Da staunten die Protagonisten nicht schlecht. Auf dem Fahrsicherheitsplatz der Verkehrswacht Iserlohn am Sauerlandpark in Hemer stauten sich die Wohnwagen-Gespanne und Wohnmobile in einer langen Schlange.
„Die ersten waren schon um 14 Uhr da“, erklärt Polizei-Hauptkommissarin Kerstin von Rüden, Leiterin der Verkehrsunfallprävention bei der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis.

Die Polizei MK hatte gemeinsam mit dem ADAC Westfalen und der Verkehrswacht Iserlohn zum ersten Mal in der Vor-Ferienzeit eingeladen, das Gewicht der Gespanne und Wohnmobile testen zu lassen – kostenlos. Bis zum Abend waren es genau 60.
Keiner hat massives Übergewicht
„Die Leute waren alle bestens gelaunt und gut drauf, obwohl die Wartezeit teilweise eine Stunde betragen hat“, so Kerstin von Rüden. Mit dem Wiege-Ergebnis war die Polizei-Hauptkommissarin auch sehr zufrieden.
„Massives Übergewicht hatte kein Gespann oder Wohnmobil – alles war noch unter den erlaubten fünf Prozent.“ Ein Wohnmobil-Lenker wollte es allerdings ganz genau wissen. Er hatte alles in sein Fahrzeug gepackt, was demnächst auf eine Fünf-Wochen-Tour nach Albanien mitgenommen werden soll – darunter auch Kisten Wasser und Bier. „Alles in Ordnung“, konnte Kerstin von Rüden ihm eine gute Reise wünschen.

Neun Beamtinnen und Beamte sowie zwei Mitarbeiter des ADAC-Westfalen standen bei der Wiege-Aktion auch mit Rat und Tat und guten Tipps zur Verfügung. Ein Angebot, das sehr gerne angenommen wurde. Mit dem Start in den Urlaub geraten nämlich nicht nur Kofferpacker an ihre Fassungsvermögens-Grenzen, sondern auch Caravan-Fans und Wohnmobil-Lenker.
„Das Volumen von Wohnwagen oder Campingmobilen gibt oft mehr her als der Fahrzeugbrief an Gewicht zulässt“, weiß Michael Pomplun, Techniker im ADAC-Prüfzentrum Westfalen in Dortmund. „Zu viel Gepäck beeinflusst das Fahrverhalten und damit die Sicherheit des Gespanns oder Wohnmobils.“
Wiegetage zweimal im Jahr
Gewissenhafte Camper wiegen ihre Gefährte deshalb vor dem Start in die Ferien. Das machten viele von ihnen auf dem Fahrsicherheits-Platz der Verkehrswacht an der Sonnenmlumenallee 18 in Hemer. Der ADAC-Westfalen bietet solche Wiegetage ein- bis zweimal im Jahr an. Für die Polizei MK war es eine Premiere, die nach dem Erfolg nach Wiederholung ruft.
Ein überladenes Gespann oder ein zu schweres Wohnmobil kann den Camper nämlich teuer zu stehen kommen, da ist dann schnell mal ein erheblicher Betrag des Urlaubsgeldes weg. Bei einer Überladung von mehr als fünf Prozent sind 10 Euro Bußgeld fällig, bei mehr als 10 Prozent schon 30 Euro, ab 15 Prozent zu viel Gewicht kostet es 35 Euro, mit 95 Euro und einem Punkt in Flensburg ist dabei, wer mehr als 20 Prozent zu viele Kilo auf die Waage bringt, mehr als 25 Prozent Übergewicht kosten 140 Euro und einen Punkt und wer über 30 Prozent zu viel gepackt hat, ist mit 235 Euro und einen Punkt dabei. Was noch schlimmer wiegt: Gegebenenfalls wird die Weiterfahrt untersagt.

Wer mit einem überladenen Fahrzeug oder Gespann einen Unfall verursacht, muss sogar damit rechnen, dass ihn seine Haftpflichtversicherung in Regress nimmt und ihm im Zivilverfahren eine Teilschuld zugesprochen wird. Genug Gründe als, vor Reiseantritt sein Gespann oder Wohnmobil auf die Waage zu stellen. Die Prüfer, Polizistinnen und Polizisten stellten bei der Wiege-Aktion übrigens fest, dass immer mehr Wohnmobile von den Camping-Freunden genutzt werden. Das klassische Wohnwagen-Gespann ist offenbar auf dem Rückzug.









