Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Lüdenscheid hat sich neu formiert. Co-Vorsitzende Barbara Scheidtweiler hat sich aus persönlichen und beruflichen Gründen aus der ersten Reihe zurückgezogen. Dazu kommen Veränderungen auf weiteren Positionen.

Für den mit einem überzeugenden Ergebnis zum Vorsitzenden gewählten Philipp Kallweit (50 von 51 Stimmen) ist das keine ungewöhnliche Entwicklung. „Wir sind eine Mitgliederpartei. Da ergeben sich immer wieder Veränderungen“, sagte er im Anschluss an die Jahreshauptversammlung am Samstag gegenüber LokalDirekt.

Die Zahl der stellvertretenden Vorsitzenden hat sich von vier auf drei verringert. Fabiola Ferber ist aus diesem Kreis ausgeschieden. Dominik Hass-Sommer, Thomas Kruber und Kornelia Wolk wurden als stellvertretenden Vorsitzende wiedergewählt.

Jens Voß (mit Philipp Kallweit und Barbara Scheidtweiler), seit über 20 Jahren Kassierer des SPD-Ortsvereins, stand nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung.
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Ein halbes Leben für die Partei: Jens Voß stand nach über 20 Jahren Arbeit als Kassierer nicht zur Wiederwahl zur Verfügung. Für ihn rücken Benjamin Pritschow als Kassierer und Manuel Bunge-Altenberg als stellvertretender Kassierer nach. Die Funktionen, die der scheidende Kassierer seit 1. Juni 1997 übernommen hat, füllen drei Blätter. „In Neun-Punkt-Schrift“, merkte Philipp Kallweit an. Neben seiner Arbeit als Fraktionsvorsitzender war Jens Voß unter anderem Vorsitzender des ehemaligen Ortsvereins Bräucken-Versetal, der AG Bildungsfragen und Delegierter bei zahllosen Parteitagen auf Unterbezirks-, Landes- und Bundesebene.

Rekord an Buchungen

Bei seinem letzten Kassenbericht wartete er mit einem Rekord auf. „730 Buchungen verschiedenster Posten, das gab es noch nie“, sagte er. Die Flut an Vorgängen sei dem vorgezogenen Bundestagswahlkampf geschuldet, der nahtlos in den Wahlkampf vor der Kommunalwahl im September übergegangen sei. „Eine solch intensive Zeit habe ich bisher noch nicht erlebt.“ Seinen Nachfolgern wünschte er eine ebenso gute Zusammenarbeit wie er sie in seiner Zeit mit insgesamt fünf Vorsitzenden erlebt habe.

Ein Dank des Vorstands ging am Samstag auch an Bernd Kaiser. Der langjährige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60plus gibt sein Amt ab. Auch Güner Cebir, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt, wird dieses Amt nicht weiter ausüben.

Zu Beginn der Versammlung hatten die Mitglieder in der Historischen Schützenhalle einige Satzungsänderungen beschlossen. Sie sollen dazu führen, so Philipp Kallweit, dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werde. So entfällt beispielsweise die Position der Geschäftsführerin, die Sara Franke in den vergangen zwei Jahren ausgeübt hat. Die Arbeit des Medienbeauftragten soll künftig ein Team übernehmen.

Keine Stadtteilbeauftragten mehr

Auf die vor zwei Jahren benannten Stadtteilbeauftragten wird der SPD-Ortsverein künftig verzichten. „Diese Struktur hat sich nicht bewährt. Wir müssen neue Wege finden, um näher an den Menschen zu sein“, stellte Philipp Kallweit am Samstag fest.

Mehr inhaltliche Debatten und deutlichere Positionierung auf den unterschiedlichsten politischen Feldern forderte Dr. Hans Peter Altrogge. Die Partei müsse ihr Profil weiter schärfen. Das funktioniere aber nicht mit Abgrenzung von der AfD. „Wir müssen unsere eigenen Themen stärker in die Öffentlichkeit bringen“, sagte Unterbezirksvorsitzender Fabian Ferber.

Debatten über die Ausrichtung der Partei unter Karnevals-Deko.
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Karl Heinz Blasweiler fürchtet einen weiteren Bedeutungsverlust der SPD. Das vergleichsweise gute Abschneiden der Partei in Lüdenscheid dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wählerschaft von Wahl zu Wahl schwinde. „Es ist so, als ob wir auf einer Eisscholle treiben, die von allen Rändern her schrumpft“, sagte er. Die Partei müsse eigene klare Positionen einnehmen, auch wenn sie nicht immer mit der Arbeit der Ratsfraktion konform gingen.

Gordan Dudas: "Respekt statt Arroganz"

Landtagsabgeordneter Gordan Dudas, der am 25. März offiziell als Kandidat für die NRW-Landtagswahl im kommenden Jahr nominiert werden soll, forderte seine Parteifreundinnen und -freunde auf, Probleme klar zu benennen und Lösungswege aufzuzeigen. Zum SPD-Profil gehörten aber auch „Respekt statt Arroganz“ und beispielsweise klare Regeln bei der Integration. „Lüdenscheid ist mehr als ein Wahlkreis, es ist unser Zuhause“, sagte er.