„Es ist schon eine Zumutung“, äußerte sich Bürgermeister André Dahlhaus ganz offen in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 14. März. Nicht nur, dass die Sanierung der L528 noch immer nicht abgeschlossen sei: Wie LokalDirekt berichtete, ist seit gestern zusätzlich auch das Hamperbachtal tagsüber für den Pkw-Verkehr gesperrt.
Uwe Manthey (SPD) bemängelte in der Sitzung, dass es in Richtung Hamperbach keinen Hinweis auf die Sperrung gebe – wie er selbst leider erst bemerkt habe, als er gestern plötzlich vor der Barke stand.
„Die Stadtverwaltung wurde im Vorfeld nicht über die Maßnahme des Landesbetriebs Wald und Holz NRW und auch nicht über die seitens der Stadt Hagen veranlasste Sperrung informiert“, betonte Dahlhaus gestern. Daher werden erst am heutigen Mittwoch, 15. März, entsprechende Schilder an die von Breckerfeld aus zuführenden Straßen angebracht.

L528: Kaum noch Verständnis für Verzögerung
Im Hinblick auf die weiterhin gesperrte L528 merkte Dahlhaus an, die Verzögerung der Sanierungsarbeiten sei für ihn langsam nicht mehr nachvollziehbar. „Zumal bereits bei Baubeginn im Oktober vergangenen Jahres vorherzusehen war, dass es eventuell zu Materialengpässen und wetterbedingten Einschränkungen kommen könnte“, ergänzte Ulrike Borowski (CDU) bezüglich des „etwas unglücklich gewählten“ Sanierungsstarts.
„Baustellendauer skandalös“
„Die Ausschreibung und Vergabe für die Baumaßnahme an der L528 ist Sache des Landesbetriebs Straßen.NRW“, stellte der Bürgermeister klar und erklärte auf Nachfrage von Wolfgang Duscherer (Grüne) – der die andauernden Verzögerungen beim Straßen- und Bushaltestellenumbau in Breckerfeld als „skandalös“ bezeichnete – dass der Landesbetrieb im Rahmen der Ausschreibung zugleich einen Bauzeitenplan festgelegt habe. Dieser sei allerdings mittlerweile vor allem hinsichtlich der L528 längst überschritten.
Baufirma schiebt Asphaltierungsarbeiten auf
Dies bestätigte Straßen.NRW gegenüber LokalDirekt am heutigen Mittwoch: „Dem Vorhaben, die Sanierungsarbeiten zügig abschließen zu können, machten mehrere Gründe einen Strich durch die Rechnung“, sagte Andreas Berg von der Pressestelle des Landesbetriebes.

War man Anfang Oktober noch davon ausgegangen, die Maßnahme bis Mitte Dezember 2022 abschließen zu können, konnte dieser Termin bereits Anfang Dezember nicht mehr gehalten werden. Die Witterung, Material- oder Personalmangel – immer wieder stockten die Arbeiten an der L528, so dass es seitens der Pressestelle am 15. Februar hieß, es sei voraussichtlich Anfang März mit dem Abschluss der Baumaßnahme zu rechnen.
Mit heutigem Datum – also Mitte März – erklärte Andreas Berg, dass die ausführende Baufirma die noch ausstehenden Arbeiten erneut aufgeschoben habe: „Aufgrund der aktuellen Wetterlage können die Asphaltierungsarbeiten nicht durchgeführt werden.“ Mitarbeiter der Baufirma hätten ihm heute quasi „Beweisfotos“ von der zugeschneiten L528 geschickt – um eine neue Asphaltdecke aufbringen zu können, müsse es jedoch zuvor eine mehrtägige Durchtrocknung der Fahrbahn gegeben haben.
Durchfahren ist illegal
Er betonte, dass auch Straßen.NRW daran gelegen sei, die Sperrung sobald als möglich aufzuheben und zeigte Verständnis für die langsam aber sicher schwindende Geduld der Breckerfelder Bürger. „Nichtsdestotrotz ist es illegal, die Sperrung zwischen Zurstraße und Selbecke zu missachten und über die derzeit einspurig abgefräste L528 herauf oder herunter zu fahren.“ Wer dabei erwischt wird, habe übrigens mit einem Bußgeld von 55 Euro zu rechnen.
Landesbetrieb nennt kein genaues Datum
Vorsichtshalber will sich der Landesbetrieb nicht auf einen (erneuten) voraussichtlichen Termin festlegen, wann die Durchfahrt von Zurstraße nach Hagen-Selbecke wieder legal möglich ist – zu oft in den vergangenen fünf Monaten habe die Baufirma die Arbeiten aufschieben müssen: „Ein genaues Datum der Fertigstellung kann ich nicht nennen, da die noch durchzuführenden Asphaltierungsarbeiten witterungsabhängig sind“, so Berg gegenüber LokalDirekt. „Bei geeigneter Witterung sollten die Arbeiten aber in gut zwei Wochen abgeschlossen sein.“










