Auch in abgespeckter Form bereitete die Plewo 2025 am Samstag, 30. August, einen vergnüglichen Abend. Nach Begrüßung durch den stellvertretenden Bürgermeister Dirk Finder und Sylvia Eick von der Plettenberger Kultour sowie Fassanstich mit anschließendem Freibier ließen die jungen Musiker aus Irland, Bana Rua, Füße wippen, Hände klatschen bei ihrem tollen Repertoire der irischen Folkmusik. Die Iren verzauberten mit virtuosem Instrumentenspiel auf Geige, Flöten, Gitarren, Banjo, Bass und Mandoline. Dazu toll ausgewogener, abgestimmter Harmoniegesang und eine sympathische Ausstrahlung - im Nu hatten sie das Plettenberger Publikum gefangen.

Zu verdanken war der Auftritt der Partnerschaft des Märkischen Kreises mit dem Waterford County in Irland. Gewissermaßen als Botschafter überbrachten Killian, Brian, Cian und Dean eine Darstellung, wofür Iren und Irland auch sehr gut bekannt sind: ihre Musikalität. Diesen vier Männern nahm man fast ab, ihr Instrumentenspiel mit der Muttermilch aufgenommen zu haben. Ihr großes Repertoire veranschaulichten sie fast nahtlos. Luft holen? Wird überbewertet. Mal schnell das Instrument gewechselt und schon ging es weiter. Zwei selbst geschriebene Stücke, Pencils For Cigarette und The Fear, waren Bestandteile der Setlist. Musikalischer Stil und Einflüsse reichen von irischem Folk und Traditional über zeitgenössischen Barbershop, A capella bis hin zu Countrymusik.

Viel zu schnell ging die eingeplante Spielzeit vorbei, aber die Jungs hatten noch eine Überraschung in petto. Sie wollten unbedingt nach der Veranstaltung in einer deutschen Kneipe aufspielen. Und die Organisatoren machten es möglich dank der Zustimmung von Dimi Koutsovitis, Inhaber der Gaststätte Stadtleben. Und so zogen Bana Rua und viele Musikfans, die noch nicht genug hatten, zur Gaststätte Stadtleben. Aber nicht bevor sie die Plettenberger Coverband Servants Quarters in ihrem Gig abfeierten.

Auf Anfrage der Band Servants Quarters ist die Zielführung zur kleinen Plewo zustande gekommen: ein Benefizkonzert „Von Plettenberg an Plettenberg“ abzuhalten. Die Musiker, die in ihrem „richtigen“ Arbeitsleben bereits alle Hände voll zu tun haben, sind gleichzeitig leidenschaftliche Anhänger der handgemachten Musik. So oft es geht, studieren sie in ihrer Freizeit Songs aus vielen verschiedenen Genres der Musik ein und drücken dem Ganzen ihren persönlichen Stempel auf. Öfter haben sie bereits in der Vergangenheit Konzerte gegeben, deren Benefit einem sozialen Zweck zugedacht war. Mal alleine, mal mit anderen Bands gemeinsam.

Servants Quarters überzeugten mit ihrem vielseitigen Repertoire.
Foto: Ai-Lan Na-Schlütter / LokalDirekt

Einen festen Fanstamm haben sie sich in den Jahren „erarbeitet“. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass viele Zuhörer lauthals und mit Begeisterung in die Lieder wie Zombie von den Cranberries, Don’t Pay The Ferryman von Chris de Burgh oder Locomotive Breath von Jethro Tull einstimmten. Auch die Musiker von Bana Rua genossen die Stimmung unter dem Stephansdachstuhl und feierten kräftig mit. Zum Ende der Veranstaltung musizierten beide Bands gemeinsam auf der Bühne und wurden mit großem Applaus belohnt. Zur Band Servants Quarters gehören Holger Rahn (Gitarre), Henning Schulte (Keyboard), Frank Thun (Schlagzeug), Carsten Hardt (Gesang, Gitarre), Frank Esser (Bass) und, neu im Team, die Sängerin Sabrina Stracke.

Nach anschließendem Eintreffen im Stadtleben nahm die Stimmung schnell den Charakter einer irischen Kneipe an. Flugs rutschten die vier Musiker in eine Bank, holten die Instrumente raus und sangen, musizierten zur Begeisterung der Gäste bis in die frühen Morgenstunden hinein. Fast nahtlos reihte sich Song an Song. Zusätzlich wurden auch Gäste ins Boot geholt und gemeinsam gesungen und musiziert. Das war Spielfreude in Reinform.

Im persönlichen Gespräch mit LokalDirekt nach dem Gig äußerten sich die Iren begeistert vom bergigen Sauerland. „Such lovely places, it’s awesome and the people are very nice here“, lobten die Musiker ihre ersten Begegnungen mit Sauerländern und Gegend. Die Berge und Wälder hatten es ihnen ganz besonders angetan. Auch der Eigenart der Plettenberger, immer eine Art Sicherheitsdistanz zur Bühne zu wahren, konnten sie durchaus Positives abgewinnen. Von heimischen Auftritten in Kneipen sind sie drangvolle Enge gewöhnt. Da wird durch die hautenge Nähe auch schonmal das Mikro in die Zähne geschlagen, erklärt Brian. Am heutigen Sonntag spielen die Jungs auf Schloss Neuenhof in Lüdenscheid für ein Benefizkonzert des Rotary Clubs Lüdenscheid Zeppelin mit Inner Wheel und Rotaract auf, bevor es am Montagmorgen wieder zurück nach Irland geht.

Im Café Stadtleben musizierten die Jungs von Bana Rua noch bis in die späte Nacht weiter.
Foto: Ai-Lan Na-Schlütter / LokalDirekt