„Wir wollen was für die Umwelt tun – dazu gehört auch der Spaß“, kündigte Sigrid Pomaska-Brand von der BUND Ortsgruppe Schalksmühle vor etwa 30 „Naturguckern“ an. Diese tauchten bei einem dreistündigen Spaziergang in die Welt der Kräuter ein.
„So viele Teilnehmer habe ich gar nicht erwartet“, freute sie sich. Um Punkt 11 Uhr ging es dann von Kuhlenhagen nach Holthausen. Zur Orientierung standen bei den Büschen beschriftete Schiefertäfelchen, die Hinweise auf die dort wachsenden Pflanzen gaben.

„Angefangen hatte es mit einem Stück Kreide“, erklärte Pomaska-Brand zur Motivation der Aktion. So wiesen sie mit Pfeilen und Namen auf die Vielfalt der Kräuter hin – dies schien das Interesse des ein oder anderen Spaziergängers geweckt zu haben.
Der BUND-Schalksmühle entschloss sich, den „schönen Kräutern, die bei uns wild wachsen, einen Namen zu geben“. Ein großer Dank ging an die Gemeinde sowie an Landwirte, die für die Aktion auf das Mähen der Randstreifen verzichteten, damit die Kräuter sich ungestört entwickeln können.
Pflanzenkunde: 30 Kräuter entdecken
30 verschiedene Kräuterpflanzen wurden am Samstag, 3. Juni, genau unter die Lupe genommen. Die zertifizierte Kräuterpädagogin Anke Schlöter gab ihr Wissen über die vielfältige und wild wachsende Vegetation an die Besucher auf lehrreiche Weise weiter. Auch ihre Begeisterung für die Nutzung von Wildkräutern in der Küche wurde beim Rundweg thematisiert. Nicht selten wurden einzelne Kräuter vor Ort gekostet – unter anderem auch die Heilpflanze Beinwell.
Diese ähnelte geschmacklich – zum Erstaunen der „Naturgucker“ – einer Karotte. Auch blieb die medizinische Wirkung von Kräutern nicht außen vor: „Der Frauenmantel bewirkt Wunder gegen Frauenleiden“ und ist als Tee einzunehmen, erklärte Schlöter.

Neben den Vorteilen machte die Kräuterpädagogin auch auf mögliche Gefahren aufmerksam – hier war die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nötig: Fingerhut nennt sich die giftige Pflanze, vor der man sich in acht nehmen sollte. „Fasst die Pflanze nur mit Handschuhen an“, betonte Anke Schlöter.
Der Verzehr von Fingerhut könne sogar tödlich enden. Weniger riskant sei die „Narrentaschen-Krankheit“. Diese wird durch den Pilz Taphrina pruni verursacht und befällt Pflaumenbäume; die Fruchtkörper werden „gekrümmt und gelblich“.

Ist die Zukunft in Gefahr?
Dass sich Kinder an dem Kräuterrundweg beteiligten, freute Sigrid Pomaska-Brand. Dies sei normalerweise nicht der Fall – zu wenige Menschen aus der Nachwuchsgeneration würden sich mit den Themen Naturkunde und Artenkenntnis befassen, wie sie im Gespräch mit LokalDirekt erklärte. „Es ist so wichtig, Wissen weiter zu geben. Was man nämlich nicht kennt, schützt man auch nicht“. Daher bemühe sich der Verein um mehr aktive Mitglieder, die für den Klimaschutz kämpfen und etwa auf das Sterben des Waldes, das in Schalksmühle ein großes Thema sei, aufmerksam machen.
Am Ende des Kräuterrundweges erhielten die Spaziergänger eine kleine Erfrischung sowie eine kreative Aufgabe: Sie lernten den Geschmack von Wildkräutern selbst kennen und mischten eigenes Kräutersalz – als kleine Erinnerung zum lehrreichen Tag.










