Die Wappen dort erinnern an die Anfänge des „EC Deilinghofen“ in dem Hemeraner Ortsteil. Hier stand seinerzeit die erste Eissporthalle, gebaut von den dort stationierten kanadischen Streitkräften. Die Soldaten hatten den schnellsten Mannschaftssport der Welt mit ins Sauerland gebracht und die Dorfjugend fürs Eishockey begeistert.

„Ich bin nach meinem Dienst im Eishockey-Museum „Puck“ am Sauerlandpark gegen 17 Uhr dort vorbeigekommen. Da habe ich gesehen, dass auch das zweite Wappen fehlt“, erinnert sich Peter Herentry, der in Iserlohner Eishockey-Kreisen „Handschuh“ gerufen wird. Er hat bei den Roosters-Spielen stets einen Eishockey-Handschuh an. Das erste der beiden historische ECD-Wappen war bereits einige Tage zuvor verschwunden.
Sogleich setzte es in den sozialen Netzwerken wüsteste Beschimpfungen in Richtung möglicher Diebe. Doch ganz so dramatisch war es dann doch nicht. Für Aufklärung sorgt Frank Lehmann. Der Hemeraner kümmert sich mit einigen Gleichgesinnten und ehemaligen ECD-Cracks um das Denkmal, das er allerdings nur „Erinnerungsstätte“ nennt. „Bei einem Denkmal gibt es nämlich auch denkmalrechtliche Auflagen“, so Lehmann. Das Grundstück stellt die Stadt Hemer, wie Stadtsprecher Marc Giebels bestätigt. „Um das Denkmal müssen sie sich selbst kümmern.“

Das Wappen wurde keineswegs gestohlen, sondern von Frank Lehmann aufgesammelt, nachdem ein aufmerksamer Deilinghofener sich bei ihm gemeldet hatte, dass es heruntergefallen sei. „Die Wappen mussten aufgrund der Neugestaltung der Erinnerungsstätte versetzt werden. Und da hat die Fachfirma sie offensichtlich nicht richtig befestigt“, so Lehmann, der das zweite ECD-Wappen eingesammelt hat, nachdem auch das heruntergefallen war. „Die kosten immerhin rund 250 Euro pro Stück.“
Und knapp bei Kasse sind Frank Lehmann und seine Denkmal-Mitstreiter ohnehin. Sie haben die im Jahr 2004 eingeweihte Erinnerungsstätte gerade erst neugestaltet. Die beiden Eishockey-Spieler, die an die ECD-Größen Jörg Schauhoff und Dieter Brüggemann erinnerten, sind „neutralen“ Edelstahl-Spielern gewichen. „Die Neugestaltung hat weit über 10.000 Euro gekostet“, so Frank Lehmann. Wegen der Corona-Pandemie dauerte die Umgestaltung fast zwei Jahre.

In einigen Wochen werden die alten Wappen wieder angebracht, dann wohl diebstahlsicher. Erstellt wird auch noch eine Sponsorentafel, die an die Geldgeber erinnert. Was Frank Lehmann besonders freut: „In unserem Dorf geben die Leute acht auf die Erinnerungsstätte. Sie melden sich, wenn etwas nicht in Ordnung ist.“









