Einer der größten Einzelposten ist und bleibt der Umbau der Feuerwehr-Gerätehäuser. Von der Gemeinde angesetzt wurden hierfür ein Betrag in Höhe von 5 Millionen Euro im Jahr 2025 und 3,7 Millionen für das Jahr 2026. Begründet wird das damit, dass zunächst Arbeiten an der Entwässerung abgeschlossen werden müssen, bevor die Bauarbeiten weitergeführt werden können.

Grundschulen:

An der Grundschule Nachrodt sind für den OGS-Ausbau 263.000 Euro in 2025 und 510.000 Euro im Jahr 2026 für Umbauarbeiten eingeplant. In Wiblingwerde sollen die Außentüren erneuert werden, darüber hinaus sind Malerarbeiten vorgesehen. Dafür stehen 8000 Euro (2025) und 36.100 Euro (2026) im Plan. Außerdem sollen dort der Schulhof und die Entwässerung ausgebaut werden — mit 75.000 Euro (2025) und 90.000 Euro (2026).

Spiel- und Bolzplätze:

Für die Spiel- und Bolzplätze plant die Gemeinde Investitionen in Ausstattung und Geräte. Hierfür sind im Haushalt 40.000 Euro (2025) und 130.000 Euro (2026) veranschlagt. Hintergrund ist, dass ein Spiel- und Sportflächenkonzept erstellt werden soll, bevor mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Sportanlagen:

Weitere Ansätze betreffen die Turnhalle Holensiepen („Drei-Kabinen-Lösung“) mit 533.000 Euro (2025) und 1.058.000 Euro (2026) sowie das Wilhelm-Mestekämper-Stadion: Für Pflege und Unterhaltung sind 8000 Euro (2025) und 19.250 Euro (2026) vorgesehen, zusätzlich soll 2026 das Flutlicht für 190.000 Euro erneuert werden. Für die Turnhalle Wiblingwerde sind 35.000 Euro (2025) und 9.370 Euro (2026) zur Unterhaltung eingeplant, außerdem 50.000 Euro für Sanierungsplanungen in 2026. Beim Stadion Wiblingwerde ist im Wiederaufbauplan mit Einzahlungen von 1.254.100 Euro (2025) und 2.540.400 Euro (2026) sowie Auszahlungen von 1.263.000 Euro (2025) und 2.565.000 Euro (2026) kalkuliert.

Gartenhallenbad:

Beim Gartenhallenbad sind für 2025 noch 3,55 Millionen Euro und für 2026 weitere 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Begründet wird das mit weitgehend abgeschlossenen Arbeiten, aber noch größeren Restzahlungen im Jahr 2026 sowie anteiligen Entwässerungsmaßnahmen in Holensiepen.

Neubaugebiet:

Parallel treibt die Gemeinde das Neubaugebiet Niggenhuser Hof II voran: Für Ausgleichsflächen sind 70.000 Euro (2025) und 20.000 Euro (2026) angesetzt, für die räumliche Planung 90.000 Euro (2025) und 130.000 Euro (2026), für Vermessungen 20.000 Euro (2026) und für Planungsleistungen im Bereich Abwasser 10.000 Euro (2025) sowie 125.000 Euro (2026).

Entwässerung und Wasser:

Ein weiterer Block betrifft Entwässerung und Wasser: Für die Planung eines neuen Dükers sind 300.000 Euro (2025) und 100.000 Euro (2026) vorgesehen, außerdem 250.000 Euro für Rückhaltung und Regenwassernutzungsanlage in Holensiepen (2026) sowie 5.000 Euro (2025) und 30.000 Euro (2026) für Gewässerunterhaltung. Im Wiederaufbauplan nach der Unwetterkatastrophe stehen bei Entwässerungsmaßnahmen Ein- und Auszahlungen von jeweils 62.000 Euro (2025) und 122.900 Euro (2026).

Straßen:

Bei Straßen und Beleuchtung sind für geförderte Straßenbaumaßnahmen 2026 Einzahlungen von 950.000 Euro eingeplant; die Auszahlungen liegen bei 160.000 Euro (2025) und 220.000 Euro (2026), unter anderem wegen Anpassungen an den Baupreisindex. Auch hier bildet der Wiederaufbauplan nach Unwetterereignissen einen großen Posten: Für Verkehrsflächen sind Ein- und Auszahlungen von jeweils 1.685.200 Euro (2025) und 2.347.200 Euro (2026) vorgesehen. Die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in Brenscheid ist mit 10.000 Euro (2025) und 26.000 Euro (2026) angesetzt.

Kleinere Vorhaben umfassen unter anderem Arbeiten am Salzlager (5000 Euro in 2025, 10.000 Euro in 2026) sowie Ansätze in der Gefahrenabwehr, etwa für Elektrogeräteprüfungen (8500 Euro in 2025, 20.050 Euro in 2026).

Das Gremium stimmte am Ende der Sitzung dem Vorschlag der Bürgermeisterin, über den Haushalt erst im März zu entscheiden, einstimmig zu.