Auf dem Gelände des ehemaligen Letmather Marienhospitals soll ein neues, zukunftsorientiertes Wohnquartier entstehen. Bei einem Ortstermin informierten sich Mitglieder der CDU über die Planungen für das „MarienQuartier Letmathe“, das Wohnen, Serviceangebote und die Erinnerung an das Krankenhaus miteinander verbinden soll.
60 bis 80 neue Wohneinheiten könnten auf dem rund 10.000 Quadratmeter großenGelände des ehemaligen Letmather Marienhospitals entstehen — Mehr- undEinfamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. Das Gebiet ist angedacht als besonderes Wohngebiet mit barrierearmen Mietwohnungen, integrierten Service-Wohnungen und individuellen Reihenhäusern/Doppelhäusern für Menschen aller Altersgruppen sowie Parkhaus und Tiefgarage.
Laut Ratsbeschluss entsteht zu 30Prozent geförderter Wohnungsbau. Das erfuhren die knapp 20 Mitglieder der CDU-Fraktion der Stadt Iserlohn sowie des Ortsvereins Letmathe, falls sie es nicht ohnehin schon wussten, bei ihrer Besichtigung vor Ort von Michael Schmitt, Geschäftsführer der für die Vermarktung zuständigen Stadtprojekt Iserlohn GmbH. Sie hatte dasGelände zwischen Hagener Straße und Lindenstraße am 1. Januar von der Katholischen Kirchengemeinde St. Kilian übernommen.
„MarienQuartier Letmathe“
„Aus etwas Traurigem kann etwas Gutes werden“, erinnerte Michael Schmitt an die Schließung des Letmather Marienhospitals am 1. November 2019. Das Datum ist auch Karsten Meininghaus noch sehr präsent. Als CDU-Ratsherr, Stadtverbandsvorsitzender und nicht zuletzt als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion hatte er sich für den Erhalt des Krankenhauses eingesetzt. Zur Geschichts-Aufarbeitung gehörte beim Besuch der Christdemokraten auch die Planungen des Architekturbüros Steinke & Zils, der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans am 13. Juni 2023 durch den Rat der Stadt.
Damit war der Weg frei für das „MarienQuartier Letmathe“, so der Name. Im Bereich der mehrgeschossigen Miethäuser sind ebenfalls Einrichtungen zur medizinischenVersorgung, Bürobereiche sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke sowie Schank- und Speisewirtschaften zulässig.
Interesse ist riesengroß
„Wir müssen die Versorgungsleitungen kappen, denn über die wird das angrenzende Seniorenzentrum beliefert“, erklärte Michael Schmitt. Drüber hinaus ist eine Brandmauer erforderlich. Die Schließung der Dialyse sowie die Arbeiten zur Entkernung des Gebäudes waren der Startschuss für den Abriss, für den gut ein Jahr eingeplant ist. Danach beginnen die Bauarbeiten. „Fertigstellung könnte Ende 2029, Anfang 2023 sein“, wagte der Stadtprojekt-Geschäftsführer eine Prognose. Interessenten für Miet-, Eigentumswohnungen und Grundstücke gebe es bereits. Schmitt: „Das Interesse ist riesengroß, wir können uns vor Anfragen nicht retten.“
Erinnerung ans Marienhospital bleibt
Auch wenn zentrumsnah ein attraktives Wohngebiet entsteht, das Letmather Marienhospital soll nicht in Vergessenheit geraten. Zum einen zeugt davon der Name „MarienQuartier“, das „Marienhospital“-Schild über dem Eingang wurde gesichert, im Wohngebiet soll eine Stele an das Krankenhaus erinnern und auch die beiden großen Glasfenster aus der Marienkapelle, die in Kürze entweiht werden wird, sollen einen neuen Platz an geeigneter Stelle finden.
Die Christdemokraten bekamen bei ihrem Besuch noch einmal die Gelegenheit zu einem Rundgang durch das weitestgehend leergeräumte Gebäude. „Hier habe ich meinen Blinddarm rausbekommen“, erinnertesich ein Teilnehmer. An der Tür zur ehemaligen Schmerztherapie hängt noch das Schild des letzten Chefarztes: Dr. med. W. Welke.











