Es ist ein Abschied, der schmerzt. Viele Nachrodter haben unzählige Erinnerungen an die Kirche mit dem Zwiebelturm im Lennebogen. Es wurde viel gefeiert und gelacht – aber auch geweint. Große und Kleine Besucher füllten das Kirchenschiff mit Leben. Die Gemeinde hat viele Krisen gemeistert. Doch nun ist Schluss. Für die Katholiken ein Trost: Die Kirche wird nicht verschwerbelt, sondern durch die evangelische Lennekirche zur Spiel- und Sportkirche umgebaut.
Am Sonntag wird ein letzter Gottesdienst gefeiert. 99 Kerzen, eine für jedes Jahr, werden die Kirche erhellen und für eine besondere Stimmung sorgen. Zum stimmungsvollen Einstieg gibt es bereits ab 15.30 Uhr Orgelmusik. Der Gottesdienst beginnt um 16 Uhr. Neben dem Bischof werden auch die Kinder des katholischen Kindergartens St. Elisabeth dabei sein. Sie werden feierlich die großen Figuren von Josef und Maria hinaustragen. Denn die finden im Kindergarten einen neuen Platz.
LokalDirekt hat die Nachrodter nach ihren schönsten und bewegensten Momenten in St. Josef gefragt – also Erinnerungen, die sie ihr Leben lang in sich tragen. Und das waren die Antworten:
Hans Wehr: „Das Schönste, woran ich mich erinnere, sind eigentlich die Ferienspiele. Da war richtig Leben in der Kirche. Das war eine tolle Sache. Leider konnten wir das irgendwann nicht mehr stemmen. Aber die Erlebnisse mit den ganzen Kindern werde ich nie vergessen. Genauso wie die Sternsinger-Aktionen. Die waren auch immer sehr besonders.“
Sandra Schwieren: „Ich kann mich noch erinnern als wir einmal mit den Vorschulkindern in die Kirche eingezogen sind. Die Kinder haben ganz toll gesuchten und ihr Gesang und ihre Präsenz erfüllte die Kirche auf so eine besondere Weise. In dem Moment waren wir der Kirche allle ganz nah und es hat sich wirklich so angefühlt, dass es ihre Kirche ist. Da kamen mir echt die Tränen.“

Kathrin Richter: „Meine Mutter war hier die Küsterin. Ich bin quasi rund um den Kirchturm aufgewachsen. Ich habe aber auch immer gemerkt, wie viel Arbeit eigentlich dahinter steckt. Und bis auf die Hochzeit habe ich alle Sakramente hier empfangen.“
Christiane Koch: „Wir haben hier so viel in der Kirche erlebt. Unsere Hochzeit, die Taufe unserer Kinder und Enkel. Außerdem haben ich sechs Geschwister, die hier auch alles erlebt haben. Mit tut es total leid, dass die Kirche jetzt entweiht wird. Aber ich sehe ein, dass es nicht geht. Aber ich gehe mit einem ganz traurigen Herzen.“
Ulla Reischel: „Ich erinnere mich noch an einen Tag in der Karwoche als die Kirche offen war. Mein Mann hat Saxophon gespielt. Wir waren ganz alleine, dass war ein ganz besonderer Moment für uns.“
Eva Rücker: „Ich kann mich noch an meine Kommunion erinnern. Es war ein ganz besonderer Moment, als wir mit unseren Prinzessinenkleidern in die Kirche eingezogen sind. In der Hand hatten wir die Kerze und der Wachs durfte nicht tropfen.“

Mit Beginn des neuen Kichenjahrs, also am Sonntag, 3. Dezember, finden die Gottesdienste der Katholiken in der Michaels-Kapelle in Einsal statt. Am ersten Advent wird die Kapelle der Gemeinde präsentiert und für Gottesdienste übergeben. Die kleine Kapelle wurde umgebaut und umgestaltet. Aus dem eher schmucklosen Raum ist ein würdiger Raum für Gottesdienste geworden. Und auch einige Dinge aus St. Josef haben dort einen neuen Platz gefunden.









